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Polizeieinsatz bei Spiel Bornaer SV gegen Roter Stern – Ermittlungen wegen Volksverhetzung

Polizeieinsatz bei Spiel Bornaer SV gegen Roter Stern – Ermittlungen wegen Volksverhetzung

Gerade erst hat das Sportgericht des Sächsischen Fußballverbandes (SFV) ein Verfahren wegen rassistischer Gesänge beim Spiel SG Leipzig Leutzsch gegen Roter Stern Leipzig (RSL) eingestellt.

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Die Polizei bei ihrem Einsatz am Rande des Spiels Bornaer SV gegen Roter Stern Leipzig.

Quelle: Günther Hunger

Leipzig. Nun gibt es den nächsten Vorfall.

Beim Bezirksligaspiel des Bornaer SV 91 am vergangenen Sonnabend gegen Roter Stern Leipzig musste die Polizei einschreiten. Die Partie wurde gleich wenige Minuten nach dem Anpfiff wegen eines Böllerwurfs unterbrochen. Zwei Tatverdächtige seien ermittelt und bis zum Spielende in Präventivgewahrsam genommen worden, teilte die Polizeidirektion Westsachsen mit.

„Nach unseren Erkenntnissen wurde der Böller außerhalb des Stadions im Wäldchen gezündet und dann hinein auf die Tartanbahn geworfen“, sagte Daniel Salomon, Abteilungsleiter Fußball beim Bornaer SV. Schiedsrichterin Franziska Brückner habe zu dem Vorfall einen Sonderbericht verfasst. Es sei aber niemand verletzt worden.

Kurz vor Ende des Spiels dann der zweite Polizeieinsatz. „Aus dem Block der Heimmannschaft waren mehrere Rufe mit volksverhetzendem Inhalt zu vernehmen“, berichtete Polizeihauptkommissar Peter Müller. Genau erkannt hätten die Beamten die Rufer allerdings nicht. Deshalb, so Müller weiter, sollten von einer rund 30-köpfigen Gruppe die Personalien aufgenommen werden.

Dagegen hätten sich mehrere Personen aus dem Lager der Heimmannschaft widersetzt und sich eine Rangelei mit der Polizei geliefert. Einer der Bornaer Anhänger habe dabei Schürfwunden erlitten, vier Beamte seien leicht verletzt worden. Die Einsatzkräfte ermitteln wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoff- und gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerstand gegen die Polizei, Volksverhetzung und Beleidigung.

Daniel Salomon hat die Rufe nicht vernommen. „Ich stand aber auch 150 Meter davon entfernt“, berichtete der Abteilungsleiter. Als er am Ort des Geschehens eintraf, sei die Aktion der Ordnungshüter schon beendet gewesen. Im Sonderbericht der Schiedsrichterin sei der zweite Vorfall nicht vermerkt worden. Salomon stellte aber klar: „Wir sind ein mittlerer Bezirksligaverein ohne politischen Hintergrund“.

Adam Bednarsky, Geschäftsführer des RSL, bezeichnete die Bornaer Anhänger am vergangenen Sonnabend als sehr agrressiv. „Das war klassisches rechtes Klientel“, sagte er. Bednarsky glaubt aber nicht, dass diese Besucher treue Fans des Bornaer SV sind, sondern nur an diesem Tag im Stadion waren, um gegen den RSL Stimmung zu machen. Einige Rufe hätten die RSL-Verantwortlichen ausgemacht. Sie seien bereits vor dem Polizeieinsatz zu hören gewesen und nicht erst in der Schlussphase des Spiels.

Auf die Verantwortlichen des Bornaer SV ist Bednarsky gar nicht sauer. Ihnen könne er nichts vorwerfen und gratulierte zum Sieg, der mit 4:1 seiner Meinung nach etwas zu hoch ausfiel. Richtig unzufrieden ist er mit der Polizei.

Nicht das Vorgehen gegen die Besucher im Bornaer Block stößt ihm auf, sondern die Kontrollen der eigenen Anhänger. „Unsere Fans mussten am Eingang die Schuhe ausziehen, das ist völlig überzogen“, findet er. Zudem durften Fahnen und Transparente nicht mit ins Stadion genommen werden. Die Diskussion darüber habe sich fast bis zur Halbzeit hingezogen.

Außerdem seien die Unterstützer des Roten Stern von der Polizei ständig gefilmt worden. „In den Sicherheitskonferenzen vor den Spielen ist noch alles entspannt“, berichtet Bednarsky. Bei den Spielen selbst seien dann Beamte vor Ort, die bei den Absprachen gar nicht dabei waren. Die Begegnung in Borna habe die Bereitschaftspolizei aus Chemnitz abgesichert.

Matthias Roth

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