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Borna Personalnot: Neukieritzsch sucht freie Träger für kommunale Kindereinrichtungen
Region Borna Personalnot: Neukieritzsch sucht freie Träger für kommunale Kindereinrichtungen
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07:00 07.07.2016
Der Kindertagesstätte Krümelwäldchen in Großzössen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Neukieritzsch/Lobstädt/Großzössen

Die Gemeinde Neukieritzsch will die Kindertagesstätten in Lobstädt und in Großzössen sowie den Hort in Lobstädt in freie Trägerschaft abgeben. Der Gemeinderat machte mit einem mehrheitlich gefassten Beschluss den Weg für die Verwaltung frei, Angebote einzuholen. Fünf Gemeinderäte hatten in einem Änderungsantrag zum Beschlussantrag der Gemeinde gefordert, den Ortschaftsrat Lobstädt genauso wie die Elternbeiräte und den Personalrat an dem bevorstehenden Prozess zu beteiligen. Zudem sollte die Verwaltung prüfen, wie die Einrichtungen doch in kommunaler Trägerschaft behalten werden könnten. Der Antrag wurde abgelehnt.

Die Kindereinrichtungen in Neukieritzsch und in Deutzen werden bereits von freien Trägern geführt. Das „Haus der Zukunft“ in Neukieritzsch mit Krippe, Kindergarten und Hort wird von der Volkssolidarität betrieben. In Deutzen betreibt die Arbeiterwohlfahrt die Kindertagesstätte und den Hort. Dass die Gemeinde nun auch die letzten kommunalen Kindertagesstätten in freie Trägerschaft geben will, wird vordergründig nicht mit Kosten begründet, sondern mit Engpässen beim Personal.

Die Personalsituation sei angespannt wegen geänderter Betreuungsschlüssel, heißt es in der Begründung der Verwaltung. Zudem wachse der Verwaltungsaufwand. Hinzu komme ein Leitungsproblem: Die Leiterin der Kita „Lobstädter Würmchen“ tritt zum Jahresende von der Leitungsposition zurück. „Es gibt dann dort keine Leiterin“, sagt Hauptamtsleiterin Petra Jung. Man könne aber keine entsprechend qualifizierte neue Leiterin einstellen, weil dann im Personalbestand ein Überhang entstehen würde, denn die jetzige Leiterin höre nicht ganz auf, sie bleibe als Mitarbeiterin in der Einrichtung.

Die Personalsituation sei so krass, schilderte Jung, dass in Lobstädt an einem Montag einmal drei Erzieherinnen gleichzeitig fehlten. „Ich hätte die Einrichtung eigentlich schließen müssen.“ Gelöst wurde die Situation mit einer Mitarbeiterin aus einer anderen Einrichtung. Der zunehmende Verwaltungsaufwand rühre laut Jung unter anderem daher, dass gehäuft Mahnungen an säumige Eltern geschickt werden müssten, die mit den Kita-Gebühren im Rückstand seien.

Die Gemeinderäte Renate Bauer und Thomas Meckel (SPD-Fraktion), Sebastian Ludwig und Claus Meiner (Freie Wähler/Sport) und Hella Hallert (Linke) wiesen in ihrem Änderungsantrag darauf hin, dass ein Betreiberwechsel „eine wesentliche Veränderung für Eltern und Kinder und nicht zuletzt für die Orte“ sei.

„Was ändert sich für die Orte?“, entgegnete Bürgermeister Thomas Hellriegel und ergänzte mit Blick auf Neukieritzsch und Deutzen: „In den anderen Orten klappt es gut.“ Andreas Bodenlos von der CDU-Bank wies darauf hin, dass es im Moment nur darum gehe, Angebote einzuholen.

Aus Sicht der Verwaltung sollten der oder die künftigen Träger jene sein , die in der Gemeinde schon Einrichtungen betreiben. „Sollten andere bessere Angebote machen“, sagte die Hauptamtsleiterin der LVZ, „sind wir für alles offen.“ Der Hort in Lobstädt hat 70 Plätze, die Kita in Lobstädt 89, die in Großzössen 30.

Von André Neumann

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