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Borna Potsdamer Kabarettisten in Borna
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17:09 09.03.2012
Musikvollstreckungs-Beamter Edgar May (l.) und Humor-Facharbeiter Michael Ranz als rüstiger Senior sorgen mit ihrem Programm für Heiterkeitsausbrüche. Quelle: Gislinde Redepenning
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Borna

Gelungene Wechsel zwischen Spielszenen von Ranz, mal charmant, mal deftig zotig, und musikalischen Kabinettstückchen machen das Potsdamer Comedy-Duo aus. May lässt seinem Partner Raum, sich über die liebe Familie auszulassen. Überzeugend schlüpft der in seine Rollen, besticht als Tänzer und Stimmenimitator. Als Mafioso - Inbegriff der zusammenstehenden Familie schlechthin. Und man bräuchte dazu nicht viel, ein paar Freunde, ein paar Waffen, und schon hätte man nie wieder Parkplatzprobleme.Oder als Sachse, der über kulinarische Innovationen nach der Wende lästert. Stilles Wasser für 2,80 Euro, was mag da sprechendes erst kosten? Unkraut auf dem Teller als Rucola zu verkaufen, Spaghetti al dente hätte man in der Kantine zurückgehen lassen und roher Fisch in Rollmopsform als Sushi - da wäre man in der DDR lange vor 1989 auf die Straße gegangen.Begegnet sind sich Ranz und May 1997 im großen Sendesaal des Senders Freies Berlin bei einer Aufzeichnung zum „Satirefest". Mit Entsetzen sah jeder das Programm des jeweils anderen. Einen Kasten Bier später stand dann das Konzept für das erste gemeinsame Programm. Inzwischen zelebrieren sie das achte, fast frei von den großen Gedanken der Weltpolitik und hochphilosophischen Fragen.Ihr Thema: Die Verwandtschaft, die man sich nicht aussuchen kann, skurrile Fallbeispiele und gute Ratschläge inbegriffen. Und natürlich Mutti als Rundumversorgerin, die ihr Muttersöhnchen verhätschelt und sich in alles einmischt. Offen bleibt, was letztendlich die Heiterkeitsausbrüche des Publikums auslöst. Die satirische Überzeichnung, sollte man meinen, oder der Humor der makaberen Sorte. Aber oft genug schauen sie nur genau hin, aufs wahre Leben. Schadenfreude kommt auf, wenn der ganz normale Wahnsinn des Alltags parodiert wird. Der exzessive Konsumgenuss egoistischer Senioren, die sich nicht an den Generationenvertrag hielten und ihr Erspartes nicht mehr in der Keksdose für die Enkel sammelten. Und die Junggesellen. Klausi, der mit über 40 noch bei Mutti wohnt, im alten Jugendzimmer mit verblichener Dschungelbuchtapete und Urkunde der Kinder- und Jugendspartakiade an der Wand, lebe wie im offenen Vollzug. Mutti sei nicht zu ersetzen, schließlich sei Klausi Allergiker, bräuchte regelmäßig warme Unterwäsche und seinen Lebertran. Das könne keine Ehefrau leisten. Mutti will Enkel, aber keine Schwiegertochter.„Frisch und unterhaltsam" fand Kulturmanagerin Gabriele Schitke den Auftritt des Humor-Facharbeiters Michael Ranz und des Musikvollstreckungs-Beamten Edgar May, die sie schon in Leipzig gesehen hatte und freute sich über die Resonanz: „Wir bieten seit acht Jahren erfolgreich ein Kleinkunstprogramm zum Frauentag an, und die Frauen gönnen sich einen schönen Abend, mit Freundinnen, Familie oder Kolleginnen." Zum Trost verkündete das Duo, Männer seien das unterlegene Geschlecht. Sie hätten keinen Busen, weil Doppelbelastungen sie überforderten.

Gislinde Redepenning

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