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Borna Polizei holt Aktivisten von besetztem Bagger in Schleenhain
Region Borna Polizei holt Aktivisten von besetztem Bagger in Schleenhain
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14:52 20.02.2019
Vier Aktivisten haben am Mittwochmorgen einen Bagger im Tagebau Schleenhain besetzt. Quelle: privat
Schleenhain/Pödelwitz

Klima-Aktivisten haben am Mittwochmorgen seit 6.30 Uhr einen Abraumbagger im Tagebau Schleenhain besetzt. Laut Polizei waren an der Protestaktion für den sofortigen Kohleausstieg vier Personen beteiligt sein, zwei Männer und zwei Frauen.

Polizei forderte Aktivisten auf, Bagger zu verlassen

Die Polizei ist vor Ort und hatte die Beteiligten mehrfach aufgefordert, den Bagger zu verlassen. Dem waren sie jedoch nicht nachgekommen. Ein Polizei-Hubschrauber kreiste über dem Tagebau.

Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bei Pödelwitz haben Aktivisten am Mittwoch erneut einen Bagger besetzt.

Reisegruppe Digger“ bekennt sich zu Protestaktion

Da die Aktivisten den Bagger nicht freiwillig verlassen haben, hat die Polizei sie gegen 10.30 Uhr herunter geholt. Drei von ihnen leisteten dabei Widerstand. Sie wurden auf das Polizeirevier in der Leipziger Dimitroffstraße gebracht. Dort wurden ihre Personalien aufgenommen.

Auf Twitter nennen sich die Teilnehmer der Protestaktion „Reisegruppe Digger“.

Sie gab am Vormittag bekannt, dass die Räumung des Baggers begonnen habe. Auf Twitter schrieb die Truppe, dass die vier Beteiligten gegen 11 Uhr in die Mibrag-Zentrale nach Pödelwitz gebracht und anschließend vom Gelände nach Leipzig gefahren wurden.

Mit der Aktion wollten die Aktivisten zum einen die „klimaschädliche Kohle-Infrastruktur blockieren“. Zum anderen ging es ihnen darum, „Solidarität mit den drei immer noch inhaftierten Aktivisti der Baggerbesetzung in der Lausitz“ zu zeigen.

„Es ist uns wichtig, klar zu zeigen, dass weder ansteigende Repressionen, noch eine verschobene öffentliche Debatte unseren Kampf für Klimagerechtigkeit eindämmen können“, so die Umweltschützerin Sema, die die Aktion mit initiiert hatte.

Mibrag nicht begeistert von Protest-Aktion im Tagebau

Mibrag-Sprecher Maik Simon erklärt, das Unternehmen sei „nicht gerade begeistert“ von der Aktion der Kohlegegner. Der Bagger stand seit den frühen Morgenstunden still. „Wir können den Tagebau nicht komplett umzäunen“, macht Simon klar. Mehr als „Betreten-Verboten“-Schilder aufzustellen, sei nicht möglich. Die Mibrag kann nicht verhindern, dass Unbefugte das Areal betreten. Die Firma hat Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet.

Ein Unterstützer der Protestaktion aus dem vom Tagebau bedrohten Dorf Pödelwitz war am Vormittag ebenfalls vor Ort. Bernd Mehle gehört der Bahnhof im Dorf. Er sympathisiert mit der Aktion der Kohlegegner.

Erst vor zwei Wochen hatte die Gruppe „Ende Gelände“ einen anderen Bagger im Tagebau besetzt. Die Aktivisten protestierten damit gegen den Kohlekompromiss der Bundesregierung. Die Polizei ließ den Bagger am Ende ebenfalls räumen.

Der Vorschlag der Kohlekommission sieht einen Ausstieg aus der Kohle erst 2038 vor. Einen genauen Ausstiegspfad für die Kohlekraftwerke im Osten Deutschland gibt es noch nicht. Somit ist bisher nicht klar, ob die von Abbaggerung bedrohten Dörfer erhalten bleiben können.

Von Kathrin Haase

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