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Philokartist Günther Hunger stellt im Volkskundemuseum Wyhra aus

Philokartist Günther Hunger stellt im Volkskundemuseum Wyhra aus

Weihnachten ist die Zeit, in der die Mitmenschen mit guten Wünschen per Post bedacht werden. Die Weihnachtspostkarte ist dafür ein besonders beliebtes Mittel. Vor allem in den Anfangszeiten des Postkartenschreibens gab es eine wahre Fülle hübscher Karten.

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Eine Weihnachtskarte aus dem Jahr 1909. Sie stammt aus der Sammlung von Günther Hunger.

Wyhra. Der Oschatzer Philokartist Günther Hunger hat eine Sammlung von Weihnachtskarten aus der Zeit von 1898, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart zusammengetragen, die von heute an im Volkskundemuseum Wyhra zu sehen ist. Die Geschichte der Weihnachtspostkarten geht auf das Jahr 1843 nach England zurück und liegt also noch vor den amerikanischen Postkarten-Patentierungsideen, sagt der langjährige LVZ-Fotograf Hunger. Der Brite John Calcott Horsley gestaltete seinerzeit im Auftrag von Henry Cole die erste bekannte kommerzielle Weihnachtskarte. In Deutschland wurden zwar große Mengen von Weihnachtskarten für den Export produziert, aber bis zum Ersten Weltkrieg sendeten die Deutschen zu Weihnachten überwiegend so genannte Wunschblätter. Dabei handelte es sich um Briefbögen mit gedruckten Randornamenten und oftmals einem Bild, in die handschriftliche Grüße oder Gedichte eingesetzt wurden. In Deutschland war das Briefeschreiben zu Weihnachten üblich. Hierzulande begann sich die Weihnachtskarte erst um das Jahr 1900 durchzusetzen. Heutzutage wird eine Weihnachtskarte als hochwertiger angesehen als ein Weihnachtsbrief, so Hunger, da sie vielfach veredelt werden kann. Von Folienprägungen, über Blindprägungen, Lackierungen, Stanzungen, Klebungen bis hin zur Beflockung oder mit Melodien versehen – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Brief hat allerdings den Vorteil – wie schon damals – dass die Glück- und Segenswünsche wesentlicher ausführlicher ausgedrückt werden können und das Briefgeheimnis gewahrt bleibt. Als vor etwa 120 Jahren die Korrespondenz- oder Postkarte populär wurde, hatten damit viele Menschen die Möglichkeit, Angehörigen, Verwandten und Bekannten sehr preiswert eine Kurzmitteilung zu senden. Weihnachtskarten grüßten aus dem Heimat-, Urlaubs- oder Kriegsort. Die Feldpost wurde zu einer besonderen Korrespondenz im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Die „heile Welt“ bekam 1914 einen Riss. Das zeigt sich auch in den Postkarten. Während des Ersten Weltkrieges tauchten zunehmend verklärende, patriotische oder an das Mitgefühl appellierende Weihnachtsgrüße auf, erzählt der Postkartenexperte. Die Deutsche Post beförderte während des Krieges pro Tag im Durchschnitt 16,7 Millionen Feldpostkarten, Briefe und Pakete von der Front in die Heimat sowie in umgekehrter Richtung. Die damaligen bunten Weihnachtsgrüße mit ihren aus heutiger Sicht nostalgischen Motiven verzauberten die Empfänger und erzeugten ein Glücksgefühl. Vor allem Kinder, Tiere, Winterlandschaften und Natur prägten neben Weihnachtsmann, Weihnachtsbaum, Engeln, Glocken, Paketen und Kerzen die Kartengrüße. Auch heute noch sind Glückwunschlosungen auf Weihnachts- und Neujahrskarten beliebt, doch hat sich der Kreis der Motive und Sprüche im Laufe der Jahrhunderte erheblich erweitert und verändert. Gerade in den letzten Jahrzehnten fanden immer neue, teils sehr unkonventionelle Ideen Einzug in die Gestaltung der traditionellen Jahresendpost, sagt Sammler Hunger. In der Ausstellung im Volkskundemuseum hat der Sammler Günther Hunger aus seiner Philokartisten-Kiste aus den verschiedenen Zeitepochen, Verlagen und Motiven einen besonderen Kartengruß als Spiegelbild der Geschichte der Weihnachtspostkarten zusammengestellt.

Nikos Natsidis

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