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Pilgern rund um Geithain und Borna

Pilgern rund um Geithain und Borna


Geithain/Borna. Zum Evangelischen Kirchentag, der am Mittwoch in Dresden eröffnet wird, präsentiert der Verein „Kirche im Land des Roten Porphyr" erstmals öffentlich den Pilgerweg „Via Porphyria", der voraussichtlich im Oktober offiziell eingeweiht wird und unter anderem über Geithain und Borna führt.

. Zur 18. LVZ-Wanderung am 17. September, werden die Wanderer mit unserer Zeitung ein Stück dieses Weges absolvieren.

„Der Pilgerweg soll eine Vernetzung der spirituellen und der landtouristischen Angebote sein", erklärt Projektkoordinator Edgar Joost. Die Route sei geeignet, die schöne Landschaft nahe zu bringen – sowohl Menschen, die hier wohnen, als auch Interessenten von weiter weg. „Bis dahin, dass sich jemand in die Gegend hier verliebt, herzieht", sagt Joost. Doch auch die Geschichte dieses Landstriches und seine industrielle Entwicklung können die Teilnehmer kennen lernen. „Die Spuren des Braunkohleabbaus oder die stillgelegten Papierfabriken in Lunzenau – da kommt man schon ins Nachdenken." Nicht zuletzt könnten Wanderer entdecken, welchen Schatz die Kirchen in der Region darstellen. Die Einladung zum Pilgern richtet sich an gläubigen Menschen, aber auch an jeden, der zur Ruhe kommen möchte, einen neuen Rhythmus finden.

215 Kilometer ist der Rundweg lang, wer ihn komplett laufen will, kann das in zehn Tagesetappen absolvieren. Mit rund 26 Kilometern die längste, ist gleich die erste: Von Geithain aus, wo sich das Pilgerbüro befindet, geht es über Tautenhain, Nauenhain, Thierbaum und Hopfgarten nach Frankenhain. Nach dieser Wanderung durch waldreiches Gebiet steht auf dem Frankenhainer Kirchhof ein Heu-Hotel zur Übernachtung bereit. Das Ehepaar, das in der ehemaligen Pfarrerswohnung lebt, betreut es ehrenamtlich. Für die anderen Übernachtungen stehen Herbergen und Pensionen bereit.

Die Termine für geführte Pilgertouren für dieses und nächstes Jahr stehen schon fest, die Anmeldung ist jeweils noch möglich. Gruppen von mindestens acht Interessenten können darüber hinaus individuelle Termine vereinbaren. Geplant ist auch ein Angebot „Schnupperpilgern", bei dem die Teilnehmer an einem Wochenende zwei bis drei Etappen absolvieren. Bis Ende September soll der Rundweg größtenteils ausgeschildert sein, sodass Pilger und Wanderer ihn auch alleine absolvieren können. Eine Kirchenführung in Claußnitz mit Pfarrer Christian Schmidt sollte unbedingt dabei sein, empfiehlt Joost: „Das ist ein Erlebnis."

In Borna ist Gelegenheit, die Emmauskirche zu besuchen, auch durch Rochlitz und Gnandstein mit ihren Sehenswürdigkeiten führt der Weg.

Mit einem Imagefilm und einer Tafel wird „Via Porphyria" nun in Dresden erstmals öffentlich vorgestellt. „Wir wollen das Angebot bekannt machen und möglichst Interessenten als Pilgerführer gewinnen", so Joost. Ab dem kommendem Jahr sei eine entsprechende Ausbildung geplant.

Die Idee für den Pilgerweg war 2007 entstanden, der Verein gründete sich, stellte Förderanträge. Joost engagierte sich erst ehrenamtlich, hat jetzt eine für zwei Jahre geförderte Stelle als Projektmanager, Träger ist das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum. „Sehr dankbar" ist er, dass zwei Mitstreiter auf ABM-Stellen mitwirken können. Außerdem hebt er die große Aufgeschlossenheit aller Bürgermeister der einbezogenen Kommunen hervor. Joost: „Danke für die gute Unterstützung."

Die erste Probe-Pilgertour gab es im Juni 2009. Seitdem fanden drei komplette sowie diverse abschnittsweise Touren statt. Es gab manche Blase und komplett verregnete Tagestouren, wie im Vorjahr zwischen Frankenhain und Borna.

„Wir haben viel erkundet, ausprobiert, sind Wege abgegangen", erzählt der Projektmanager. Seine wichtigste Erkenntnis: „Es geht langsam, aber man kommt trotzdem ans Ziel."

Inge Engelhardt

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