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Probebetrieb für neues Silo für Kraftwerksasche

Probebetrieb für neues Silo für Kraftwerksasche


Peres/Lippendorf. Der Probebetrieb für ein neues 500-Kubikmeter-Silo begann in der Reststoffverwertungsanlage (RVA) in Peres.

Die Firma IBAU Hamburg hatte dazu von der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgungs GmbH (Mueg) den Auftrag erhalten. Sie nahm für die Planung und den Bau 900 000 Euro in die Hand.Mit Hilfe des neuen Silos ist es möglich, kalkreiche Aschen der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag) dosiert dem Mischprozess der Lippendorfer Asche zuzugeben. „Damit wollen wir gewährleisten, dass auch künftig eine stabile Verwertung der Reststoffe des Kraftwerkes Lippendorf erfolgen kann", erklärt der Leiter der RVA Peres, Tobias Werle. In den letzten Jahren sei der Anteil an Kalk in der Asche des Lippendorfer Kraftwerkes zurückgegangen. „Wir brauchen jedoch den Kalk in der Asche, damit wir ein Aschestabilisat herstellen können, das im ehemaligen Tagebau Peres als Stützkörper eingebaut werden kann", sagt der 44-jährige Werle. „Die Tests zum Austrag der kalkreichen Wirbelschichtaschen, die in Peres als Anreger und Reaktionsbeschleuniger eingesetzt werden, laufen seit Anfang Juni", informiert der Diplomingenieur für Bergbau, der die Pereser Anlage 1999 mit in Betrieb nahm. Derzeit werden pro Jahr 440 000 Tonnen Elektrofilterasche in Peres eingebaut. Weitere 44 000 Tonnen vermarktet die Mueg an die Bauindustrie, um zum Beispiel Flächen zu stabilisieren. „Unser Verfahren bewirkt, dass die behandelte Filterasche betonähnliche Eigenschaften besitzt, die im Straßen- und Wegebau eingesetzt wird", erklärt Werle. Ende Juni soll nun das neue Silo in den Regelbetrieb der Mueg übergehen. Es hat eine Höhe von 30 Metern. „Der Silomantel ist mit einer Stahltrapezfassade entsprechend der vorhandenen Ausrüstung in Peres verkleidet", erklärt die Pressereferentin der Mueg, Doris Arndt. Damit besteht die Ascheannahme in der RVA aus drei Silos. Sie werden zum einen mit kalkreicher Asche aus dem Kundenkraftwerk der Mibrag in Zeitz und dem Industriekraftwerk der Mibrag in Wählitz und zum anderen mit Asche aus dem Kraftwerk Lippendorf gefüttert. „Wir hätten auch reinen Branntelkalk einsetzen können. Doch das wäre uns weitaus teuerer gekommen", so Werle. Ein Gutachten der Universität Innsbruck habe ergeben, dass der gleiche Effekt erzielt werde, wenn kalkhaltige Asche beigemischt würde. Doch dazu benötigte die Anlage mehr Lagerkapazität, die jetzt mit dem neuem Silo geschaffen sei. 90 Prozent der Reststoffe sollen weiterhin aus Lippendorf kommen. Diese gelangen über eine umweltschonende geschlossene Bandanlage direkt vom Kraftwerk zur Anlage. Pro Tag kommen 2000 Tonnen Asche mittels zweier über zwei Kilometer langer sogenannter Pipe-Conveyer in die RVA. 28 Mann arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb montags bis freitags. Die kalkhaltigen Aschen für die Reaktionsbeschleunigung reisen per LKW aus den Mibrag-Kraftwerken in Peres an. Außer der Verwertungsanlage in Peres betreibt die Mueg weitere in Lochau (bei Schkopau) und Deuben. Darüber hinaus bewirtschaftet die Mueg in der Region das Klärwerk in Espenhain und saniert die Tagebaurestlöcher Espenhain und Böhlen. Auf der ständigen Suche nach innovativen Lösungen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft hat die Mueg in Espenhain eine Anlage zur Herstellung von wieder verwendbaren Produkten aus Reststoffen errichtet.

Cornelia Braun

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