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Potenziell hochwassergefährdet

Potenziell hochwassergefährdet

Dass die Mehrheit der Bornaer hinter der Idee steht, das einstige Freibad An der Wyhraaue wieder nutzbar zu machen, ist kein Geheimnis, politischen Querelen in dieser Sache zum Trotz.

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Das ehemalige Freibad An der Wyhraaue: Es liegt im Überschwemmungsgebiet. Weil es dafür aber Bestandsschutz gibt, könnte hier trotzdem gebaut werden.

Quelle: T. Kube

Borna. Allerdings gibt es jenseits politischer Entscheidungen pro oder contra Freibad ein ganz anderes Problem. Das ehemalige Freibad liegt ein einem Gebiet, das zumindest potenziell als hochwassergefährdet gilt.

An sich ist die Lage eindeutig. Nach dem Bürgerbegehren, das der Freibadverein vor Jahresfrist initiiert und das sich der Stadtrat letztlich zu eigen gemacht hat, scheinen die Weichen für den Wiederaufbau des einstigen Bades aus den 60er Jahren gestellt, das 2006 aus Kostengründen geschlossen wurde. Im Rahmen eines studentischen Wettbewerbs mit Studenten der Hochschule Bernburg entstanden Nutzungsvorschläge, die weit über die ausschließliche und lediglich saisonale Nutzung als Freibad hinausgehen. So wurde etwa die Errichtung einer Jugendherberge oder eines Campingplatzes ins Spiel gebracht (die LVZ berichtete).

Allerdings gibt es ein anderes Problem. Das Areal liegt im Hochwassergebiet, auch wenn das einstige Freibad sowohl 2002 als auch im letzten Jahr von den Wassermassen verschont blieb. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), die ihren Wahlkampf vor sechs Jahren auch mit dem Slogan "Borna braucht ein Freibad" bestritten hatte,betont immer wieder, dass sie bei der entscheidenden Abstimmung seinerzeit im Stadtrat, damals noch als PDS-Stadträtin, nicht für die Schließung gestimmt hatte.

Nach Angaben von Axel Bobbe, dem zuständigen Leiter der Talsperrenmeisterei Rötha, liegt die Wyhraaue im Überschwemmungsgebiet. Bei einem so genannten hundertjährigen Hochwasser könnte es überschwemmt werden. In Überschwemmungsgebieten gebe es im Prinzip ein Bebauungsverbot beziehungsweise die Vorgabe, hochwassergerecht zu bauen - etwa Bauwerke auf Stelzen zu setzen. Und was die (Wieder-)Errichtung des Freibades anbelangt, so müsste nach Angaben von Bobbe bedacht werden, dass zu einem Bad auch Technik wie etwa Pumpen gehören.

Dennoch sind die Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung des Freibades damit nicht vom Tisch, wie Brigitte Laux, die Sprecherin des Landratsamtes als der zuständigen Behörde betont. Zwar bestätigt sie, dass das Freibad-Gelände "vollständig" im Überschwemmungsgebiet der Wyhra liegt, die bekanntlich in unschöner Regelmäßigkeit über ihre Ufer tritt. Weil es sich bei den Resten des vormaligen Freibads aber um eine bereits vorhandene Bebauung handle, gelte hier ein Bestandsschutz. Aus wasserrechtlicher Sicht wäre eine Ausnahme denkbar, "wenn sich der bestehende Hochwasserschutz dadurch nicht verschlechtert". Zudem dürften sich die Abflüsse nicht nachteilig verändern und keinerlei Rückhalteräume verloren gehen. Sollte tatsächlich in der Wyhraaue gebaut werden, müsse das "hochwasserangepasst" geschehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.01.2014
Nikos Natsidis

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