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Borna Porphyrland: Geo-Ranger entführen Besucher auf die Spuren von Lava und Eis
Region Borna Porphyrland: Geo-Ranger entführen Besucher auf die Spuren von Lava und Eis
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00:21 10.12.2017
Die frischgebackenen Geo-Ranger bieten ab sofort Führungen durch den Geopark Porphyrland an. Quelle: Geopark
Landkreis Leipzig/Grimma

Erdgeschichte erlebbar machen, diesem Ziel haben sich die frischgebackenen Geo-Ranger im Geopark Porphyrland verschrieben. Im Rahmen eines Kooperationstreffens mit weiteren Partnern erhielten die erfolgreichen Absolventen kürzlich in Colditz ihre Zertifikate. Hoch motiviert und gut ausgebildet stehen ab sofort elf Geo-Ranger bereit, Besuchergruppen auf die Spuren von Lava und Eis zu entführen. Als kenntnisreiche Gästeführer sollen sie Interessenten die geologischen Besonderheiten der Region zwischen Hohburger Schweiz und Rochlitzer Berg nahebringen.

Bislang gab es nur wenige Enthusiasten, die für Führungen bereitstanden. Dieser personelle Engpass ist nun überwunden. „Wir freuen uns sehr, Interessenten jetzt auf vielfältige Weise die Reize des Geoparks nahebringen zu können“, erläutert Wiebke Hebold vom Geopark-Management in Grimma.

Die Schatzkiste des Geoparks erlebnisreich, auch mit Witz und Humor zu präsentieren – dieser Aufgaben möchten sich die Ranger gern stellen. Experten wissen längst, was sie am größten Vulkanitgebiet Europas und dessen beeindruckendem Erbe haben. Otto-Normalverbraucher die geologischen Reize nahezubringen, gilt hingegen als Herausforderung. Niemand wird automatisch ins Schwärmen geraten, wenn er vor den Hohburger Gletterschliffen steht. Die Geo-Ranger fungieren deshalb als Übersetzer - ihnen soll es gelingen, totes Gestein und die damit verbundenen Geschichten zum Leben zu erwecken.

Nicht zuletzt kommt das Porphyrland damit dem Wunsch der Unesco nach. Diese hatte den Geopark-Machern empfohlen, die Erlebbarkeit der Region zu fördern, um beim nächsten Anlauf für eine Anerkennung als Unesco-Geopark bessere Karten zu haben.

Seit März absolvierten die Geo-Ranger 80 Stunden Unterricht. Annett Krüger, Wissenschaftlerin vom Institut für Geographie der Universität Leipzig, weihte die Teilnehmer in die Geheimnisse der Landschaft ein. Weitere renommierte Wissenschaftspartner standen dem Geopark mit Forschern der Geomontan Freiberg zur Seite. „Auf den Aufruf hin, sich zu Geo-Rangern ausbilden zu lassen, hatten sich viele natur- und umweltkundlich Interessierte gemeldet“, erinnert Wiebke Hebold. Jeder brachte individuelle Vorkenntnisse mit. Etliche waren bereits im Naturschutz oder der Heimatpflege aktiv, wie Kreisnaturschutzbeauftragter Lothar Andrä. Im Kurs erhielten sie weiteres spezielles Rüstzeug, was Geologie und Entstehung der Landschaft betrifft. Zum vielfältigen Curriculum gehörten auch didaktische Grundlagen und Kniffe, wie man Besuchergruppen mit spannenden Vorträgen fesselt.

Aktiv werden die Ranger in den Landkreisen Leipzig, Nord- und Mittelsachsen, über deren Territorien sich der Geopark erstreckt. Da mit einem weiter steigenden Bedarf an Gästeführungen gerechnet wird, sollen der ersten Ranger-Generation schnell weitere folgen. „Unser Bestreben ist, im nächsten Jahr erneut eine Ausbildung zum Geo-Ranger anzubieten“, kündigt Wiebke Hebold an. Vorbereitungen dazu würden bereits laufen.

Beim Kooperationstreffen der Geoparks in Grimma wurde zudem ein erster Erfahrungsaustausch mit Geo-Rangern der thüringischen und österreichischen Partner vereinbart. Dieses, informierte das Regionalmanagement der Leader-Region Leipziger Muldenland, soll im Frühsommer 2018 im Unesco-Geopark „Erz der Alpen“ im Salzburger Land stattfinden. Dort soll es auch um ein weiteres verbindendes Vorhaben, die „Europäische Kupferstraße“ als transnationales Vorhaben, gehen.

Von Simone Prenzel

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