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Pfarrer zur Verabschiedung: "Weihnachtsstern und Morgenstern weggeräumt"

Pfarrer zur Verabschiedung: "Weihnachtsstern und Morgenstern weggeräumt"

Am Sonntagnachmittag wurde Pfarrer Gottfried Morgenstern in den Ruhestand verabschiedet. Beim Übergang in den neuen Lebensabschnitt wurde er gebührend von seiner Kirchgemeinde Wyhratal begleitet.

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Superintendent Matthias Weismann (l.) mit dem Ehepaar Bianca und Gottfried Morgenstern nach dem Gottesdienst zur Verabschiedung des Wyhrataler Pfarrers.

Quelle: Nicole RathgeScholz

Neukirchen. Dem Festgottesdienst in der Kirche Neukirchen folgte ein geselliges Kaffeetrinken in der ehemaligen Gaststätte "Zur Schanze" im Ort.

Empfangen worden war er in der Gemeinde am 6. Juli 2008 mit dem Psalm 40, "Ich bin arm und elend, der Herr aber sorgt für mich". Und mit diesem Psalm wurde der Pfarrer am Sonntag auch in den Ruhestand entlassen.

Natürlich ließ es sich der 65-Jährige nicht nehmen, den Gottesdienst am letzten Sonntag nach Epiphanias selbst abzuhalten. "Heute geht der Weihnachtsfestkreis zu Ende. Der Weihnachtsbaum wird weggeräumt, auch der Weihnachtsstern da oben. Und der Morgenstern auch", sagte er lachend, und die Gemeinde stimmte ein. Doch obwohl er die Gemeinde verlässt, geht das Licht nicht aus, erläuterte er. "Denn Jesus will unser Leben erleuchten. Das ist unsere Berufung und Dreh- und Angelpunkt des Christseins."

Der Pfarrberuf sei ein ambivalenter Beruf. Man könne sich unendlich viel ärgern über die alten Lieder, die gesungen werden, über Gemeindeglieder und vieles mehr. "Aber es gibt wohl keinen schöneren Beruf, weil er im Dienste dieses Lichtes steht", predigte Morgenstern, während ihm die Tränen über die Wangen kullerten.

Pfarrer i. R. Dietmar Koenitz, der mit seiner Frau aus Großpösna zur Verabschiedung gekommen war, erinnerte sich: "Nach seinem Studium musste Gottfried Morgenstern noch die Praxis absolvieren, und ich war sein Lehrmeister. Das müsste so um 1980 gewesen sein."

Matthias Dietze vom Kirchenvorstand freute sich, was Morgenstern in der Gemeinde gemeistert hat. "Unser Pfarrer hat immer gern Skat gespielt. Und es war ihm eine Herzensangelegenheit, dass die vier Kirchgemeinden Bubendorf, Zedtlitz, Neukirchen und Wyhra zusammenwachsen und sich als eins sehen. Das hat er geschafft."

Es sei eine schöne Zeit in der Gemeinde gewesen, betonte Morgenstern. Die Mitglieder seien sehr herzlich und offen. "Deshalb waren wir uns auch menschlich so nahe. Wir haben uns wirklich rundum wohlgefühlt", sprach er für sich und Ehefrau Bianca. Noch bis 28. Februar agiert der Pfarrer in der Gemeinde Wyhratal.

Dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Er wird mit seiner Frau in den Vierseitenhof zur Tochter nach Seifertshain ziehen. "Unsere Tochter möchte dort mit Pferden arbeiten. Und ich denke, ich werde wohl auch den einen oder anderen Handgriff am Hof handwerklich selbst ausführen", freut er sich schon auf seine neue Aufgabe.

Die Gemeindeglieder sind traurig, dass er dem Dorf den Rücken kehrt, hoffen aber, dass er weiterhin an Veranstaltungen und Ausfahrten teilnimmt. Und ganz so schnell, nur mit dem Gottesdienst, entließen sie ihn auch nicht in den wohlverdienten Ruhestand. Zu dem gemütlichen Kaffeetrinken mit Grußworten in der "Schanze" kamen mehr als 100 Gäste und erfreuten sich an selbst gebackenem Kuchen. Die einzelnen Gruppen der Kirchgemeinde wie Singekreis und Tanzkreis boten dem Pfarrer und den Besuchern ihr Können im Saal dar. Dazu wurden Blumen und Grußkarten überreicht sowie so manche Anekdote der vergangenen fünf Jahre erzählt.

"Es war ein berührender Abschied, es flossen nicht nur Tränen beim Pfarrerehepaar, sondern auch bei den Gemeindegliedern", erzählte Superintendent Matthias Weismann. Er freue sich aber auch, dass die Pfarrstelle erneut besetzt werden kann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.02.2014
Nicole Rathge-Scholz

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