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Pegauer ziehen mit Spaten nach Wiederau: Aufforstung am Sender

Pflanzaktion Pegauer ziehen mit Spaten nach Wiederau: Aufforstung am Sender

Für ein neues Waldgebiet werden die Pegauer am 8. April wieder einmal zum Spaten greifen. In den Vorjahren gab es mehrere Pflanzaktionen auf der Hochkippe Profen im Westen der Stadt. Das hat dazu beigetragen, dass es rund um Pegau einen Baumbestand von etwa 80 Hektar gibt. Nun geht es an den Rand des nördlichsten Ortsteiles.

Acht Hektar in der Nähe des noch einen Funkmastes vom ehemaligen Sender Wiederau werden aufgeforstet.

Quelle: Mathias Bierende

Pegau/Wiederau. Für ein neues Waldgebiet werden die Pegauer am 8. April wieder einmal zum Spaten greifen. In den Vorjahren gab es mehrere Pflanzaktionen auf der Hochkippe Profen im Westen der Stadt. Das hat dazu beigetragen, dass es rund um Pegau einen Baumbestand von etwa 80 Hektar gibt. Nun geht es an den Rand des nördlichsten Ortsteiles. Auf dem Gelände des ehemaligen Senders Wiederau sollen zunächst gut acht Hektar Fläche aufgeforstet werden. Allerdings nicht an diesem einen Tag und auch nicht von den Einwohnern allein.

„Wir treffen uns 9.30 Uhr am Tor zur Senderanlage“, lud Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) in der Stadtratssitzung öffentlich ein. „Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und Spaten nicht vergessen.“ Ein Imbiss werde organisiert. Neben dem Engagement der Bürger wird vor allem eine Firma die Setzlinge in den Boden bringen. In Pegaus Auftrag hatte die Stiftung Wald für Sachsen für die Erstaufforstungsarbeiten drei Unternehmen angeschrieben. Das günstigste Angebot kam mit 36 200 Euro von der P&P (Pein & Pein) Dienstleistungs GmbH & Co. KG aus Eitelborn im Westerwaldkreis (Rheinland-Pfalz), die auch in Granschütz (Stadt Hohenmölsen, Sachsen-Anhalt) und bei Hof im Frankenwald Baumschulen be­treibt. Der Stadtrat erteilte ihr den Zu­schlag. „Die Mitarbeiter werden schon vorher beginnen, ehe wir unsere Pflanzaktion am 8. April durchführen“, sagte Bauamtsleiter Gunther Grothe.

Finanziert wird das Projekt zu 90 Prozent über Fördergelder. Den restlichen Anteil sowie die Kosten für die Pflege der jungen Bäume, bis sie gesichert sind, übernimmt die Stadt. Bürgermeister Rösel ruft die Einwohner außerdem auf, sich mit Spenden an die Stiftung Wald für Sachsen an der Mittelbereitstellung zu beteiligen. Das war schon bei den Aktionen der vergangenen Jahre so gehandhabt worden.

Die Stadt hatte 2013 ein rund 25 Hektar großes Areal der Senderanlage günstig für 10 000 Euro von der Telekom gekauft, als die keine Verwendung mehr dafür und einen der beiden Funkmasten gesprengt hatte. Einige Monate später war ein heftiger Streit entbrannt, ob für eine wirtschaftliche Nutzung dieses Bereichs im Landschaftsschutzgebiet ein Solarpark infrage kommt sowie ein Bebauungsplanverfahren und eine Investorensuche gestartet werden sollen. Das ging bis zu persönlichen Anfeindungen. Von Hetze, wahltaktischem Missbrauch und sogar Krieg war damals die Rede.

Nach mehreren Treffen und Ortsbegehungen war aber dann die Idee vom Tisch, und die Gemüter beruhigten sich. Zugleich hatten der Sachsenforst und die Stiftung Wald für Sachsen für eine forstwirtschaftliche Nutzung geworben, mit der ebenfalls einige Einnahmen erzielt werden könnten.

Dieses Vorhaben nahm die Stadt dann in Angriff. Allerdings dürfen gerade im Landschaftsschutzgebiet nicht einfach Bäume gepflanzt werden. Erst musste eine artenschutzfachliche Begleitplanung erarbeitet werden. Die Hürden sind nun genommen. Im Frühjahr können die Setzlinge in den Boden.

Stadtrat Silvio Bringer (Wählergemeinschaft Pro Pegau) sagte, dass die Kommune bisher einen kleinen Waldanteil besitzt. „Die Fläche am Sender hat 25 Hektar, da ist noch Potenzial.“ Sein Vorschlag war, dass die Verwaltung für ein Sponsoring doch noch einmal ans Bergbauunternehmen Mibrag, mit dem es doch einen Nachbarschaftsvertrag gibt, herantreten soll. Woraufhin er bitteres Lachen von einigen Abgeordneten erntete – angesichts der mit Pegauer Hilfe geführten Gerichtsklage gegen die Deponie der Mibrag-Tochter Mueg.

Margot Neubacher (Pro Pegau) stieß nach und fragte, wann denn der Rest der 25 Hektar bepflanzt wird. „Wir forsten gern auf, aber nicht alles“, hielt ihr Wiederaus Ortsvorsteher Michael Buth (Freie Wählervereinigung Wiederau) die Sichtweise des Dorfes entgegen.

Von Olaf Krenz

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