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Borna Pödelwitz: 1000 Osterglocken gegen die drohenden Braunkohlebagger
Region Borna Pödelwitz: 1000 Osterglocken gegen die drohenden Braunkohlebagger
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19:03 23.03.2017
Osterglocken wollen Aktivisten am Sonntag in Pödelwitz pflanzen. Quelle: dpa
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Groitzsch/Pödelwitz

1000 Osterglocken gegen Braunkohlebagger: Am Sonntag pflanzen Greenpeace-Aktivisten im Groitzscher Ortsteil Pödelwitz die Frühlingsblüher in Form eines X. Das soll den Widerstand der Dorfbewohner und ihrer Mitstreiter gegen die Abbaupläne der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) und dem damit verbundenen Abbaggern des Dorfes symbolisieren. Zahlreiche Unterstützer haben sich der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz mittlerweile angeschlossen, unter ihnen neben Greenpeace auch Robin Wood, WWF Deutschland, der NABU und die Klima-Allianz Deutschland.

Wie die LVZ berichtete, fordern die Beteiligten in einem offenen Brief sowohl an Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) als auch an die Mibrag ein Moratorium, also einen Aufschub aller weiterer Planungen bezüglich der Tagebauerweiterung. Zudem beginnt am Sonntag die Protestaktion, für die etliche Braunkohlegegner ihr Kommen zugesagt haben. Ein Gast unter ihnen ist der Grünen-Landtagsabgeordnete Gerd Lippold, energie- und klimapolitischer Sprecher der Fraktion. „Der Fokus des öffentlichen Interesses an der Auseinandersetzung um geplante Tagebauerweiterungen lag bislang fast ausschließlich in der Lausitz und in Nordrhein-Westfalen. Das ist nun vorbei“, so der Abgeordnete. „Ab sofort stehen die durch die sächsische Staatsregierung unterstützten Absichten der EPH-Tochter Mibrag, nach der Abbaggerung von Heuersdorf südlich von Leipzig in den nächsten Jahren weitere Dörfer vom Erdboden zu tilgen, mitten im Scheinwerferlicht.“

Laut Mibrag-Geschäftsführer Bernd-Uwe Haase ist der besagte offene Brief bei dem Bergbauunternehmen bis heute nicht angekommen, erklärte er am Donnerstag. „Wir wissen nur Dank der Medien davon“, sagt er. Die gegen die Mibrag erhobenen Vorwürfe, das Unternehmen habe Gas- und Stromleitungen gekappt und Löcher in denkmalgeschützte Häuser gebohrt, um die verbliebenen Bewohner unter Druck zu setzen, weist Haase zurück. „Die von uns gekauften Häuser müssen ja bewirtschaftet werden, wenn niemand mehr darin wohnt. Wir sorgen für eine Bausicherung“, macht Haase deutlich. Dazu gehöre auch, die Zuführungen der Leitungen zu den Mibrag-eigenen Gebäuden zu kappen. „Damit greifen wir aber nicht – wie behauptet – in die Infrastruktur des Ortes ein“, sagt der Geschäftsführer. Zudem gebe es denkmalschutzrechtliche Prüfungen an den Häusern, um diese detailliert zu dokumentieren.

Für Haase sind die Unterstützer der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz, die den Brief unterzeichnet haben und am Sonntag selbst vor Ort sind, Trittbrettfahrer, die sich in die Proteste mit einklinken. Er kritisiert außerdem, dass die Mibrag nicht mit eingeladen sei, um Stellung zu nehmen. Eines aber macht er abschließend deutlich: „Das geforderte Moratorium ist nicht haltbar.“

Von Julia Tonne

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