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Borna Pleißereinigung: Jetzt rückt Umleitung der Wyhra in den Blick
Region Borna Pleißereinigung: Jetzt rückt Umleitung der Wyhra in den Blick
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18:02 12.04.2018
Hier am Trachenauer Wehr ist die Braunfärbung der Pleiße durch Eisen aus den Witznitzer Kippen besonders deutlich sichtbar. Quelle: Peter Radke/LMBV
Neukieritzsch/Kahnsdorf

Vertreter von Kommunen, Behörden und einer Kahnsdorfer Bürgerinitiative trafen sich am Mittwochabend in Kahnsdorf zu einer Beratung über die Verringerung der Eisenbelastung, welche den Fluss braun färbt. Es war der zweite Behörden-Workshop zu diesem Thema, der erste fand im September 2017 statt.

Information über aktuellen Stand

Die Vertreter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) informierten „über den aktuellen Untersuchungsstand und die neuen Erkenntnisse zur Gewässergüteverbesserung der Pleiße“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Die Runde bestand neben den LMBV-Mitarbeitern aus Vertretern von Borna, Böhlen, Rötha und Neukieritzsch, des Sächsischen Oberbergamtes, des Landratsamtes Landkreis Leipzig, der Bürgerinitiative Kahnsdorfer See, der Landestalsperrenverwaltung, des Zweckverbandes Planung und Erschließung Witznitzer Seen sowie des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen.

Durchleitung durch Kahnsdorfer See vom Tisch

Konkrete Wege zur Reinigung der Pleiße wurden noch nicht aufgezeigt. Endgültig belegt ist mittlerweile aber offensichtlich, dass eine Durchleitung der Pleiße durch den Kahnsdorfer See, wie sie die LMBV ursprünglich favorisierte, keine Lösung darstellt. Bei den jetzt abgeschlossenen Untersuchungen zu dieser Variante habe sich gezeigt, „dass allein die natürlichen Sedimentationsraten nicht ausreichend sind, um die Zielwerte für Eisen im Auslauf des Kahnsdorfer Sees beim Durchleiten der Pleiße zu erreichen“, heißt es in der Mitteilung.

Bündel von Maßnahmen geplant

Deswegen wird ein Bündel anderer möglicher Maßnahmen verfolgt. Konkreter als noch vor einem halben Jahr wird jetzt über die Rolle gesprochen, die dabei der Wyhra zukommen könnte. Eine gänzliche oder teilweise Einleitung der Wyhra in den Hainer See, so formuliert es die LMBV in Abstimmung mit den anderen Teilnehmern, verspreche „aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Pleiße einen positiven Beitrag zur Umsetzbarkeit und Wirksamkeit verschiedener anderer Lösungsansätze“.

Projekt dauert Jahre oder Jahrzehnte

Gemeint ist damit folgende Idee: Wenn die Wyhra vor der Mündung in die Pleiße in den Hainer See geleitet wird, führt die Pleiße mit weniger Wasser an den Witznitzer Kippen entlang, aus denen der Eiseneintrag erfolgt. Diese geringere Wassermenge könnte möglicherweise noch gereinigt werden. Erst danach würde die saubere Wyhra aus dem See der Pleiße zugeführt. Sicher ist: Es wird keine Lösung von heute auf morgen geben, es handelt sich um ein Projekt für die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte.

Rätselhaft für einige Teilnehmer ist dem Vernehmen nach, dass die Stadt Leipzig sich nicht an den Beratungen beteiligt, die eigentlich das größte Interesse an der Reinigung der Pleiße haben müsste. Mit der Abkehr von den Plänen, den Kahnsdorfer See zu nutzen, ist er braune Fluss zumindest für Neukieritzsch kein so dringendes Problem mehr.

Zur nächsten Runde werden sich die Beteiligten voraussichtlich im vierten Quartal 2018 treffen.

Von André Neumann

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