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Borna Hakenkreuz an Hausfassade in Kitzscher tagelang ignoriert
Region Borna Hakenkreuz an Hausfassade in Kitzscher tagelang ignoriert
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11:04 14.02.2018
Scheinbar unbemerkt prangte dieses Hakenkreuz in Leuchtfarbe tagelang unbemerkt auf der Hausfassade an einer Hauptstraße in Kitzscher. Quelle: André Neumann
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Kitzscher

Rund zwei Wochen lang prangte in Kitzscher ein Hakenkreuz an einer Hauswand in der Trageser Straße. Nicht sehr groß, aber in auffälliger orangener Neonleuchtfarbe. Einem Musiker des Leipziger Symphonieorchesters, der auf dem Weg zum Kulturhaus Böhlen nahezu täglich durch Kitzscher fährt, ist es aufgefallen. Er fragt sich, ob dieses verfassungsfeindliche Nazi-Symbol in Kitzscher niemandem auffällt oder niemanden aufregt.

Als das Hakenkreuz nach mehreren Tagen noch immer an der Wand zu sehen war, hielt er Mitte voriger Woche beim örtlichen Polizeiposten. Er traf den Beamten, wie er der LVZ schilderte, in der Mittagspause an. Mit der Begründung, dass sich die Polizei selbst darum kümmere, habe der Polizist abgelehnt, eine Anzeige aufzunehmen, so der Berufsmusiker.

Eine halbe Woche später hatte sich noch nichts getan. Und was den Mann besonders entsetzt: Am Sonntag zog der Karnevalsumzug an der Stelle vorüber. Am Dienstag war das Zeichen immer noch da. Bei der Unternehmensgruppe Mahner, der das Gebäude gehört, hörte die zuständige Mitarbeiterin am Dienstagmittag von der LVZ zum ersten Mal vom Hakenkreuz an einem ihrer Häuser. Weder Mieter, noch Passanten hatten den Vermieter informiert, auch die Polizei nicht.

Obwohl genau das der Weg gewesen wäre, heißt es beim Polizeirevier in Borna. Nach einem solchen Hinweis würde die Polizei eine Anzeige aufnehmen und den Eigentümer des betroffenen Gebäudes informieren. Warum das in dem Falle offenbar nicht funktionierte, blieb offen.

Die Mitarbeiterin der Unternehmensgruppe Mahner reagierte prompt und pragmatisch. Sie informierte einen Maler. Der konnte zwar nicht sofort von der Baustelle weg, wollte das schändliche Symbol gleich am Mittwochmorgen überstreichen. Die Stelle ist augenscheinlich nicht zum ersten Mal von Schmierereien betroffen. Ob der Vermieter eine Anzeige stellt? Das könne man tun, sagte die Mitarbeiterin, bringe aber meist nichts. Mit Schmierereien habe man ohnehin mehrfach zu tun. Das seien bisher zwar keine Hakenkreuze gewesen, aber andere Symbole. Besonders aktiv seien diesbezüglich Lokomotive-Leipzig-Anhänger.

Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler), auf die Geschichte angesprochen, machte deutlich: „Hakenkreuze werden nicht akzeptiert und werden zur Anzeige gebracht. wir tolerieren das nicht.“ Von diesem hier hatte auch er noch nicht gehört. Wenn private Gebäude betroffen sind, müssten die Eigentümer selbst handeln, so Schramm. Ein auffälliges Problem seien Hakenkreuzschmierereien in Kitzscher nicht.

Von André Neumann

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