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Probleme mit dem Brandschutz im Rathaus von Kitzscher

Probleme mit dem Brandschutz im Rathaus von Kitzscher

Die Stadt Kitzscher wird in den kommenden Jahren kräftig in ihr Rathaus investieren müssen, obwohl das erst vor knapp zwanzig Jahren aufwendig saniert worden war.

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Im Rathaus von Kitzscher müssen mehrere Türen durch Brandschutztüren ersetzt werden. Hier Bürgermeister Maik Schramm am Eingang zum Standesamt.

Quelle: André Neumann

Kitzscher. Bei einer Brandschutzkontrolle hat das Landratsamt zahlreiche Mängel festgestellt.

Die so genannten Brandverhütungsschauen finden an öffentlichen Gebäuden im mehrjährigen Rhythmus statt. Das Rathaus von Kitzscher nahmen die Mitarbeiter der Abteilungen Bauordnung und Brandschutz des Landratsamtes im vergangenen September unter die Lupe. Seitdem zerbricht man sich im Rathaus den Kopf über eine 13 Punkte umfassende Mängelliste. „Da hat es uns leider voll erwischt", sagte Bürgermeister Maik Schramm (parteilos) auf der jüngsten Stadtratssitzung. Einiges unter den Beanstandungen können man „mit dem Hausmeister beheben", sagt Schramm. Anderes wird richtig Geld kosten.

Dazu gehören zweite Rettungswege für den Festsaal und für den Gemeindesaal. Die beiden Säle befinden sich im Obergeschoss des Rathauses an den beiden Stirnseiten des Gebäudes. Der einzige Rettungsweg für das gesamte Haus ist das Treppenhaus in der Gebäudemitte. Bisher gab es anstelle eines zweiten Fluchtweges eine Ausnahmegenehmigung für die Rettung über die Drehleiter der Feuerwehr. Das aber sei laut aktueller Feststellung des Landratsamtes nicht möglich. Der Bürgermeister möchte den Gedanken von sich wegschieben, an jeder Giebelseite eine Rettungstreppe anbauen zu müssen. Nicht nur, weil das viel Geld kostet, sondern auch, weil es nicht gut aussähe.

Zu den dicken Brocken gehören auch mehrere Brandschutztüren im Gebäude. Ob Standesamt, Übergang zur Polizei, Innentür des Haupteinganges oder Toilettentüren – sie alle wurden bei der Sanierung individuell aus Eichenholz gefertigt, sind zum Teil zweiflügelig und einige haben Bögen. Doch weil sie direkt vom Treppenhaus abgehen, was der Hauptrettungsweg im Gebäude ist, verlangt der Gesetzgeber Brandschutztüren. Sorgenvoll blickt Schramm auf diese Türen, die nach 19 Jahren noch kein bisschen renovierungsbedürftig aussehen und meint: „Das wird teuer."

Bisher hat das Landratsamt nur die Mängel aufgelistet und noch keinen Termin gestellt, bis zu dem sie zu beseitigen sind. Im Rathaus von Kitzscher geht man aber davon aus, dass innerhalb der nächsten Jahre gehandelt werden muss. Derzeit wird über verschiedene Varianten nachgedacht. Was das alles kosten wird, kann noch niemand sagen. Auf jeden Fall wolle man versuchen, erläutert Schramm, Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau Ost zu nutzen.

Das heutige Rathaus wurde von 1943 bis 1945 gebaut und nach dem Krieg als Schule eingeweiht. 1990, als die Schülerzahlen stark zurückgingen, wurde das Haus als Schule nicht mehr benötigt und die Stadtverwaltung, die ihren Sitz bis dahin in zwei Einfamilienhäusern hatte, ließ das Haus zum Rathaus umbauen. In dem arbeiten heute rund 25 Frauen und Männer, dazu kommt der Polizeiposten Kitzscher, der im Rathaus eingemietet ist. „Wir waren davon ausgegangen, dass hier nach der Sanierung vor 20 Jahren nicht so viel mangelhaft ist. Unglücklicherweise ändern sich Brandschutzbestimmungen, richten sich nach neuesten Erkenntnissen", sagt Schramm.

In anderen öffentlich genutzten Gebäuden hat Kitzscher in den vergangenen Jahren schon kräftig in den Brandschutz investiert. Unter anderem an der Grundschule mit einem dritten Rettungsweg, einem Notausgang für die Turnhalle und erneuerter Elektroverteilung. Auch das Haus der Vereine bekam einen zweiten Rettungsweg. In der Kindertagesstätte „Wirbelwind" muss demnächst der Bereich der Kindereinrichtung baulich von den Räumen des Essenversorgers abgetrennt werden.

André Neumann

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