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Borna Pfarrerin Ulrike Franke ist in Regis angekommen
Region Borna Pfarrerin Ulrike Franke ist in Regis angekommen
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13:45 21.01.2019
Die Regiser Pfarrer Ulrike Franke. Quelle: Nikos Natsidis
Regis-Breitingen

Keine Frage, Ulrike Franke ist angekommen. Ein Jahr nach ihrer Einführung als Pfarrerin in Regis-Breitingen fühlt sich die 48-Jährige zu Hause im Pfarrhaus in Breitingen. Längst weiß sie das Landleben, zu dem ein großer Garten am Haus ebenso gehört wie die vergleichsweise böllerfreie Silvesternacht, zu schätzen. Dabei ist es keineswegs so, dass die Pfarrerin, die bis vor Jahresfrist Krankenhaus-Seelsorgerin im Leipziger „St. Georg war, permanent offene Türen einrennt.

Unterschiede zwischen Regis und Ramsdorf

Das hat auch mit einem gewissen Unterschied zwischen der Stadt Regis sowie Ramsdorf, Hohendorf und Deutzen zu tun. Auf den Dörfern, die zum Kirchspiel Regis-Breitingen gehören, sind bisweilen die Hälfte aller Einwohner kirchlich. Insgesamt gehören 541 Leute zum Kirchspiel, mit Blick auf die Gesamteinwohnerzahl deutlich mehr als etwa in Borna. War die Arbeit im Krankenhaus ein geregelter Job, sieht das in der Gemeinde anders aus. „Aber ich genieße das“, sagt sie, etwa bei der Vorbereitung von Gottesdiensten über die Bibel nachzudenken.

Pfarrerin Ulrike Franke ist seit einem Jahr als Pfarrerin für die Kirchgemeinde Regis-Breitingen und zugleich für die örtliche Jugendstrafanstalt zuständig. Quelle: Thomas Kube

Zur Hälfte Gemeindepfarrerin in Regis

Zwei, drei Gottesdienste stehen im Monat an, an Feiertagen auch mehr. Die Pfarrerin hat auch den Nachwuchs im Blick. Im vorigen Jahr gab es fünf Konfirmanden, 2019 werden es vier sein. Dabei muss sich die Pfarrerin ihre Woche gut einteilen. Schließlich ist es nur eine halbe Pfarrstelle, die sie als Gemeindepfarrerin im Kirchspiel Regis besetzt.

Mit der anderen Hälfte ist sie für den Jugendstrafvollzug in Regis zuständig, eine ganz andere Art von seelsorgerischer Basisarbeit. Während Dienstag und Donnerstag sozusagen Gemeindetage sind, geht Ulrike Franke Mittwoch und Freitag zu den Häftlingen.

Konsequent im Umgang mit jungen Häftlingen

Dort bietet sie Themen-Nachmittage an, in denen etwa unter der Überschrift „Wie ein Baum“ geredet, aber auch das weihnachtliche Krippenspiel vorbereitet wird. Maximal acht Leute gehören zu einer Gruppe, in der es vor allem um den Umgang der jungen Häftlinge geht. Alles andere als eine leichte Übung, wie die Pfarrerin sagt. Schließlich muss sie Grenzen setzen, wenn etwa einzelne Gefangenen versuchen, den Rest der Gruppe zu dominieren.

Das fängt damit an, dass die jungen Männer erst einmal begreifen und lernen müssen, „dass sie den anderen ausreden lassen“. Alles andere als eine Selbstverständlichkeit für Leute, die zum Teil einiges auf dem Kerbholz haben. Und Ulrike Franke muss dann „klare Ansagen machen und am Ende auch konsequent sein“. Das heißt: Im Zweifelsfall jemanden aus der Gruppe ausschließen.

Pfarrerin bietet Einzelgespräche an

Für die Pfarrerin ist es wichtig, „diese Menschen nicht auf ihre Taten zu reduzieren“. Sie bietet deshalb Einzelgespräche an. Zudem gibt es aller zwei Wochen Gottesdienste hinter Gittern, an denen maximal 24 Häftlinge teilnehmen dürfen.

Von Nikos Natsidis

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