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Personalmangel: In Regis-Breitingen kommt es zu Engpässen in Schule und Ortsteilen

Bauhofstelle unbesetzt Personalmangel: In Regis-Breitingen kommt es zu Engpässen in Schule und Ortsteilen

Nachdem eine im Bauhof von Regis-Breitingen frei gewordene Stelle nicht wieder besetzt wurde, häufen sich die Beschwerden. Sie kommen vor allem aus der Oberschule und aus den Ortsteilen. Besonders krass machte Dagmar Meißner, die Leiterin der Oberschule, kürzlich auf einer Stadtratssitzung ihrem Ärger Luft: „Man kann sich auch tot sparen“, rief sie in die Runde.

„Wir wollen die Ortsteile nicht außen vor lassen", sagt Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke).

Quelle: lvz

Regis-Breitingen/Ramsdorf. Dagmar Meißner wollte wissen, wer auf die Idee gekommen sei, an zwei Schulen die Hausmeister einzusparen. Drei Tage hatte die Schule keinen Hausmeister, und der Zeitraum fiel offenbar auch noch genau mit dem Fehlen der Sekretärin zusammen. Jetzt äußerte Rosmarie Hönig aus Hagenest in einem Leserbrief auch noch ihr Unverständnis darüber, dass die Stadt die Ortsteile links liegen lasse und dort eine Stelle im Bauhof einspare.

Der Hintergrund des Ärgers liegt einige Zeit zurück. Schon im Frühjahr ging ein Mitarbeiter des Bauhofes, der für Ramsdorf, Hagenest und Wildenhain verantwortlich war, in Rente. Die Stelle wurde nicht wieder besetzt. Diese Entscheidung sei im Verwaltungsausschuss gegen den Vorschlag der Verwaltung gefallen, sagte Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) der LVZ. Die Folge war, dass es bis heute auf dem Bauhofstützpunkt in Ramsdorf  für die drei Ortsteile nur noch eine Angestellte gibt, die vier Stunden am Tag arbeitet. Es sei dann, sagte Lenk, gefordert worden, einen der beiden Hausmeister der Schulen nach Ramsdorf zu schicken. Womit hier ein Loch gerissen wurde, zumal, wie Lenk sagt, die Hausmeister schon bisher nicht ausschließlich für die Schulen tätig waren, sondern auch andere Aufgaben hatten.

Das Ziehen und Zerren am Personal erreichte seinen unglücklichen Höhepunkt, als die Kollegin in Ramsdorf krank war und sich in den Orten so viel unerledigte Arbeit angehäuft hatte, dass die Verwaltung sich gezwungen sah, für drei Tage beide Hausmeister gemeinsam nach Ramsdorf zu schicken. In dieser Zeit sei alles zusammengekommen: „Ein vorübergehend eingestellter Mitarbeiter hatte gekündigt, Krankheit und Urlaub“, fasst Lenk das Dilemma zusammen.

Und in den Schulen machte sich das Fehlen der Hausmeister offenbar sofort bemerkbar. Auch wenn die dramatischen Tage jetzt vorüber sind, je eine volle Hausmeisterstelle können Grund- und Oberschule nicht beanspruchen. Zwar stimme es nicht, dass die Männer immer mehr schulfremde Aufgaben bekommen würden, betont der Bürgermeister, aber sie seien nur zur Hälfte für die Schulen tätig.

Im Stadtrat hatte Dagmar Meißner die Stadträte nicht auf ihrer Seite. Manfred Räßler (Fraktion Linke) erinnerte sie daran, dass es früher nur einen Hausmeister für zwei Schulen gab. Was die Schulleiterin mit dem Satz konterte: „Damals hatte ich 180 Schüler, heute 250.“ Tobias Just von der Wählervereinigung HRW versuchte die Wogen zu glätten und sagte mit Blick auf die nicht wieder besetzte Stelle: „Wir wollen es probieren. Wenn es nicht klappt, stellen wir wieder ein.“

Auf die Frage, wie lange das Experiment dauern soll, sagte der Bürgermeister der LVZ: „Länger als ein halbes Jahr kann man das nicht beobachten“ Er verwies dabei auch auf den bevorstehenden Winter, wenn der Winterdienst erledigt werden muss. Vorläufig wurde die Stelle im Stellenplan, der zum Haushalt gehört, noch nicht gestrichen, sie könnte also jederzeit neu besetzt werden.

Die Einschätzung der LVZ-Leserin aus Hagenest will Lenk aber auf keinen Fall so stehen lassen. „Wir wollen die Ortsteile nicht außen vor lassen“, das will er der Frau schreiben.

André Neumann

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