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Platz 1 für zeitlos klassischen Bau

Platz 1 für zeitlos klassischen Bau

Nach fünfstündiger Diskussion war sich die Jury gestern einig: Der Entwurf des Architekturbüros Ilg Friebe Nauber aus Leipzig ist der mit Abstand schönste und bekommt den mit 2500 Euro dotierten ersten Preis im Wettbewerb "Zukunft durch Erinnerung: Revitalisierung des ehemaligen Schlossareals in Rötha".

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Sind überzeugt vom Siegerentwurf des Architekturbüros Ilg Friebe Nauber: Der Fördervereinsvorsitzende Walter Christian Steinbach, Heinrich Freiherr von Friesen, Stadtrat Hans-Joachim Keil, der Juryvorsitzende Norbert Hippler und Wolfgang Hocquél von der Kulturstiftung Leipzig (v.l.).

Quelle: Thomas Kube

Rötha. Die Arbeit überzeuge durch ihre Klarheit, moderne Architektur und Materialwahl, fasste Architekt Norbert Hippler, der gewählte Jury-Vorsitzende am Nachmittag nach Abschluss des Auswahlverfahrens zusammen. Das zu errichtende Gebäude wird am ehemaligen Standort des Schlosses stehen - in direkter Achse zum Schlosspark. Der von Bäumen umrahmte Vorplatz orientiert sich am historischen Vorbild. Der zweigeschossige Bau sei mit seinem Kubus näher an der Schlossform als alle anderen Entwürfe, erläuterte Wolfgang Hocquél von der Kulturstiftung Leipzig. Das Gebäude mit gelblicher Backsteinfassade und geschosshohen Fenstern ist "ein zeitlos klassischer Bau, in seiner Schlichtheit liegt die Überzeugungskraft", sagte er. Das Zentrum bildet das Verbündetenzimmer im Erdgeschoss. Außerdem gibt es einen großen Saal für Ausstellungen und andere Veranstaltungen. Die wertvollen Decken- und Wandgemälde aus dem 1969 gesprengten Schloss finden darin einen angemessenen Platz.

Das Ziel des Wettbewerbs bestehe darin, die große Fläche, momentan ein städtebaulicher Missstand, wieder in die Stadt zu integrieren und nicht als Außenbereich zu lassen, erläuterte Walter Christian Steinbach, Vorsitzender des Fördervereins Rötha "Gestern.Heute. Morgen" (FV). Mit einem Bau von "zeitloser Eleganz" könne dies gelingen.

Die Stadt Rötha - Auslober des Wettbewerbs - war der Empfehlung der Fachleute gefolgt und hatte ganz bestimmte Architekten für das Vorhaben gewonnen. Alle sechs Entwürfe haben laut Jury ihre Einzelqualität und keine großen Schwächen. Bürgermeister Ditmar Haym (parteilos) lobte die faire und konstruktive Diskussion der Jury und ist "froh über das Ergebnis".

Platz zwei - ein moderner Entwurf von quartier vier. design aus Leipzig - erinnert etwas an die Blechbüchse am Brühl in Leipzig. Die Architekten Kim Wortelkamp und Hauke Herberg entwarfen ein Gebäude mit Aluminiumfassade, das im Inneren über eine Rampe ins Verbündetenzimmer führt. Es habe durchaus "seine Wirkung", hieß es.

Platz drei ging an das Büro bucher kafka architektur, das einen eingeschossigen Entwurf vorlegte. Die Verschwenkung des Gebäudes symbolisiert die Sprengung des Schlosses, ein schöner Ansatz, der laut Jury allerdings nicht gänzlich gelungen sei.

Bis zur Ausführung bleibt viel zu tun. Ein bis zwei Jahre werden sicher vergehen, um Gelder für den Bau zu beschaffen, sagte Steinbach. Erste Gespräche zu einer Förderung über das Programm Städtebau seien vielversprechend. Die Kosten von circa 1,3 Millionen Euro haben eine Größenordnung, die für den FV eine neue Dimension annimmt. "Es ist ein tolles Projekt, es wird nicht an den Finanzen scheitern", so der FV-Chef.

Erstaunt gab sich Heinrich Freiherr von Friesen, letzter Nachfahre der einstigen Schlossherrn. Entwürfe dieser Qualität habe er nicht erwartet. Das Siegermodell überzeugte letztlich auch ihn. Er hätte aber gern ein größeres Haus, um möglichst viel des Schlossinventars in Rötha zeigen zu können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2013

Saskia Grätz

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