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Pegauer Gewerbeverein am Scheideweg: Künftig mit den Groitzschern oder Auflösung

Jahreshauptversammlung Pegauer Gewerbeverein am Scheideweg: Künftig mit den Groitzschern oder Auflösung

Der Gewerbeverein Pegau steht erneut vor dem Aus wie schon 2013. Bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag geht es um einen Zusammenschluss mit dem Groitzscher Pendant beziehungsweise die Auflösung des Vereins. Auf der östlichen Seite der Bundesstraße 2 wird dem möglichen Zuwachs wohlwollend entgegengesehen.

Der Vorstand des Gewerbevereins Pegau um den Vorsitzenden Albrecht Landgraf (M.) ist im November 2013 gewählt worden.

Quelle: Kathrin Haase

Pegau. Positive Schlagzeilen hat der Gewerbeverein Pegau in den letzten Jahren vor allem mit den Neujahrsempfängen 2014 und 2016 gemacht. Nun steht die Gemeinschaft der Händler und Unternehmer der Elsterstadt jedoch erneut vorm Aus wie schon 2013. Bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag geht es um einen Zusammenschluss mit dem Groitzscher Pendant beziehungsweise die Auflösung des Vereins. Auf der östlichen Seite der Bundesstraße 2 sehen die Gewerbetreibenden dem möglichen Zuwachs wohlwollend entgegen.

„Wir machen nicht sang- und klanglos dicht“, tritt Pegaus Vorsitzender Albrecht Landgraf der knappen Ansage in der Tagesordnung entgegen. „Wenn man so einen Verein zumacht, kommt er nicht wieder.“ Doch sei eben in der Vergangenheit nicht immer gedeihlich miteinander und mit der Stadt sowie dem Bürgermeister umgegangen worden. „Ein Wirtschaftsverein ist kein Kampfinstrument.“ Unsensibles Handeln habe einiges zerstört, sodass auch sein moderaterer Tonfall und die Politik der ausgestreckten Hand nicht mehr viel kitten konnten, so Landgraf. Die Zugehörigkeit zu verschiedenen politischen Gruppierungen, die im Stadtrat aufeinander prallen, mache es nicht leichter. Wegen der Querelen, allerdings auch aus wirtschaftlichen Gründen (wie Geschäftsaufgabe) habe der Verein einige Händler der Innenstadt verloren; 37 Mitglieder hat er derzeit. „In Groitzsch scheint es da harmonischer zuzugehen, auch in der Beziehung zum Rathaus.“

Probleme haben die Pegauer schon länger immer mal. „Vorstandswahl zu­gleich ein Neubeginn“ titelte die LVZ im Oktober 2009, als Horst Gutzschebauch den Vorsitz von Uwe Freudenthal übernahm. Im September 2011 wechselte Wolf-Dieter Schwidop an die Spitze („Neue Führungsriege im Gewerbeverein Pegau“), trat aber bereits im Juli 2012 wegen Stasi-Vorwürfen zurück: „Manfred Dörfer ist amtierender Vorsitzender“, hieß es da. Richtig eng wurde es im Jahr darauf. Für die geplante Vorstandswahl im September 2013 fanden sich zu wenig Kandidaten und schon gar kein Chef-Bewerber, sodass „Pegauer Gewerbeverein droht Auflösung“ keine Schwarzmalerei war. Die Wahl wurde verschoben, dennoch rauften sich die Mitglieder zusammen zur Aussage „Marke Gewerbeverein muss bestehen bleiben“.

Damals wurde ein Anschluss an den Nachbarn verworfen, da die Sorge um einen Identitätsverlust zu groß war. Zumal im November beim „Gewerbeverein Pegau mit neuem Kopf und Schwung“ Optimismus verströmt wurde. Albrecht Landgraf, gerade eingetreten, rückte gleich ganz nach vorn, auch Vize Walter Zink hatte nicht dem Vorstand angehört. Aber die „menschlich andere Situation“, zu der der Vorsitzende den neuen Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) zählt, hat offensichtlich nichts grundlegend geändert.

Der Groitzscher Vorstand hat zweimal zu einem Zusammengehen getagt. „Auch die Mitgliederversammlung in der Vorwoche nahm das positiv auf“, sagte der Vorsitzende Dieter Hager. „Wir haben ja keine Grabenkämpfe mit Pegau.“ Ein Möglichkeit sei, teilten beide Chefs im gemeinsamen Schreiben den Elsterstädtern mit, dass diese den Verein wechseln, im Frühjahr eine Namensänderung in „Gewerbeverein Groitzsch-Pegau“ erfolgt und im Herbst ein neuer Vorstand gewählt wird. Hager wird mit seinen Stellvertretern Steven Stötzner und Tom Albrecht am Donnerstag in der Badgaststätte an der Sitzung teilnehmen. Der Beginn ist 19.30 Uhr.

Von Olaf Krenz

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