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Borna Pegauer spenden schon 16.000 Euro für Klage gegen Deponiepläne
Region Borna Pegauer spenden schon 16.000 Euro für Klage gegen Deponiepläne
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17:03 08.02.2017
So ähnlich könnten die künftigen Lieferungen in der geplanten Mineralstoffdeponie Profen Nord aussehen – hier: Bauschutt aus einem stillgelegten Kraftwerk. Quelle: dpa
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Pegau

In Pegau wächst der Widerstand gegen die Mineralstoffdeponie Profen Nord. Das zeigt sich nicht zuletzt an der Spendenbereitschaft in der Bevölkerung. Laut Stadtchef Frank Rösel (parteilos) sind bisher fast 16 000 Euro auf einem Sonderkonto zur Finanzierung der beiden Klagen eingezahlt worden – für ihn ein klares Bekenntnis gegen die Deponie. Er bittet die Einwohner von Pegau und den Ortsteilen sowie der Nachbarkommunen zugleich um weitere Spenden, rechnet die Kommune doch mit Rechtskosten im mittleren fünfstelligen Bereich.

Die geplante Mineralstoffdeponie ist im Moment das größte Sorgenkind für die Elsterstadt. Laut Planfeststellungsbeschluss soll sie rund zweieinhalb Kilometer westlich von Werben, unmittelbar hinter der Landesgrenze auf Sachsen-Anhaltiner Gebiet errichtet werden. Auf 37 Hektar will die Mitteldeutsche Umwelt- und Entsorgung GmbH (Mueg) Abfälle aus Kraftwerken und Verbrennungsanlagen, aus der Eisen- und Stahlindustrie sowie Bitumengemische, Kohlenteer, Dämmmaterial und sogar asbesthaltige Baustoffe lagern. Der Deponiebetrieb ist auf 30 Jahre ausgelegt und reckt sich nach seiner Fertigstellung fast 50 Meter über das Gelände, berichtet Rösel weiter. Die Fläche entspricht etwa 52 Fußballfeldern.

Doch Pegau ist nicht bereit, diese Kröte aus Staub, Lärm und Verkehrsbelastung zu schlucken, und hat sich juristischen wie fachlichen Beistand geholt. Da die Erfolgsaussichten einer städtischen Klage eher gering waren – weil das Areal auf Hohenmölsener Flur liegt – reichten die Nabu-Landesverbände Sachsen-Anhalt und Sachsen auch im Pegauer Interesse und auf Kosten der Stadt Klage beim Verwaltungsgericht in Halle ein.

„Unsere Ortsteile Werben, Sittel, Thesau und Kitzen liegen in der Hauptwindrichtung und hätten mit einer enormen Staubbelastung zu kämpfen“, benennt Rösel den wichtigsten Kritikpunkt. „Jeder Pegauer hat schon einmal erlebt, wenn bei starkem Wind eine Staubwolke aus dem Tagebau Profen über unsere Stadt fegt. Dann wird es dunkel in den Straßen. Und das Gleiche droht uns mit der Deponie.“ Hinzu komme, dass dort gefährliche Stoffe wie Asbest abgelagert werden sollen, die gewaltige Verkehrsbelastung und eine mögliche Gefährdung des Grundwassers. Die Kippenfläche befinde sich nur rund 200 Meter vom zukünftigen Domsener See entfernt und mache eine Naherholung dort nahezu unmöglich.

Warum geht man denn nicht nach Cröbern und lastet diese Deponie weiter aus, stellt Frank Rösel die Frage in den Raum. „Dort freut man sich über jede Lieferung.“ Und es sind gerade mal 19 Kilometer Luftlinie dorthin.

Die Klagen der beiden Naturschutzverbände wurden mittlerweile an das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt in Magdeburg verwiesen. Darüber hinaus stellten sie im Dezember jeweils einen Eilantrag, um die aufschiebende Wirkung der Klage herzustellen. „Sonst tritt Baurecht ein, und das wär’s gewesen. Wir möchten verhindern, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden“, erklärte der Pegauer Stadtchef. Eine Gerichtsentscheidung könne sich immerhin zwei, drei oder mehr Jahre hinziehen, und in dieser Zeit hätte die Mueg bauen dürfen. „Damit würden Tatsachen geschaffen, die wir gar nicht wollen. Und das sollten wir unbedingt verhindern.“

Unter dem Kennwort „Gegen die Deponie“ können auf das extra eingerichtete Konto bei der Sparkasse Leipzig, IBAN DE66 8605 5592 1090 1492 35, Spenden eingezahlt werden.

Von Kathrin Haase

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