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Borna Pressnitztalbahn in Espenhain transportiert hauptsächlich Altmetall
Region Borna Pressnitztalbahn in Espenhain transportiert hauptsächlich Altmetall
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14:00 17.12.2016
Benjamin Weitzdörfer ist Leiter der Anschlussbahn, die das Unternehmen Pressnitztalbahn in Espenhain betreibt. Hier überwacht er den Stellwerkstisch. Quelle: André Neumann
Rötha/Espenhain

Freunde des Erzgebirges kennen die Preßnitztalbahn. Die kleine, liebevoll gepflegt Schmalspurbahn mit Dampflok kutschiert Touristen zwischen Jöhstadt und Steinbach hin und her. Sie wird von einem Verein betrieben. Unter derselben Adresse in Jöhstadt firmiert auch die Hauptverwaltung der Pressnitztalbahn (Doppel-s statt ß). Die betreibt deutschlandweit Güterverkehr und so genannte Anschlussbahnen. Eine davon befindet sich in Espenhain. Hier spielen Beschaulichkeit und Tourismus freilich keine Rolle, hier wird vor allem Schrott und gelegentlich Abfall transportiert, hier ist die Pressnitztalbahn ein Logistikdienstleister für die Industrie.

Benjamin Weitzdörfer (34) könnte man als lebendiges Bindeglied zwischen der Traditionsbahn im Erzgebirge und den Diesellokomotiven und Güterwaggons in Espenhain ansehen. Er gehört seit vielen Jahren zum Verein, war dabei als der Traditionszug im Jahr 2000 seine erste Fahrt antrat und im selben Jahr das Unternehmen gegründet wurde. Seit 2015 ist er Leiter der Anschlussbahn in Espenhain.

Die existiert in Espenhain seit 2005 und nutzt Gleisbestand und Gebäude des früheren Braunkohlenwerkes und des Tagebaus. Im Bereich des Bahnhofes mit seinem Stellwerkshaus liegen 15 Gleise nebeneinander. Auf denen stehen und fahren mehrere Lokomotiven, alle im typischen Blau des Unternehmens, das sich selbst kurz Press nennt.

Auf einem stilisierten Plan kann Weitzdörfer das Schienennetz der Espenhainer Bahn exakt überschauen. Neben der Bundesstraße 95 liegt zwischen Espenhain und Rötha der Übergangspunkt des DB-Schienennetzes in das der Press. Sobald die Züge von außerhalb den passieren und in den Espenhainer Bahnhof hineinfahren, übernimmt Weitzdörfer mit seinem Team aus zwei Fahrdienstleitern, Lokführer, Rangierleiter, Bautrupp und Verwaltungsmitarbeiter. Aus dem Bahnhof heraus führen Gleise in das Gelände der Firma Scholz Recycling, zur Abfalldeponie Cröbern, zur Firma TDE und ins Industrie- und Gewerbezentrum (IGZ) „Goldener Born“ bei Thierbach.

Die Deponie erhält nur noch in unregelmäßigen Abschnitten Transporte auf der Schiene. Das Gleis zur TDE ist ungenutzt und das durchs IGZ wird nur gebraucht, wenn mal ein tonnenschwerer Trafo von oder zur dortigen Umspannstation transportiert werden muss. Regelmäßiger Schienenverkehr herrscht nur in Richtung des Altmetallaufbereiters. Der wird von Montag bis Freitag beliefert, dann werden Waggons mit Altmetall in die Recyclinganlage gefahren und Wagen mit für die Industrie aufbereitetem Schrott wieder heraus. Im Monat um die 280 Waggons. Zweimal täglich kommt eine Lokomotive der Mitteldeutschen Eisenbahn (MEG), um Waggons zum Bahnhof zu bringen und von hier abzuholen.

Überwacht wird der Verkehr auf den rund 20 Kilometer Gleisen der Pressnitztalbahn am großen Stellwerkstisch. Hunderte Lämpchen zeigen an, wo gerade eine der Dieselloks fährt, welche Strecken frei beziehungsweise gesperrt sind, was auf Knopfdruck gesteuert wird. Von hier oben hat der Fahrdienstleister zugleich einen guten Blick über den gesamten Bahnhof und auf den benachbarten Instandsetzungsstützpunkt, den Press auch noch in Espenhain betreibt.

Von André Neumann

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