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Borna Pegauer Klostergarten ist noch bis 11. Juni Bildhauer-Werkstatt auf Zeit
Region Borna Pegauer Klostergarten ist noch bis 11. Juni Bildhauer-Werkstatt auf Zeit
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13:18 03.06.2016
Bildhauer Rainer Pleß möchte dem „Wartenden“ am Pegauer Bahnhof eine steinerne Gefährtin mit Kind an die Seite stellen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Pegau

Eine Bildhauer-Werkstatt unter freiem Himmel haben seit Sonnabend vier befreundete Künstler im Pegauer Klostergarten aufgeschlagen: Rainer Strege und Markus Petersen aus Leipzig, der Greizer Gerd Kaden und Rainer Pleß von der Galerie „Blaues Haus“. Sie sind längst keine Unbekannten mehr in Pegau, haben bei vergangenen Pleinairs Figuren wie „Die Tänzerin“, „Der Koloss von Pegau“, „Die Ruhende“ und „Der Wartende“ geschaffen. Insofern ist die zehnte Ausgabe des Bildhauerpleinairs in diesem Jahr eine Art Klassentreffen für sie.

Vier befreundete Bildhauer und zwei Gäste haben ihre Werkstatt im Pegauer Klostergarten aufgeschlagen. Das zehnte Pleinair dauert noch bis zum 11. Juni. Bergfest mit einem Kurzfilmabend ist am 4. Juni.

Geburtstagsgäste der besonderen Art sind der Polizist Hamid aus dem Irak, der seit einem halben Jahr in Elstertrebnitz lebt, und Hans-Dieter Halbach aus Pegau. Beide hatten sich an einem Fotorätsel beteiligt und den Platz beim Pleinair gewonnen. „Das Preisausschreiben war nicht ganz einfach, aber lösbar. Und es hat großen Spaß gemacht“, erklärt Hans-Dieter Halbach, der zehn Richtige hatte. „Ich bin mit meiner Frau mehrfach durch Pegau gelaufen und habe die Motive gesucht. Es waren teilweise so filigrane Details abgebildet, da musste man schon mehrmals hinschauen“, sagt der 62-jährige Verkaufsleiter. Einen leichten Sieg habe er auch nicht gewollt.

Nun steht der Kunstliebhaber Tag für Tag im Klostergarten und feilt an seiner Skulptur. „Hamid und ich haben uns unabhängig voneinander für einen Fisch entschieden“, lacht der 62-Jährige, dem der Spaß ins Gesicht geschrieben steht. Kraftvoll bearbeitet er den harten Cottaer Sandstein mit Zahneisen und Knüpfel, will damit nach einem Entwurf von Rainer Pleß seinen eigenen Pegauer Klostergartenfisch kreieren. „Ich bin der Azubi und es macht mir riesigen Spaß, hier mitzumachen.“

Halbach besucht schon viele Jahre die Ausstellungen sowohl im „Blauen Haus“ als auch die Pleinairs. „Mich fasziniert ganz einfach, was Familie Pleß alles für Pegau geschaffen hat. Das ist ein Aushängeschild für unsere schöne Stadt.“ So ähnlich sieht es wohl auch ein kleiner Junge aus dem Kindergarten. Diese Woche kam er mit Taucherbrille, Meißel und Hammer bewaffnet in den Klostergarten, um „bei den Männern mitzumachen“, wie er sagte. Aus einem Stein gestaltete er ein kleines Gespenst.

Gerd Kaden kann das Kompliment an die Gastgeberin Bärbel Pleß nur weitergeben. „Ich komme gerne hierher, es ist ein angenehmes Arbeiten in schöner Umgebung.“ Nach einem Gipsmodell arbeitet der Greizer detailgenau zwei verschmelzende Körper in den Sandstein, die Seitenansicht ergibt eine Körperlandschaft. „Zweisam“ soll sein Werk einmal heißen.

Markus Petersen hat noch keinen Titel für seine Figur gefunden. „Es wird weder Männlein noch Weiblein“, sagt der Künstler, der sich gern auch überraschen lässt. „Mal sehen, was der Stein zu mir sagt.“

Anders als Kaden und Petersen hat sich Rainer Strege Holz ausgesucht. Eine Esche aus dem Poetenweg. Das Edelholz sei recht hart, meint Rainer Pleß, es reiße sehr schnell und verlange dem Künstler einiges an Muskelkraft ab. Nichtsdestotrotz wolle er daraus eine Frauengestalt formen, die einen kleinen Drachen im Arm hält und auf einem Ruhekissen lehnt. Einen Namen dafür habe er noch nicht, erklärt Strege.

Rainer Pleß sorgt dagegen für eine Familien-Zusammenführung am Bahnhof. Sein „Wartender“ stehe recht einsam am Bahnsteig, und nun wolle er ihm eine Frau mit Kind dazustellen. „Ob er das will, weiß ich nicht. Aber er kriegt sie“, lacht der Bildhauer. „Der Bahnhof wird also langsam bevölkert.“

Am 4. Juni feiert das zehnte Pleinar Bergfest. Dazu laden die Künstler und der Heimatverein zu einem Kurzfilmabend in den Biergarten hinterm Volkshaus ein. Los geht es 21 Uhr.

Von Kathrin Haase

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