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Borna Pflege im Fokus: Netzwerk bringt Akteure zusammen
Region Borna Pflege im Fokus: Netzwerk bringt Akteure zusammen
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00:18 29.06.2017
Flyer sollen bei der Orientierung im Pflegefall helfen. Quelle: Foto: Brigitte Laux
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Borna

Wenn Menschen pflegebedürftig werden, gilt es von jetzt auf gleich etliche Dinge zu klären: Für die Beantragung einer Pflegestufe, Zusatzleistungen der Kassen, Betreuungs- oder Hilfemöglichkeiten ist der Informationsbedarf groß. Aber wen fragen? Im Landkreis gibt es seit 2010 ein Pflegenetzwerk, das Angebote bündelt, Akteure vernetzt und eine Plattform des regelmäßigen Austauschs darstellt. Auf Einladung des Sozialamtes kamen kürzlich in Borna mehr als hundert Vertreter von Pflegediensten, Heimen, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden und Behörden zusammen, um neue Gestaltungsspielräume zur Unterstützung Hilfebedürftiger auszuloten.

Eingangs wies Landrat Henry Graichen (CDU) auf die gesetzlichen Neuerungen im Bereich der Pflegeversicherung hin, die seit diesem Jahr gelten. Aber vor allem standen Ideen im Fokus, wie vor Ort Bedingungen im Interesse der Betroffenen und ihrer Angehörigen optimiert werden können. So berichtete Doris Krumbholz, Geschäftsführerin eines privaten Pflegedienstes in Groitzsch, von Bemühungen, den Wechsel vom Krankenhaus ins Heim oder umgekehrt besser zu begleiten. „Wir haben dazu eine Arbeitsgruppe gegründet, die einen Handlungsleitfaden erarbeitet hat.“ Auch ein sogenannter Überleitungsbogen wurde entwickelt, um einen lückenlosen Informationsfluss zu sichern. „Nicht weniger wichtig ist, dass man sich austauscht und die Rahmenbedingungen kennt, unter denen die Partner arbeiten.“, ergänzte Krumbolz.

Einen ganz anderen Ansatz, dem Alter ein Schnippchen zu schlagen, stellte der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge vor. „Wir konnten in Böhlitz ein sogenanntes Multiples Haus installieren.“ Hier kommt regelmäßig der Landarzt oder die Schwester vorbei, so dass ältere Menschen sich den Weg zur Arztpraxis etliche Dörfer weiter sparen können. Gleichzeitig wird das Haus zum Beispiel vom Sozialamt genutzt, das Pflegeberatungen anbietet.

Weitere Projekte wie Alltagsbegleiter oder Nachbarschaftshelfer, die der Freistaat auf den Weg gebracht hat, wurden benannt. Aber auch finanzielle Fördermöglichkeiten, auf die Klaus Büttner vom Kommunalen Sozialverband Sachsen einging. Sozialamtsleiter Karina Keßler betonte, dass es vorrangig darum gehe, Pflegebedürftige so lange wie möglich zu Hause zu betreuen. Dafür gelte es, optimale Bedingungen zu schaffen und dafür zu sorgen, dass die Hilfen schnell und passgenau bei den Betroffenen ankommen. „Die Aufnahme in ein Pflegeheim soll möglichst vermieden werden.“

Die Herausforderungen, vor denen Sachsen steht, thematisierte Jürgen Neumann, Referent des Sächsischen Landkreistages: Um den Bedarf zu decken, müssten im Freistaat in den nächsten Jahren über 650 Heime neu gebaut werden. Im Landkreis würden bis zum Jahr 2050 je nach Szenario 5900 bis 6600 Heimplätze benötigt. Derzeit liege die Kapazität bei rund 3300 Plätzen. Eine Aufgabe, die angesichts der Tatsache, dass es keine staatlichen Förderprogramme für Heimplätze gibt, noch schwieriger erscheint. Als Verbündeter rücken deshalb immer mehr die Wohnungsgesellschaften in den Fokus. „Sie sind ein wichtiger Partner, um künftig genügend bedarfsgerechte Wohnungen anbieten zu können.“

Zudem wurde im Vorjahr auch die Stelle eines Pflegekoordinators im Landkreis geschaffen. Mitarbeiter Nils Neu berät zu allen Themen rund um Pflege, Wohngeld oder Vorsorgevollmacht. „Wir besetzen das Thema also nicht nur in der Amtsstube, sondern kommen auch zu den Menschen“, erklärte Graichen. Der Thallwitzer Ortschef Thomas Pöge bestätigt ebenfalls den großen Beratungsbedarf: „Die Bürger haben schon mehrfach nachgefragt, wann sie im Multiplen Haus ihre Anliegen wieder loswerden können.“

Von Simone Prenzel

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