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Borna Pilze: Zedtlitzer Experte macht Hoffnung
Region Borna Pilze: Zedtlitzer Experte macht Hoffnung
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05:39 30.09.2018
Pilzberater Jörg Wittka aus Zedtlitz. Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Viele Leute haben in diesem Jahr noch nicht bei Jörg Wittka geklingelt. Dabei weist ein Schild in der Zedtlitzer Hauptstraße ausdrücklich auf seine Dienste hin. Der 60-Jähriger ist ehrenamtlicher Pilzberater, aber dass 2018 auch nur im Ansatz so etwas wie ein wenigstens durchschnittlich gutes Pilzjahr war, lässt sich nicht behaupten. Dennoch, macht Wittka klar, „es gibt noch Hoffnung“.

Deutlich weniger Sammler kommen

Klingeln bei ihm in normalen Jahren vielleicht 200 Leute, um ihren Pilzfund von einem Fachmann unter die Lupe nehmen zu lassen, waren es in diesem Jahr bislang vielleicht 30 Sammler. Wobei die Hitze nicht der Grund war für das Fehlen von Maronen oder Steinpilzen. Es war, wen wundert es, einfach zu trocken. Aber es habe Stellen gegeben, wo etwas Restfeuchte hin und wieder Pilze aus der Erde schießen ließ, sagt der Pilzberater, der seine Brötchen als Anlagenfahrer verdient. Und immerhin: Im Gebirge sah es in Sachen Pilze sicher etwas besser aus. Im Flachland war es eher mau.

Jörg Wittka kennt gute Pilzstellen

Dabei kennt Jörg Wittka genügend Stellen auch in der näheren oder weiteren Umgebung von Borna, wo sich die Suche im Normalfall lohnen könnte. Am Bockwitzer See etwa (Wittka: „Da sollten Sie aber auf den Wegen bleiben.“) oder in dem Wäldchen hinter Lotter-Metall inZedtlitz, aber auch an der neuen Harth oder im Kammerforst.

 Reiche Ernte bei Wiesenchampions

Wobei nicht alle Pilzsorten gleichermaßen unter der Witterung der letzten Monate zu leiden hatten. Vor wenigen Wochen gab es reiche Ernte – an Wiesenchampions. Bei Champions mahnt der erfahrene Pilzberater, der aus Plauen stammt und schon seit jeher leidenschaftlich als Pilzsammler unterwegs ist, dass auf die Details zu achten ist. Nicht jeder Champion ist etwas für Feinschmecker. Wer etwa Karbolchampions verzehrt, ist am Ende eher ein Fall für den Arzt. „Die sehen aus wie Wiesenchampions“, sagt Jörg Wittka, stinken aber nach Karbol und sind giftig. Wer diesen Pilz verzehrt, muss mit Durchfall und Erbrechen rechnen.

 Pilzgericht kann man durchaus aufwärmen

Was einem bei Maronen oder Rotkäppchen nicht passiert. Auch nicht, wenn sie noch einmal aufgewärmt werden. Die alte Regel, der zufolge Pilze, einmal zubereitet dann entweder aufgegessen oder im Zweifel entsorgt werden müssen, gilt nicht mehr. Ob sich Pilzsammler jetzt, im Herbst, noch Hoffnungen auf erfolgreiche Beutezüge im Unterholz machen können, ist und bleibt wetterabhängig. Die Regengüsse nach Ende der warmen Jahreszeit waren zumindest nicht schlecht dafür. Um die Pilze sprießen zu lassen, dürfte es aber noch dauern. „Vielleicht verschiebt sich auch alles nach hinten“, so Wittka weiter.

Pilze nicht an eine Jahreszeit gebunden

Dabei sind Pilzsammler gar nicht zwingend an eine Jahreszeit gebunden. Jörg Wittka: „Pilze gibt es theoretisch das ganze Jahr über.“ Selbst im Winter. Etwa den Samtfußrübling, der auch in der kalten Jahreszeit wächst, wenn es nicht gerade tiefen Frost gibt.

Von Nikos Natsidis

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