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Pleißebrücke in Regis-Breitingen ist eine tickende Zeitbombe

Brücke über die Pleiße Pleißebrücke in Regis-Breitingen ist eine tickende Zeitbombe

Die Straßenbrücke über die Pleiße in der Nähe von Feuerwehr und Stadion könnte der Stadt Regis-Breitingen noch arg zu schaffen machen. Nach einer Brückenprüfung des 60 Jahre alten Bauwerks ist die Kommune noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen – doch ein Neubau wird zwingend erforderlich.

Seit dem Jahr 2000 führt in Deutzen eine neue Brücke über die Pleiße.

Quelle: Jens Paul Taubert

Regis-Breitingen. Die Straßenbrücke über die Pleiße in der Nähe von Feuerwehr und Stadion könnte der Stadt Regis-Breitingen noch arg zu schaffen machen. Im November fand eine Brückenprüfung des zwischen 50 und 60 Jahre alten Bauwerks statt. Die Kommune ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Für die nächsten fünf Jahre, sagt Uwe Zetzsche von der Bauverwaltung der Stadt, habe der Brückenprüfer einen Instandsetzungsaufwand von rund 10 000 Euro errechnet. Es hätte schlimmer kommen können. Doch die Brücke im Zuge der Hauptverkehrsader durch Regis-Breitingen muss im Moment weder gesperrt werden noch muss die zulässige Tonnage begrenzt werden. In zwanzig Jahren, so die Prognose, dürfte aber ein Neubau erforderlich sein. Das Schlimme daran für Regis-Breitingen: Seit dem 1. Januar 2010 ist die Schillerstraße keine Kreisstraße mehr, sie wurde damals zur Gemeindestraße abgestuft. Die Brücke gehört der Stadt.

Manche Regiser wundern sich ohnehin: In ziemlicher Nachbarschaft führen an mehreren Stellen Brücken über die Pleiße, eine in Deutzen im Zuge der S 50, eine zwischen Regis und Deutzen nahe des Jugendgefängnisses und jene in der Stadt. Alle drei Übergänge dürften ungefähr zur gleichen Zeit entstanden sein, nämlich in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, sind also rund 60 Jahre alt. Damals wurde das Bett der Pleiße für den Braunkohlebergbau verlegt, deswegen wurden die neuen Brücken gebaut. Die in Deutzen stand keine 50 Jahre, an ihrer Stelle ließ die Straßenbauverwaltung des Freistaates Sachsen in den Jahren 1999/2000 eine neue errichten. Die an der Kreisstraße zwischen Deutzen und Regis war durch den damaligen Landkreis Leipzig sogar noch zwei Jahre früher erneuert worden. Nur die Brücke in Regis-Breitingen steht noch immer. Die Fahrbahn darüber ist eine gepflasterte Holperpiste. Wie es darunter aussieht, steht im Gutachten des Prüfingenieurs.

Die Pleißebrücke zwischen Deutzen und Regis-Breitingen nahe des Gefängnisses ließ der Kreis 1998 neu bauen

Die Pleißebrücke zwischen Deutzen und Regis-Breitingen nahe des Gefängnisses ließ der Kreis 1998 neu bauen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Wieso die beiden anderen Brücken schon erneuert wurden, die in Regis-Breitingen aber nicht, ist kaum noch nachzuvollziehen. Reine Spekulation wäre, dem Kreis vorzuwerfen, er habe sich die Sanierung gespart, in dem Wissen, dass die Brücke bald in die Trägerschaft der Stadt fallen werde. Üblicherweise, heißt es aus dem Landratsamt, falle die Entscheidung für eine Brückensanierung oder einen Neubau nach Dringlichkeit. Bei der letzten Brückenprüfung, die im Jahr 2009 der Kreis noch für das Bauwerk in Regis-Breitingen veranlasste, erhielt die die Note 2,9 – was laut Behördensprecherin Brigitte Laux einen ausreichenden Zustand und keinen dringenden Sanierungsbedarf bedeutet habe.

Eine Komplettsanierung, auch das wurde damals untersucht, hätte rund 700 000 Euro gekostet. Von den 110 Brücken, die damals dem Kreis gehörten, hätte ein Viertel einen noch schlechteren Zustand aufgewiesen. Die Brücke ging also 2010 unsaniert in die Trägerschaft der Stadt Regis-Breitingen über. Eine Beteiligung des Kreises an einer eventuellen Sanierung nach 2010 lehnte der zuständige Ausschuss des Kreistages damals ab.

Für die finanziell klamme Stadt ist die Brücke eine tickende Zeitbombe. Schon die in diesem Jahr fällige Brückenprüfung, die rund 1000 Euro kostet, wurde fast bis auf den letzten Moment hinausgeschoben, fand erst Ende November statt. Die 10 000 Euro in den nächsten fünf Jahren müssen irgendwie aufgetrieben werden, damit die Brücke überhaupt noch zwei Jahrzehnte durchhält. Wo dann das Geld für einen Neubau herkommen soll, darüber mag in der Stadtverwaltung jetzt wahrscheinlich noch niemand nachdenken.

Von André Neumann

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