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Borna Prisma-Projekt stößt auf Widerstand in Kesselshain
Region Borna Prisma-Projekt stößt auf Widerstand in Kesselshain
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19:42 26.04.2010
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. Nachdem die Idee in der Öffentlichkeit bisher eher positiv aufgenommen wurde, formiert sich jetzt möglicherweise Widerstand. Speziell im kleinsten Bornaer Ortsteil Kesselshain. 19 Uhr beginnt eine öffentliche Informationsveranstaltung im Goldenen Stern.

Joachim Steinhäußer ist nicht amüsiert, wenn er auf die Idee angesprochen wird, am Bockwitzer See einen freien Strafvollzug für kriminelle Jugendliche einzurichten. „Ich habe in Kesselshain jedenfalls bisher noch keine positive Reaktion auf die Idee vernommen“, erklärt der Mann, der als Vorsitzender des Siedlervereins Kesselshain und Chef der Stadtratsfraktion von Freien Wählern Borna (FWB) und FDP sozusagen in einer verantwortlichen Doppelrolle ist.

Steinhäußer ist nicht der einzige Bewohner von Kesselshain, den die Pläne des Prisma-Vereins umtreiben. Der Bornaer Grünen-Sprecher Axel Meier regt die Bildung einer Bürgerinitiative an. Zugleich stellt er klar, dass deren Stoßrichtung keineswegs gegen den Verein aus Baden-Württemberg gerichtet sei, „sondern gegen das Projekt am Bockwitzer See“.

Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), die heute zusammen mit Vereinsvertretern zunächst Mandatsträger wie Landtagsabgeordnete und Stadträte ins Bild über das Prisma-Projekt setzt, bevor ab 19 Uhr die Öffentlichkeit informiert werden soll, räumt ein, dass noch einige Fragen offen seien. Langfristig aber könne das Projekt einen Imagegewinn bedeuten. Luedtke, die in Begleitung von Stadträten in Leonberg war, wo der Verein bereits einen „Jugendstrafvollzug in freien Formen“ betreibt, verweist auf einen Reiterhof und ein Hotel, die sich dort in unmittelbarer Nähe des Prisma-Gebäudes befänden. „Etwas Negatives ist dort noch nicht passiert.“ Im Gegenteil: Die jungen Straftäter könnten zu gemeinnütziger Arbeit herangezogen werden, was in Borna der Sauberkeit des Strandes am Bockwitzer See zugute käme. Darüber hinaus sei klar, dass an den Plänen, die Straße von Borna nach Dittmannsdorf zu bauen, keine Abstriche gemacht würden.

Unterstützung bekommt die Rathauschefin von Daniel Knorr, seines Zeichens stellvertretender Linken-Stadtratsfraktionsvorsitzender. Es sei immer „das Unbekannte, das in uns Ängste und Befürchtungen hervorruft“. Auch die Linken-Fraktion habe dem Projekt anfangs kritisch gegenübergestanden. Allerdings habe spätestens der Besuch in Leonberg, wo das Projekt bereits seit mehreren Jahren läuft, „unsere Meinung grundlegend geändert“. Gerade die Gespräche mit umliegenden Firmen hätten gezeigt, dass es weder wirtschaftliche, noch touristische Nachteile gebe.

Der freie Vollzug, so Knorr weiter gegenüber der LVZ, sei eine Chance für Jugendliche wieder in die Gesellschaft integriert zu werden. Es gehe nicht um Schwerverbrecher, sondern um junge Menschen, die straffällig geworden seien und die „den eigenen Willen haben, wieder für die Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen“. Knorr erklärt weiter, dass die Finanzierung des Projektes durch das Justizministerium erfolge und die Stadt Borna damit nicht belastet werde.

Nikos Natsidis

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