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Borna Pilger kommen von Groitzsch nach Deutzen
Region Borna Pilger kommen von Groitzsch nach Deutzen
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17:57 25.10.2018
Die Klimapilger kommen an der katholischen Konradskirche in Deutzen an. Quelle: Jens Paul Taubert
Deutzen

Christian Seidel geht es um seine Enkel. „Ich will, dass die unter den gleichen Bedingungen leben können wie wir.“ Das allerdings geht nicht ohne ein verantwortungsvolle Klimapolitik, ist der 69-Jährige überzeugt, wozu selbstredend auch der Ausstieg aus der Braunkohle gehört. Deshalb hat sich der studierte Physiker aus Potsdam in Bewegung gesetzt – auf dem Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit, der am Donnerstag von Groitzsch nach Deutzen führte.

Ankunft in der Deutzener Konradskirche

Dort kamen die etwa zehn Pilger gegen 17 Uhr an der Konradskirche an. Zwischendurch hatten sie in Pödelwitz mit der Initiative „Pödelwitz bleibt“ gesprochen und zeigten sich beeindruckt vom Behauptungswillen der noch 26 Bewohner des kleinen Ortes. Und sie fühlten sich bestärkt in ihrem Anliegen, das Pilger Seidel auch als Enkelgerechtigkeit beschreibt.

Verbindlliche Regeln in Kattowitz

Auch Klaus Backhaus gehört zu den Pilgern. Der 62-Jährige aus Düsseldorf ist Finanzbeamter und bekommt die negativen Folgen des Kohlebergbaus im Rheinischen Revier in seiner Heimat mit. Konkret die Veränderungen beim Grundwasser, das mittlerweile derart angestiegen ist, dass zahlreiche Häuser quasi unter Wasser stehen. Die Klimapilger sind sich einig darin, dass in Kattowitz „verbindliche Regeln verabschiedet werden müssen“, wie Seidel sagt. In Kattowitz findet im Dezember die Nachfolgeveranstaltung der Pariser Klimakonferenz statt. Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führt von Bonn über Berlin nach Kattowitz. Dazu gehören „Schmerzpunkte“ wie der Hambacher Forst oder aktive Tagebaue, aber auch so genannte Kraftpunkte, an denen sich die Pilger inspirieren lassen.

21 Kilometer von Groitzsch nach Deutzen

Auf ihrem Weg von Groitzsch legten die Pilger am Donnerstag 21 Kilometer zurück. Eine durchschnittliche Pilgeretappe hat eine Länge von 23 Kilometern. Am Freitag geht es für die Pilger über Borna weiter nach Bad Lausick. In der katholischen Konradskirche in Deutzen gab es eine ökumenische Andacht, bevor später eine Gesprächsrunde mit den Initiatoren der „Vision Ökokirche“ auf dem Programm stand.

Pilgerweg hat 78 Stationen

Der ökumenische Pilgerweg umfasst insgesamt 78 Stationen und ist 1700 Kilometer lang. Dabei ziehen die Pilger vom Rheinischen über das Mitteldeutsche bis ins Lausitzer Braunkohlerevier. Sie sind seit dem 9. September unter dem Motto „Geht doch“ unterwegs.

Von Nikos Natsidis

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