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Borna Pegauer Handwerksfamilie verzweifelt an Denkmalauflagen für alte Apotheke
Region Borna Pegauer Handwerksfamilie verzweifelt an Denkmalauflagen für alte Apotheke
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19:02 23.04.2018
Kay Poser vor der alten Apotheke in der Helbigstraße in Pegau. Seit Jahren bemüht er sich um die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses. Quelle: Jens Paul Taubert
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Pegau

Mitten in der Pegauer Altstadt, keine 200 Meter Luftlinie von Rathaus und Marktplatz entfernt, ist das alte Apothekengebäude von 1636 nur noch ein Schatten seiner selbst. Der einst stolze Komplex in der Helbigstraße 22 steht seit fast 20 Jahren leer, ist schutzlos Wind und Wetter ausgesetzt und verfällt vor den Augen der Pegauer. Offenbar kann hier nur eine Intensivbehandlung weiterhelfen.

Das alte Pegauer Apothekengebäude von 1636 steckt voller Geschichte. Doch der einst stolze Komplex im Zentrum steht seit fast 20 Jahren leer und verfällt vor den Augen der Pegauer.

Auf einer Auktion vor sechs Jahren hatten Karen und Kay Poser das Haus von einem Privatbesitzer ersteigert: 650 Quadratmeter geballte Historie, verteilt auf drei Stockwerke im Vorder- und Hinterhaus, ein breiter Treppenflur und der rustikale Gewölbekeller – die Pegauer Handwerksfamilie hatte sich damit eine Lebensaufgabe an Land gezogen.

„Wollen Bleibendes für die Stadt schaffen“

„Wir möchten gerne etwas Bleibendes für die Stadt schaffen und die Innenstadt wieder ein Stück mehr beleben“, sagt der Tischlermeister über seine Beweggründe. Er kenne die Apotheke noch aus seiner Kinder- und Jugendzeit und will dem Haus nun zu einem dritten Frühling verhelfen.

Doch dem tüchtigen Handwerksmeister sind Grenzen gesetzt – in Gestalt des Denkmalschutzes. „Wenn nicht die übertrieben vielen Auflagen wären, könnten wir längst schon fertig und das Haus bewohnt sein“, ärgert er sich über die bürokratischen Hürden.

Denkmalbehörde legt stets Veto ein

Mehrere Sanierungs- und Umbauvorschläge hatte Kay Poser bereits eingereicht, überregionale Behörden kontaktiert und einen Entwurf vorgelegt, der vom Bauamt genehmigt wurde. „Doch jedes Mal hieß es Nitschewo. Die Denkmalbehörde rückt keinen Zentimeter von ihren Vorgaben ab, es wird einem wirklich das Leben schwer gemacht.“

Nach einer ersten Schätzung gehen die Besitzer von rund 770 000 Euro Sanierungskosten aus. „Wir wollen hauptsächlich einheimische Firmen nehmen, aber auch viel selber machen, um Kosten zu sparen“, erzählt der Tischlermeister mit eigener Werkstatt.

Zwei Doppelhaushälften und vier Wohnungen geplant

Vorgesehen sind im hinteren Bereich zwei Doppelhaushälften mit je 130 Quadratmetern Wohnfläche sowie vier Wohnungen im Vorderhaus – einmal 90 Quadratmeter im Erdgeschoss, zwei 70-Quadratmeter-Wohnungen im ersten Stock sowie eine 100-Quadratmeter-Wohnung im zweiten Obergeschoss.

Dafür soll das „riesengroße Treppenhaus umgebaut und etwas verkleinert werden“, berichtet Kay Poser. „Aber hier hat der Denkmalschutz auch wieder etwas dagegen...“

Hausbesitzer starten letzten Versuch

Noch einen Versuch möchten die Eigentümer starten, mit Rückendeckung durch die Stadtverwaltung Pegau und das Architekturbüro Albus – „aber dann verlässt uns der Mut“, sagt der Eigentümer klipp und klar. „Wir möchten gerne höherwertig sanieren, denn es gibt eine große Nachfrage nach ordentlichem Wohnraum im Stadtzentrum. Manche Nachbarn fragen mich schon, wann sie einziehen können...“, so der Bauherr.

Aber das Projekt stehe und falle mit dem Einverständnis der Denkmalbehörde, die ihren Stempel bisher immer verweigert hat. „Wenn es dieses Mal wieder nicht klappt, werden wir das Haus wohl oder übel wieder verkaufen müssen.“

Von Kathrin Haase

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