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Pläne für ein freies Gymnasium

Pläne für ein freies Gymnasium

Großdeuben. In die ehemalige Grundschule Großdeuben könnte bald wieder Leben einziehen. Eine private Elterninitiative - der Schulverein Wachau - möchte dort ein freies christliches Gymnasium betreiben.

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Die ehemalige Grundschule in Großdeuben steht zurzeit leer.

Quelle: Saskia Grätz

In einer Sondersitzung des Stadtrats Böhlen am Dienstagabend wurde das Projekt öffentlich vorgestellt. Neben viel Zustimmung gab auch Bedenken, zeigte sich in der Debatte.

Die Eltern aus Leipzig und dem Südraum, deren Kinder noch in die Montessori Grundschule Rüssen-Kleinstorkwitz gehen, stehen bereits in den Startlöchern für einen Neuanfang in der leerstehenden Immobilie in Großdeuben. Sie wollen das 1907 erbaute Gebäude kaufen - ein entsprechender Antrag liegt im Rathaus Böhlen vor. Der Kaufpreis von 200 000 Euro soll in Raten bis 2019 beglichen werden. Das Gymnasium sei "eine Bereicherung für die gesamte Kommune und keine Konkurrenz zu vollkommen anderen Konzepten", betonte Martin Landgraf, der das Projekt vorstellte. "Es liegt uns fern, jemanden zu bewerten, der etwas anderes macht." Unterstützung kommt von der Kirchgemeinde Großdeuben. "Es gibt den Konsum. Mehr ist nicht los", sagte Pfarrerin Kathrin Bickhardt-Schulz. Mit der Schule bestehe die Chance, den Ort mit Leben zu erfüllen.

Wenn die Stadt das ungenutzte Gebäude verkauft, fallen keine Betriebskosten mehr an. "Als freier Träger haben wir null Ansprüche an die Kommune", sagte Landgraf. Der Bedarf an alternativen Schulprojekten ist nach Ansicht der Initiatoren "absolut da."

Das Konzept für das Gymnasium gibt einen christlichen Rahmen vor. Evangelische, katholische und auch nicht konfessionell gebundene Kinder können dort lernen, verpflichtenden Religionsunterricht, christliche Feste und Schulgottesdienste soll es geben. Maximal 20 bis 24 Kinder pro Klasse sind angedacht, zunächst eine fünfte/sechste Klasse ab dem neuen Schuljahr. Zweizügigkeit sei das Ziel. Das Konzept setzt auf freie Unterrichtsformen und Projektarbeit in Anlehnung an Montessori. Zurzeit werde über ein monatliches Schulgeld von 180 Euro diskutiert. An die Bildungsempfehlung von 2,0 wolle man sich nicht halten.

Letzteres stieß besonders bei den Lehrern der Oberschule Böhlen auf wenig Verständnis. Es gebe massive Probleme mit Rückläufern vom Gymnasium aus Zwenkau, sagte Matthias Mielke. "Die Schüler haben keinen Plan und keine Motivation." Jörg Großkopf, Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums in Böhlen, gab zu Bedenken, dass diese Schüler dann in anderen Schulen fehlen. Man müsse darüber reden, was passieren kann. Im schlechtesten Fall würden Schulen geschlossen. Kerstin Hensel, Schulleiterin der Oberschule Böhlen, hat letzteres schon erlebt. "Wir haben arge Probleme, für die Schulnetzplanung 2014/2015 zwei fünfte Klassen voll zu bekommen." Die Vorgabe von mindestens 40 Schülern werde wohl nicht erreicht. "Es wäre schade, wenn die Schule irgendwann kaputt geht."

Stadtrat Jörg Wiltschko (CDU) befürwortet das freie Gymnasium. "Es ist eine Chance für Böhlen." Mirko Altmann (SPD) findet "Vielfalt ganz wichtig", hat aber Bauchschmerzen bei den offenen Zugangsbedingungen. Die Oberschule könnte nachhaltig geschädigt werden. Bernd Seidel (FDP): "Die neue Schule wäre für alle eine Bereicherung."

In der Stadtratssitzung im Februar soll über den Verkauf der Immobilie entschieden werden. Ob darin ein Gymnasium entsteht, entscheide die Bildungsagentur, stellte Bürgermeisterin Maria Gangloff (Die Linke) klar. Sie bat die Initiatoren, noch mal über die Zugangsbedingungen nachzudenken. Saskia Grätz

i Vorbehaltlich eines positiven Stadtratsbeschlusses ist am 8. März ein Tag der offenen Tür im Schulgebäude geplant.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.01.2014
Saskia Grätz

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