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Borna Pödelwitz & Co. fordern Sitze in Kohle-Kommission
Region Borna Pödelwitz & Co. fordern Sitze in Kohle-Kommission
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12:01 01.06.2018
Ein Schaufelradbagger fördert im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bei Pödelwitz Braunkohle. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
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Groitzsch/Pödelwitz

Ein wenig Hoffnung bleibt dem Bündnis aus Anwohnern aller drei deutschen Braunkohle-Tagebaugebiete. Die Bundesregierung hat die sogenannte Kohle-Kommission am Mittwoch erneut nicht aufgestellt. Die Mitglieder-Liste konnte wohl nicht endgültig abgestimmt werden, hieß es.

Offener Brief aus den drei Braunkohlerevieren

Allerdings dürfte das kaum am offenen Brief der Menschen aus den Revieren in Mitteldeutschland, Lausitz und Rheinland gelegen haben, die in eben dieser Kommission für „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ zum Ausstieg aus der Kohleverstromung Mitsprache und zwei Sitze beanspruchen.

Wie Jens Hausner, Sprecher der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz, informiert, war das Schreiben an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Umweltministerin Svenja Schulze, Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) gegangen.

Interessen von Anwohnern seien bislang nicht berücksichtigt

Verschiedene Bürgerinitiativen, Ortsvorsteher, Seelsorger und Ärzte beklagen im Brief, dass Bundes- und Landesregierungen die Interessen von Anwohnern bislang nicht berücksichtigt haben. „Der nicht sozialverträgliche Umgang mit den Tagebaubetroffenen muss spätestens mit der Arbeitsaufnahme der Kommission ein Ende haben. Unsere Interessen müssen in der Kommission mindestens gleichberechtigt behandelt werden wie die Interessen der Beschäftigten im Kohlesektor“, sagt Hausner.

„Wir Tagebaubetroffenen haben bis jetzt mit dem Verlust unserer Heimat, unseres Lebensmittelpunktes, unseres Eigentums und mit dem Verlust unserer Lebensqualität immer die größten und schwersten Opfer bringen müssen. Das war keineswegs sozialverträglich und bedarf einer dringenden Änderung durch die zu bildende Kommission mit unserer Beteiligung“, so der Pro-Pödelwitz-Sprecher, der auch Ortschaftsrat von Großstolpen (Stadt Groitzsch) ist.

Kritik am Verlust an Heimat, Identität und Traditionen

Die Unterzeichnenden kritisieren den unwiderruflichen Verlust von Heimat, Identität und Traditionen, von Kultur- und Naturgütern wie die fast flächendeckende Vernichtung hochwertiger Böden für die Landwirtschaft in der Leipziger Tieflandbucht sowie die Unvereinbarkeit der Braunkohleverbrennung mit den Klimazielen auf nationaler und internationaler Ebene.

Neben Hausner stehen unter anderem die Namen von Pfarrerin Friederike Kaltofen (Kirchspiel Groitzsch), des Pegauer Bürgermeisters Frank Rösel (parteilos), von André Kremkow (Pro Pödelwitz), Tilo Sievert (Ortschaftsrat in Berndorf), Jürgen Schwarz (Ortschaftsrat in Kieritzsch), Thilo Kraneis (Kirchenvorstand und Kurator der Kirche Pödelwitz) und Maik Böhme (Aufsichtsrat des Landwirtschaftsbetriebes Agross Großstolpen) unter dem Brief.

Von okz

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