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Pro und Kontra zum Solarpark in Wiederau

Pro und Kontra zum Solarpark in Wiederau

Zur Pegauer Stadtratssitzung lag am Mittwochabend ein Beschlusspapier auf dem Tisch, das für heftiges Pro und Kontra sorgte. Dabei geht es um den Plan, am Wiederauer Sender einen Solarpark zu bauen.

Pegau. Im vergangenen Jahr kaufte die Stadt das 25 Hektar große Areal für den günstigen Preis von 10 000 Euro. Damals war im Gespräch, dass man das Gelände künftig wirtschaftlich nutzen könnte. Nun will man Nägel mit Köpfen machen. Konkret geht es um einen Solarpark, für den Investoren gesucht werden sollen. Um mit ihnen in Verhandlung treten zu können, sei ein so genannter Aufstellungsbeschluss nötig, bevor der eigentliche Bebauungsplan erarbeitet wird. Diesem Beschluss sollte der Stadtrat zustimmen. "Der Solarpark ist eine gute Möglichkeit für die Stadt, Geld einzunehmen", warb Bauamtsleiter Gunther Grothe für das Projekt. Er rechnet mit 500 000 Euro Pacht plus Gewerbeeinnahmen. Aufgrund der großen Politik sei das Interesse für Solar zurück gegangen, daher müsse man "bald reagieren". Erste Kontakte zu Behörden habe es schon gegeben, denn das Gebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet, daher ist die Sache nicht einfach. Entschieden sei noch gar nichts. "Ich kann jetzt nicht versichern, dass wir einen Investor finden. Aber wir sollten es angehen", so Grothe.

Die drei Ortsvorsteher (OV) aus Wiederau, Großstorkwitz und Weideroda waren stinksauer, weil ihre betroffenen Orte im Vorfeld nicht mit einbezogen wurden. Viele Anwohner hatten von dem anstehenden Beschluss aus der LVZ erfahren. Alle drei OV lehnten das Vorhaben mit ihren Ortschaftsräten ab, wie sie betonten. "So eine Bebauung verschandelt die Fläche. Außerdem wird diese Branche oft von Kleinanlegern finanziert, die dann in Größenordnung geschädigt werden", wetterte der Wiederauer OV Michael Buth. Seiner Meinung nach sollte dort Wald wie auf der Pegauer Kippe gepflanzt werden. Und ob der Investor des Schlosses Wiederau, "um den wir lange gekämpft haben", davon begeistert sei, wolle er stark bezweifeln. Auch Gerhard Landgraf, OV in Großstorkwitz, lehnte rigoros ab: "Wo die Pegauer hingucken, wird Wald gepflanzt, und wo die Dörfer hingucken, soll ein Solarpark hin!"

Seine Frau, Stadträtin und Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (CDU), sagte, sie sehe "keine Chance", dass in einem Landschaftsschutzgebiet ein Solarpark genehmigt wird. Und sie ist dagegen: "Wir haben dort noch ein Stück gewachsene Elsteraue. Wieso müssen wir genau dort so was bauen?!" Stattdessen solle man lieber nach einer geeigneten Industriebrache suchen.

Für die Solaranlage war Andreas Heimann (SPD). Mehrere große Firmen haben in den vergangenen Jahren Pegau verlassen, die Einnahmen werden immer geringer, "und hier gibt es Geld, das uns zufliegt", argumentierte der Stadtrat. Marko Thrandorf (Pro Pegau) schlug vor, einen breiten Grünstreifen um den Solarpark zu pflanzen. Kurt Brause (Pro Pegau) regte an, das Areal verschieden zu nutzen. Ein Teil könnte Solarpark, ein anderer bepflanzt werden. Horst Wiligalla (Pro Pegau) ging zur Grundsatzdiskussion über: "Atomkraftwerke wollen wir nicht, Braunkohle auch nicht, einige lehnen die Windräder ebenfalls ab - und nun wollen wir auch keine Solaranlage. Aber wir brauchen alle Energie, wo soll die denn herkommen?" Er persönlich sei eher für Solar als Windkraft.

Am Ende wurde über das Thema nicht abgestimmt. Uwe Bartsch (Freie Wählergemeinschaft Kitzen) brachte den Antrag ein, den Beschluss zu verschieben. "Es sollte vorher mit den betroffenen Ortschaftsräten und dem Schloss-Investor gesprochen werden. Das ist sonst zu sehr übers Knie gebrochen", begründete Bartsch. 20 Städträte stimmten für den Antrag, zwei dagegen, vier enthielten sich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.02.2014
Claudia Carell-Domröse

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