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Borna Pilotverfahren am Hainer See gestartet
Region Borna Pilotverfahren am Hainer See gestartet
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19:20 07.07.2011
Projektmanagerin Anja Hebner erläutert die Versuchsanlage. Unter den Gästen: Friedrich-Karl Benthaus (LMBV) und BioPlanta-Geschäftsführer André Gerth (v.l.). Quelle: Günther Hunger
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Karl-Friedrich Benthaus, sprach von einem „Meilenstein zur biologischen Seewasserbehandlung". Wenn sich das neuartige Verfahren bewährt, könnte es eines Tages in größeren Dimensionen eingesetzt werden, sagte Benthaus, der bei der LMBV für Sanierungsstrategien wasserwirtschaftlicher Projekte zuständig ist.

Sulfat ist für den Menschen an sich unbedenklich. Er müsste Tausende Liter davon an einem Tag trinken, um Schaden zu nehmen. Eine rein theoretische Erwägung. Praktische Realität aber ist das sulfathaltige Grundwasser, das die neuen Tagebauseen in der Region belastet. Wenn dieses Wasser unbehandelt in Fließgewässer wie die schon jetzt betroffene Pleiße gelangte, würde es deren Zustand verschlechtern und obendrein noch vorhandene Betonbauwerke angreifen.Um derartige unerwünschte Nebenwirkungen zu verhindern, suchte sich die LMBV Partner. Das Technologie-Unternehmen BioPlanta aus Leipzig entwickelte ein Verfahren, um das sulfathaltige Wasser effizient zu reinigen. Unter Labor- und Technikumsbedingungen wurden bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt. „Die Versuchsanlage testet nun unter realen Bedingungen, ob das Konzept funktioniert", erläuterte André Gerth, Geschäftsführer von BioPlanta. Letztlich sind es Millionen von Bakterien, die den Bergbaufolgeseen ihre gefräßigen und sonstigen Dienste erweisen sollen.Um die Wasserqualität nachhaltig zu verbessern, sind drei Behandlungsstufen nötig. Zunächst wird in Stufe 1 Melasse und Ammonium zugegeben, erläuterte Projektmanagerin Anja Hebner bei der gestrigen Präsentation der Versuchsanlage.Die Zugaben dienen den Bakterien als Nahrungs- und Energiequelle. Durch die biologische Umsetzung wird der Sauerstoffgehalt vermindert. In Stufe 2 wird das sauerstoffarme Wasser in ein 18 Meter langes Rohr geleitet, wo das Sulfat in einem Kiesfilter unter Luftabschluss umgewandelt und als Eisensulfid gebunden wird. In Stufe 3 schließlich werden verbliebene organische Stoffe gereinigt, sodass das dann sulfatfreie Wasser abgeleitet werden kann.Eine nach Angaben der LMBV günstige Technologie - die Versuchsanlage besteht aus Standardbauteilen und wird mit Solarenergie gespeist - und kann 150 Liter pro Tag behandeln. Spätere Dimensionen gehen von einem angestrebten Durchlass von 8000 Litern aus. Die optisch unscheinbare Anlage nordwestlich des Hainer Sees wird in den kommenden Monaten durch ein Monitoringprogramm überwacht. Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus werden die Daten mitbewerten. Während der Versuchsphase bestehe auch die Möglichkeit, die Prozesse zu optimieren. Ein Biofilter sorgt dafür, dass es nicht zum ungewollten Austritt von Gasen kommt.Mit diesem Versuch betreten die involvierten Partner Neuland. Die Ergebnisse des Testlaufs seien laut Benthaus offen.

Saskia Grätz

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