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Per Bus zum Einkauf in Borna: Für Deutzenerinnen gibt es Hürden

ÖPNV Per Bus zum Einkauf in Borna: Für Deutzenerinnen gibt es Hürden

Wer in einem kleinen Ort wohnt und trotzdem so reichhaltig und günstig einkaufen möchte, wie es die Supermärkte in den Städten und größeren Orten anbieten, der muss irgendwie dorthin gelangen. Mit dem Bus kann das beschwerlich sein, schildern zwei Frauen aus Deutzen. Sie machen sich regelmäßig auf den Weg nach Borna.

Christa Schröder (li.) und Tochter Katrin Zucher mit ihren Rollkoffern an einer Bushaltestelle in Borna.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch/Deutzen. Wer in einem kleinen Ort wohnt und trotzdem so reichhaltig und günstig einkaufen möchte, wie es die Supermärkte in den Städten und größeren Orten anbieten, der muss irgendwie dorthin gelangen. Wenn man, wie im Falle von Christa Schröder (74) und deren Tochter Katrin Zucher (47) selbst kein Auto zur Verfügung hat, führt kein Weg am öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorbei. Und das kann manchmal beschwerlich sein, wie die beiden schildern.

Die beiden Deutzenerinnen nutzen regelmäßig den Bus nach Borna. Wenigstens einmal in der Woche. Ausgestattet mit zwei voluminösen Rollkoffern, die Platz für einen mittelmäßigen Großeinkauf bieten, steigen sie dann meistens um 9.13 Uhr an der Haltestelle gegenüber der Kirche in den Bus. Noch sind die Rollkoffer leicht und lassen sich mit wenig Mühe in den Bus heben.

Drin aber, berichten die beiden, sei der Platz schon knapp. Meist stünden schon zwei, drei Kinderwagen im Bus, manchmal noch jemand mit Rollator. Und weil der Überlandbus nicht wie der Stadtbus eine große Stehplatzfläche hat, muss man sich drängen. „Wir stehen dann im Gang“, erzählt Christa Schröder, „und müssen an den Haltestellen die Tür frei machen“.

Besser wird es für die Frauen ab der Haltestelle Schwimmhalle. Dann steigen sie in einen Stadtbus, der sie zu Kaufland im Gewerbegebiet Am Wilhelmschacht bringt. Der senkt sich an den Haltestellen bis zur Bordkante ab, so dass der Rollkoffer, der nach dem Einkauf ordentlich schwer ist, hereingerollt werden kann. Was so nicht überall funktioniere. Nicht alle Busfahrer würden den Bus absenken, glauben die Frauen, und manchmal bleibe der Koffer zwischen Bus und Bordkante hängen.

Bis 2022 sollen alle Haltestellen barrierefrei sein

Beim Umsteigen an der Schwimmhalle wird es dann wieder kompliziert. Aussichtslos, dass die Frauen ihre schweren Gepäckstücke ohne fremde Hilfe in den Bus bekommen. Die Ausländer unter den Mitreisenden, so die Erfahrung der beiden, greifen eher zu, als Einheimische. Sind die beiden Frauen gegen 13 Uhr auf dem Rückweg, ist an einen Sitzplatz nicht zu denken, weil der Bus voll mit Schülern ist. Beim Ausstieg in Deutzen wird es dann noch einmal schwierig, die schweren Koffer müssen raus, hinunter auf die Bordsteinkante. „Im Großen und Ganzen“, sagen die beiden trotz aller Beschwernisse, „sind wir froh, dass es den Bus gibt.“

Ein Satz, über den Stephan Bog, Geschäftsführer des Busunternehmens Thüsac in Altenburg sich freuen dürfte. Weniger über die Kritik am Reisekomfort. Aus Sicht seines Unternehmens sei es auf der Strecke, die die beiden Deutzenerinnen nehmen, „bisher zu keiner Kapazitätsüberschreitung gekommen“. Was daran liegen mag, dass ein Buss nicht voll sein muss, es zwischen Kinderwagen, Rollkoffer und Rollator aber trotzdem recht eng sein kann.

Über eine Absenkvorrichtung verfügen laut Bog nicht alle Busse der Unternehmens. Außerdem seien nicht alle Haltestellen mit der dazu passenden Bordkantenhöhe gebaut. Der Gesetzgeber wolle, sagt Bog, bis 2022 alle ÖPNV-Haltestellen barrierefrei machen. Das aber sei Sache der Kommunen. Generell sei die Thüsac bestrebt, Busse mit maximaler Sitz- und Stehplatzkapazität sowie Absenkvorrichtung einzusetzen. In diesem Jahr schafft das Unternehmen für den Fahrbereich in Sachsen drei neue moderne Niederflurbusse an, kündigt Geschäftsführer Bog an.

Von André Neumann

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