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Borna Pegauer Stadtrat und Angler kämpft für Biotop am Carsdorfer Teich
Region Borna Pegauer Stadtrat und Angler kämpft für Biotop am Carsdorfer Teich
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00:29 26.02.2018
Der Verkauf eines Teilgrundstücks am Carsdorfer Teich in Pegau ist vorerst ausgesetzt. Quelle: Andreas Döring
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Pegau

Angler sind bei ihrem Hobby im Allgemeinen ganz ruhige Zeitgenossen. Für Horst Gutzschebauch trifft das in der Regel auch zu, wenn er seinen Verpflichtungen als Abgeordneter der Wählergemeinschaft Pro Pegau in den Stadtratssitzungen nachkommt. Als jüngst aber der Verkauf eines Teilgrundstücks in der Gemarkung Carsdorf auf der Tagesordnung stand, sprach er sich mit ungewohnter Vehemenz gegen das Ansinnen aus.

Reihenhäuser und Eigenheime

Es geht dabei um eine Fläche am Rande des Carsdorfer Teiches, die nach dem Beschlussentwurf der Stadtverwaltung das Areal für ein künftiges Wohngebiet erweitern soll. Wie berichtet, hatte die Immobilienfirma Prometheus Real Estate aus Markkleeberg rund 30 000 Quadratmeter ge­kauft. Sie plant dort nach ersten Entwürfen mit drei Reihenhäusern für 16 Familien sowie 16 Eigenheimen. Im vergangenen Jahr war dafür der Bebauungsplan „Wohnen am Angelteich“ in Angriff genommen worden. Die nordöstlich gelegenen Baugrundstücke könnten mit dem jetzt zur Debatte stehenden Flecken aufgewertet werden, hieß es in der Beschlussbegründung. Als Verkaufspreis wurden zwei Euro pro Quadratmeter benannt – wegen verschiedener schon einberechneter Ablagerungen, zuzüglich aller Nebenkosten.

Grundstück / Gelände Am Angelteich Pegau. Foto: Andreas Döring BOG MTL Quelle: Andreas Döring

Als Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) „vorhandene Altlasten“ und „mächtige Schichten“ erwähnte, weil das Gelände „zu DDR-Zeiten als Deponie“ in Anspruch genommen worden war, widersprach Gutzschebauch. „Das Gewässer haben wir Angler schon vor 50 Jahren als Aufzuchtteich vor allem für Karpfen genutzt“, sagte er. Das sei aus seiner Sicht ein naturbelassenes Grundstück. Er denke, dass die Fläche nicht verseucht ist. Sie habe sich zum Biotop entwickelt. „Schon in den 1970er-Jahren war dort der Eisvogel.

Der Eisvogel ist hier heimisch. Quelle: Thomas Kube

Viele Arten von Amphibien leben dort. Und es ist die letzte Ecke für Hasen bei uns“, schwärmte Gutzschebauch. „Uns würde ein tolles Stück Natur unwiederbringlich verloren gehen, wenn wir das Gebiet verkaufen.“ Außerdem werden in einem solchen Fall die Interessen des Anglervereins missachtet; drei Mitglieder waren zur Verstärkung in die Sitzung gekommen. Gutzschebauch sprach sich klar gegen einen Verkauf aus und beantragte, den Tagesordnungspunkt zu verschieben. Er lud die Ratskollegen ein, sich mit den Anglern dort umzuschauen.

Verkauf ist von der Tagesordnung

Auf Nachfrage erklärte Bauamtsleiter Gunther Grothe, dass er die Fläche auf 1500 Quadratmeter schätzt. „Die Grundstücksgrenzen sind noch nicht festgelegt und vermessen. Das Areal soll aber nicht bis zum Wasser gehen.“

Bürgermeister Rösel hatte kein Problem mit dem Vorstoß des Pro-Pegau-Abgeordneten. „Es eilt ja nichts.“ Bei der Abstimmung sprachen sich 15 Stadträte bei einer Enthaltung dafür aus, den Verkauf von der Tagesordnung zu nehmen und in die Ausschüsse zu verweisen. Die Petrijünger-Besucher verließen zufrieden die Sitzung.

Von Olaf Krenz

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