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Borna Pegauer Oldtimertreffen: Liebhaber umschwärmen 95-jährige Harley
Region Borna Pegauer Oldtimertreffen: Liebhaber umschwärmen 95-jährige Harley
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00:21 21.09.2017
Thomas Eisenschmidt (M.) ist mit seiner Harley-Davidson aus dem Jahr 1922 ein Anziehungspunkt beim Pegauer Oldtimertreffen. Quelle: Olaf Krenz
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Pegau

Das Bangen der Pegauer Organisatoren wegen des Wetters war unnötig. Bei schönstem Sonnenschein fand am Sonntag ihr 14. Oldtimertreffen auf dem Kirchplatz statt. Mit rund 300 Fahrzeugen vom Hühnerschreck bis zum Lanz-Traktor sowie Hunderten Besuchern war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Zumal bei der Ausfahrt keiner auf der Strecke blieb.

Rund 300 Fahrzeuge vom Hühnerschreck bis zum Lanz-Traktor geben sich auf dem Pegauer Kirchplatz ein Stelldichein. Nachdem beim letzten großen Oldtimertreffen des Jahres in der Region Hunderte Besucher die Schmuckstücke ausgiebig betrachtet haben, nehmen die Besitzer die Dreiländerausfahrt in Angriff.

Den längsten Anfahrtsweg mit fast 130 Kilometern hatte ein Pkw BMW Dixi aus dem Jahr 1930 absolviert. Ein VW Golf I Cabrio von 1981 war aus Oschatz gekommen, auch aus dem vogtländischen Oelsnitz und dem erzgebirgischen Aue-Schwarzenberg gab es Teilnehmer. „Der Großteil stammt aber aus Leipzig und unserem Landkreis“, sagte Steven Stötzner. Der Vorsitzende des Vereins Oldtimerfreunde Pegau hatte selbst einen Lada aus den 80er-Jahren eingereiht. Überhaupt fand sich eine Vielzahl von Modellen aus DDR-Zeiten, vor allem von den Marken Wartburg, Trabant sowie Simson (Moped). „Wir haben 265 Fahrzeuge gezählt und in die Listen eingetragen, mehr ging nicht. Aber da sind gut und gerne noch 30, 40 mehr auf dem Kirchplatz“, so Stötzner. „Das sind weit mehr, als wir erwartet hatten.“ Da locke wohl auch die passende Atmosphäre in der Altstadt. „Und wir sind wohl das letzte größere Treffen des Jahres in der Region.“ Ebenso zufrieden zeigte er sich mit dem Zuschauerzuspruch.

Kurz war die Anreise für Thomas Eisenschmidt aus einem Groitzscher Ortsteil, der viele Fragen zu seiner Harley-Davidson, Baujahr 1922, beantworten musste. Nach dem Kauf 2009 hatte er das „technisch verbrauchte“ Motorrad in langwieriger Kleinarbeit in einen fahrbereiten Zustand versetzt. „Das waren zweieinhalb Jahre Vollrestauration“, so der 50-Jährige. Seit fünf Jahren ist er mit der Harley auf den Straßen unterwegs, hat inzwischen rund 5000 Kilometer zurückgelegt, „ohne Probleme und Ausfall“. Sie sei für lange Strecken ausgelegt und müsse zügig gefahren werden, Tempo 80/90 – aber vorausschauend, da das Bremsen langsamer funktioniert als bei heutigen Exemplaren. Seiner ersten Teilnahme in Pegau könnten weitere folgen, sagte er.

Schon mehrfach dabei war Heinz-Jürgen Schunke aus Lochau (Saalkreis). Mit seinem Opel P 4 (für vier Personen) von 1937 hat er sich ein Stück Jugendzeit zurückgeholt. „Als ich Kind war, hatten wir so ein Auto. Nun war die Zeit reif, daran anzuknüpfen.“ Ein Alltagsfahrzeug sei es zwar nicht, schon allein wegen der Seilzugbremsen, doch er fahre schon immer mal damit, wie bei der Schnauferl-Rallye in Mecklenburg. „Der Zustand des Opel ist gut. Bei einem neuen Auto hätte ich mehr Probleme“, meinte der 69-Jährige mit dem markanten Bart schmunzelnd.

Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) hat durchaus ein Faible für Oldtimer. „Nach der Wende hatte ich zwei Schwalben, hab die Mopeds dann aber verschenkt. Ich kann nicht alle Hobbys mitmachen“, sagte der Geflügelzüchter. „Prima, dass das Treffen so viele Leute nach Pegau zieht.“ Im nächsten Jahr kann dann auch der Markt nach dem Sanierungsende wieder für die größeren Fahrzeuge genutzt werden versprach er.

Von Olaf Krenz

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