Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Pegauer Karneval feiert Gala zur 55. Saison
Region Borna Pegauer Karneval feiert Gala zur 55. Saison
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:09 02.12.2018
Glückwünsche vom Connewitzer Carneval Club nehmen Pegaus Karnevalspräsident Heiko Günther (vorn, v. r.) und das Prinzenpaar Mario II. und Annett II. entgegen. Quelle: Lucie Lorbeer
Pegau

Erst brach über die Gäste die volle Wucht des Pegauer Karneval-Klubs (PKK) herein. Dann beglückwünschten sie die Narren der Elsterstadt zum Jubiläum. Und allein diese Gratulationscour dauerte so lange wie andernorts das gesamte Programm. Das in Pegau allerdings fesselte die Zuschauer für vier Stunden an die Volkshausstühle.

Pegauer Gala wird zur Hüttengaudi

Dabei enthielt es nicht mal aufgehübschte Stücke aus den fünfeinhalb Jahrzehnten Vergangenheit. An frühere Zeiten erinnert wurde lediglich bei der Begrüßung ehemaliger Prinzenpaare und Alterspräsidenten sowie Ehrungen einzelner Akteure. Vielmehr war alles frisch zusammengestellt unter dem Saisonmotto „Hüttengaudi, Après-Ski – unsere 55. feiern wir wie nie!“ Aber nur für die lediglich zwei Abendveranstaltungen im November – am neuen Programm für Februar/März wird längst gefeilt.

Der Pegauer Karneval-Klub (PKK) feiert seine 55. Saison unter dem Motto „Hüttengaudi, Après-Ski – unsere 55. feiern wir wie nie!“ Bei der umjubelten Gala im Volkshaus gratulierten 24 Vereine und Gäste zum Jubiläum.

Tänzer sorgen für Gänsehaut

Bereits beim Tanz-Medley in der Eingangszeremonie tobte der Saal ob der Leistungen von Jugend-, Junioren- und Funkengarde sowie Tanzklub Rot-Weiß. PKK-Präsident Heiko Günther sprach später von seinem ersten Gänsehaut-Moment des Abends, als die Tänzerinnen so gefeiert wurden. Nicht nur deshalb würdigte er Trainerin Samira Liebau, die alle diese Gruppen und noch Solisten betreut. Wolfgang Six, der Minister des gesprochenen Wortes und Elferratsmitglied, hielt die gereimte Jubiläumslaudatio „Die Elf ist unsere schönste Zahl, wir feiern sie zum fünften Mal“. Demnach ist Pegaus Karneval in Sachsen so bekannt, „als wenn hier seine Wiege stand“.

Rund um Schnee und Après-Ski

Dann drehten sich die Auftritte, moderiert von Schneegestöber (Verena Lippold) und Schneemann Olaf (René Voigtmann), tatsächlich um Winter, Hochgebirge und den Spaß dort. Das begann mit der Doppelbütt der Schneekugeln Heike und Anke, die ihre Figur und das Alter auf die Schippe nahmen. „Dick ist schick, und Schönheit braucht ihren Platz.“ „Ich bin jetzt in einer Lebensphase zwischen gepflegt aussehen und gepflegt werden.“ Das Publikum grölte, ein Großteil hatte sich wohl wiedererkannt.

Fridolin, der Hüttenmusikant, alias Uwe Heimann, rockte wie AC/DC „Auf’m Heimweg wirds hell“; er ahnte, wie lange die Hüttengaudi geht. Die Jugendgruppe Rasselbande tanzte durch die Skischule. In der Slapsticknummer der Prinzengarde fuhren die Vergnügung suchende Seniorinnen per Silberlockenexpress zur Party in die Berge und benötigten Unterstützung von den Schneewegschiebeboys.

Elferrat singt Partykracher

Der Elferrat, hier mit 16 Akteuren, sonst gar 24 Köpfe stark, rief in Dirndl und Lederhosen in seinem Medley mit Schunkelliedern und Partykrachern auf: „Stürmt die Hütte, heute reißen wir sie ab.“ Die Männertanzgruppe „Die Taktvollen“ fuhr nicht nur Ski, sondern auch Bob und zeigte Schuhplattler. Mit dem Titellied des Trickfilmklassikers „Heidi“, das der Saal mitsang, sowie der Ambosspolka begeisterten die Pauken und Trompeten, Saxofon und Klarinetten von Elsterbeat. Und die Frauentanzgruppe Sektperlen brillierte als Schneeköniginnen in grandiosen Kostümen.

Zudem hatten die Tanzmariechen Fabienne und Samira, Chayenne und Laila sowie die Jump-Crew umjubelte Einsätze. Der Tanzklub Rot-Weiß gefiel mit seiner Burlesque-Show. Heidi und Hertha erzählten zwischen ein paar Schlückchen Eierlikör vom Skiurlaub und hatten sogar Bürgermeister Frank Rösel zu einem lustigen Filmchen überredet. Die Woman in Black gackerten als „4 Hühner in Black“ über die Bühne. Und Büttenrednerin „Cordula Grün“ gab ihr Debüt.

Erste Prinzessin nach Klubgründung 1964

Bärbel Sperling war die erste PKK-Prinzessin nach der Gründung 1964. Quelle: Olaf Krenz

Überwältigt vom Gesehenen war Bärbel Sperling. „Ich bin so stolz, wie sich der Verein weiterentwickelt hat“, sagte die erste Karnevalsprinzessin nach der PKK-Gründung 1964. Die damalige Lehrerin hatte auf die Anfrage sofort zugesagt. „Das war schon schwer, wir haben ja aus dem Nichts angefangen.“ Zehn Jahre habe sie mitgearbeitet. Inzwischen wohnt die 78-Jährige in Zwenkau. „Aber den Pegauer Karneval halte ich noch immer hoch. Für alle Trainer und Verantwortlichen ein großes Lob. Daumendrücken, dass ich auch beim 60. dabei sein kann.“

Lob und Glückwünsche der Gratulanten

Nach dem großen Finale lobte Landrat Henry Graichen (CDU), aus Neukieritzsch nicht ganz faschings-unbeleckt, das „tolle, niveauvolle Programm“. Und er dankte dem PKK, dass er den „Karneval auf dem Saal und auf der Straße beim legendären Umzug“ hochhält und bei Wettbewerben in Sachsen Spitzenplätze einfährt. Bürgermeister Rösel (parteilos) hob die Jugendarbeit hervor. Etwa 150 Nachwuchs-Akteure sind unter den 250 Mitgliedern. Der Verein trage den Ruf der Stadt über ihre Grenzen hinaus. „Und Ihr schafft es jedes Jahr in die Staatskanzlei in Dresden, was nicht mal mir gelingt.“

Scharmützel PegauGroitzsch müssen sein

Als Gratulanten schlossen sich in einer Glückwunschparade 21 Faschingsvereine und die Pegauer Schützen an. Darunter aus der Nachbarstadt der Groitzscher Carneval Club (GCC) und der Carnevalsverein „Schnaudertaler Burgnarren“ (CSB). Die versuchten eine kleine Revanche. Hatten doch zuvor die Pegauer getönt, das Prinzenpaar Annett II. und Mario II. aus einem Groitzscher Ortsteil gelotst zu haben, weil in der Elsterstadt die Kultur gemacht und besser gefeiert werde.

Nun sprach CSB-Präsident Frank Neumann von 55 Jahren Karneval in Pegau bei Groitzsch, weil die Schusterstadt drei Vereine hat. Er erkannte aber lachend die ein Jahr längere Tradition in Pegau an. Und für GCC-Prinz Robert I., der als Elstertrebnitzer die gemeinsame Region hervor, war das Programm nur der „absolute Wahnsinn“. PKK-Präsident Günther zeigte sich versöhnlich: „Wir sind alle Karnevalisten. Nur gemeinsam sind wir stark.“

Von Olaf Krenz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einem Programm auf der kleinen Marktbühne wurde der Bornaer Weihnachtsmarkt am Samstag eröffnet. Noch bis zum vierten Advent lockt das bunte Markttreiben Besucher in die Innenstadt.

02.12.2018

Ihre Spuren haben zwei Sprayer am Samstag auf dem Betriebsgelände der Preßnitztalbahn in Espenhain hinterlassen. Die Polizei konnte die Täter auf frischer Tat stellen.

02.12.2018

Bewohner aus Pegau, Elstertrebnitz und Regis-Breitingen besuchen sich gegenseitig, singen, essen und plaudern im Lichterschein. Die LVZ gibt einen Überblick über die Adventsfensterwege in der Region.

01.12.2018