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Borna Petrijünger kümmern sich nicht nur um Köder und Kescher – barrierefreier Angelplatz geplant
Region Borna Petrijünger kümmern sich nicht nur um Köder und Kescher – barrierefreier Angelplatz geplant
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00:18 11.06.2017
Was die Fangmenge betrifft, so holen die Angler im Landkreis Leipzig am meisten Karpfen aus dem Wasser. Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

Über mangelndes Interesse können sich die sächsischen Angler nicht beklagen. Das gilt auch für die Petrijünger im Landkreis Leipzig. Von denen gibt es immerhin 3000, sagt Friedrich Richter, Geschäftsführer des Anglerverbandes Leipzig. „Schließlich ist Angeln das letzte Abenteuer in der Natur“. Und zudem preisgünstiger, als wenn sich jemand den organisierten Waidmännern anschließen wollte. Dass sich die Angler zwischen Grimma und Groitzsch eines guten Zuspruchs erfreuen können, hat aber auch damit zu tun, dass sie sich um mehr als nur um Köder und Kescher kümmern.

„Wir gehen gezielt in die Öffentlichkeit“, macht Richter klar, womit er Aktionen im gesamten Gebiet des Anglerverbandes Leipzig meint. Der umfasst neben dem Landkreis Leipzig auch die Großstadt sowie Nordsachsen, so dass es hier insgesamt 13 000 Angler in 200 Vereinen gibt. Richter verweist auf Aktionen bei Volksfesten wie jetzt in Mölbis, bei denen Magnetangeln ebenso angeboten wird wie Armbrustschießen. „Das machen wir 70-, 80-mal im Jahr.“ Vor allem aber verstehen sich die Angler als praktizierende Naturschützer, die auch die Gewässer zwischen Mulde und Elster pflegen und sich für den Artenschutz verantwortlich fühlen. Richter: „Und wir kümmern uns um den Fischbestand.“ Was letztlich auch die Kommunen mitbekommen, die sich dann eher konziliant zeigen, wenn es um die Verlängerung von Pachtverträgen geht. Im Gegensatz zu den Petrijüngern in den alten Bundesländern pachtet der Sächsische Anglerverband zahlreiche Gewässer, an denen die Verbandsmitglieder nach Zahlung ihres Mitgliedsbeitrages dann ihre Stippruten und Wurfangeln auswerfen dürfen.

Das ist an vielen Gewässern im Muldental und im Leipziger Land möglich. Auch am Haselbacher See, den Richter für den schönsten im Süden von Leipzig hält, weil er naturbelassen ist. Auch dort haben die organisierten Angler ihre Spuren hinterlassen – etwa durch die Errichtung eines Parkplatzes. Wie die Angler mit der Zeit gehen, wird auch durch Überlegungen deutlich, am Haselbacher See einen behindertengerechten Angelplatz anzulegen. Heißt: Rollstuhlfahrer kommen dann direkt ans Wasser.

Dort finden sie wie in den meisten Gewässern im Landkreis Leipzig vor allem Weißfische – Plötzen, Hechte, Schleie. Wenn es allerdings um die Fangmenge geht, so liegt der Karpfen vorn. „Davon wird gewichtsmäßig am meisten aus dem Wasser geholt“, sagt der Anglerverbandsgeschäftsführer. Das Spektrum der Fische im Osten und Süden von Leipzig ist indes breiter, so dass auch Aale, etwa in der Elster dazugehören.

Neu ist die Maräne. Ein Fisch, den die Angler aus dem Bodensee oder dem Plöner See in Schleswig-Holstein holen, um ihn etwa im Cospudener oder im Markkleeberger See einzusetzen. „Der ist sehr schmackhaft“, sagt Experte Richter, was sich aber unter den Gourmets der Region noch nicht überall herumgesprochen hat.

Bleibt die Frage, wie er aussieht, der typische Angler an den Gewässern rund um Leipzig. Etliche von ihnen sind jung und gehören zu denen, die im Rahmen so genannter Schnupperangelkurse Blut geleckt haben. Richter macht klar, dass das grundlegende Interesse am Angeln oftmals im Kindes- und Jugendalter geweckt wird. Das allerdings ebbt ab, wenn die jungen Leute eine Ausbildung oder ein Studium beginnen. Das Blatt wendet sich dann, wenn die Leute fest gebunden, also verheiratet sind und Familie haben. „Dann kommen sie wieder.“ Wohl auch, weil es für viele Menschen kaum etwas Schöneres gibt, als morgens in der Natur an einem See zu sitzen und im günstigsten Fall auch noch ein gutes Abendbrot mit nach Hause zu nehmen.

Von Nikos Natsidis

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