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Borna Pegauer wehren sich mit Großdemonstration am 29. April gegen geplante Deponie
Region Borna Pegauer wehren sich mit Großdemonstration am 29. April gegen geplante Deponie
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07:00 15.03.2017
Die Deponie Cröbern liegt gerade einmal 20 Kilometer von dem Areal der geplanten neuen Deponie entfernt. Pegaus Bürgermeister spricht sich dafür aus, die Abfälle dorthin zu bringen. Quelle: Andre Kempner
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Pegau

Noch immer ist die im August eingetroffene Hiobsbotschaft nicht vom Tisch. Doch Pegau wehrt sich nun mit Hilfe anderer Mittel gegen die Pläne der Mitteldeutsche Umwelt- und Entsorgung GmbH (Mueg). Die will zwischen Werben und Großgörschen hinter der Landesgrenze in Sachsen-Anhalt die Mineralstoffdeponie Profen Nord errichten und betreiben (die LVZ berichtete). Deshalb wird sich die Stadt im April nun an einer Großdemonstration beteiligen, an der unter anderem auch verschiedene Bürgerinitiativen (BI) teilnehmen.

Der Burgenlandkreis hatte die Pläne der Mueg bereits genehmigt. Pegau hingegen will sich nicht fügen – und holt gleich mehrere Trümpfe aus dem Ärmel. Einer davon: Die Stadt hat angekündigt, die Klagen der Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu finanzieren, weil die Deponie erhebliche Auswirkungen auf die Ortsteile Kitzen, Werben, Sittel und Thesau hätte. Doch weil die Mittel schlicht fehlten, bat die Stadt ihre Anwohner und die der Nachbarkommunen um finanzielle Unterstützung. Mit Erfolg: 17 000 Euro sind bis heute dafür zusammengekommen.

Die andere Variante, mit der Pegau hofft, das Blatt doch noch wenden zu können, ist die Demonstration. Am Sonnabend, 29. April, haben Stadt, die BI „Zukunft statt Braunkohle“ aus Lützen und die Ortsgruppe Lützen vom BUND eine Radtour zum Standort der geplanten Deponie in der Nähe des Monarchenhügels in Großgörschen/Werben organisiert. Dort treffen sich die Radler aus Pegau mit denen aus Leipzig und Lützen zu der Demonstration. Ihr Dabeisein haben unter anderem die Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking, der Vorsitzende des BUND Sachsen und der Geschäftsführer des BUND Sachsen-Anhalt angekündigt. Außerdem wird Jens Hausner von der BI Pödelwitz Stellung zu dem Vorhaben nehmen. Der 29. April übrigens ist gut gewählt, ist das schließlich der Tag der erneuerbaren Energien.

Die Mueg, die jeweils zur Hälfte dem Bergbauunternehmen Mibrag und Remondis gehört, plant auf der Gemarkung Großgrimma eine Deponie über Tage, die nach Abschluss eine Fläche von rund 37 Hektar einnimmt (das entspricht in etwa 52 Fußballfeldern), die 30 Jahre lang betrieben werden soll und sich 50 Meter hoch über das Gelände erhebt. Neben Abfällen aus Kraftwerken und Verbrennungsanlagen sollen beispielsweise auch Bitumengemische, Kohlenteer, Dämmmaterial und asbesthaltige Baustoffe gelagert werden. Das Planfeststellungsverfahren sieht einen Sofortvollzug vor. Heißt: Im Frühsommer könnte Baubeginn sein. Um aber nun eine aufschiebende Wirkung zu erreichen, wurden Klagen eingereicht und zudem ein Eilverfahren angestrebt.

Was Pegaus Rathauschef nach wie vor kritisiert, ist der Umgang der Mibrag mit den an die künftige Deponie angrenzenden Kommunen. Zwar gebe es zwischen der Elsterstadt und dem Bergbauunternehmen einen Nachbarschaftsvertrag, „doch in gemeinsamen Gesprächen ist von einer Deponie nie die Rede gewesen“, macht Rösel deutlich. Dabei befinde sich die Kippenfläche nur rund 200 Meter vom zukünftigen Domsener See entfernt und mache eine Naherholung dort nahezu unmöglich. Die Pegauer Ortsteile seien zudem von hoher Staubbelastung und verstärktem LKW-Verkehr betroffen. Rösel spricht sich noch immer dafür aus, die Abfälle zur Deponie Cröbern zu bringen. Schließlich würden zwischen dem Neubau und dem bestehenden Areal gerade einmal rund 20 Kilometer liegen.

Unter dem Kennwort „Gegen die Deponie“ können auf das extra eingerichtete Konto bei der Sparkasse Leipzig, IBAN DE66 8605 5592 1090 1492 35, weiterhin Spenden eingezahlt werden.

Von Julia Tonne

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