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Borna Pilotprojekt im Landkreis Leipzig: Fahrpläne auf Bedürfnisse von Pendlern abstimmen
Region Borna Pilotprojekt im Landkreis Leipzig: Fahrpläne auf Bedürfnisse von Pendlern abstimmen
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00:18 18.05.2017
Der MDV will die Mobilität von Firmenmitarbeitern im Landkreis Leipzig verbessern. Quelle: Christian Modla / Westend Commun
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Landkreis Leipzig

Der Mangel an Fachkräften und Auszubildenden bei Unternehmen im Landkreis Leipzig hat auch ganz spezielle Ursachen. Etwa die, dass die potenziellen Mitarbeiter und Lehrlinge nicht wissen, wie sie zu ihren Arbeitgebern kommen können. Weil sie sich womöglich kein Auto leisten können oder noch zu jung für den Erwerb einer Fahrerlaubnis sind und damit vor der Schwierigkeit stehen, etwa vom Leipziger Norden zu einem Betrieb im südlichen Muldental zu kommen. Hier will der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) mit einem Projekt ansetzen, das seit zwei Monaten läuft und bis zum Jahr 2019 dauern soll.

„Viele Firmen haben ein Problem, ihre offenen Ausbildungsplätze zu besetzen“, macht MDV-Sprecherin Juliane Vettermann klar. Weil die jungen Leute auf Bus und Bahn angewiesen sind. Das gelte auch für Fachkräfte, und weil der Leidensdruck bei den Unternehmen mittlerweile so groß ist, hat der MDV ein Pilotprojekt gestartet. Möglich machen das Fördergelder vom Bund, der dafür 350 000 Euro zur Verfügung stellt, wie Landrat Henry Graichen (CDU) sagt. Er verweist auf Anfragen aus der Wirtschaft, etwa von der Zedtlitzer Firma Lotter-Metall. Oder auf die Probleme, die die Betreiber des Vergnügungsparks Belantis haben. Dorthin fahren zwar zu den Öffnungszeiten Busse, wenn aber noch oder am Abend wieder Ruhe herrscht, allerdings nicht. Es sei aber einleuchtend, dass auch vor und nach den Öffnungszeiten der Vergnügungseinrichtung Mitarbeiter vor Ort sein müssten. Deshalb habe sich der Landkreis im Rahmen seines Projekts „Mobilität und Daseinsfürsorge“ für eine Verbesserung der Angebote in Sachen Mobilität auch für Mitarbeiter von Firmen stark gemacht. Graichen: Dabei gehe es auch um die Bedürfnisse von Dienstleistern und Gewerbetreibenden.

„Dort ist das Problem groß“, bestätigt auch MDV-Sprecherin Vettermann. Wie schon beim Projekt „Muldental in Fahrt“ sei es das Ziel, Bus und Bahn besser zu vertakten. Denkbar seien Jobticketmodelle, bei denen die Betriebe einen Teil der Fahrtkosten finanzieren oder auch die Präsentation der Fahrpläne des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im firmeneigene Internet.

Dazu gehöre, dass sich die Unternehmen einen Überblick über die Herkunft ihrer Mitarbeiter verschaffen, also wissen, wo sie alltäglich ihren Weg zur Arbeit beginnen. Was auch für Bewerber um einen Ausbildungsplatz gilt, so die MDV-Sprecherin. Bisweilen scheitere der Abschluss eines Ausbildungsvertrages an der mangelnden Mobilität des Bewerbers. Deshalb sei vorgesehen, die Arbeitsagentur ebenso wie Bildungseinrichtungen an einen Tisch zu holen. Das bedeute, dass jeder Betrieb oder jede Gewerbeansiedlung individuell analysiert werden müsse, um daraus die passenden Angebote zur Mobilität zu entwickeln und umzusetzen.

Ziel könnten zeitlich begrenzte Angebote wie ein Rad-Aktionstag sein. Klar sei, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens wesentlich von der Ausbildung und Verfügbarkeit von Fachkräften abhänge.

Von Nikos Natsidis

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