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Borna Projektauftakt in Böhlen
Region Borna Projektauftakt in Böhlen
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15:15 19.05.2015
Performance mit Zeitungen: Die Berufsschüler suchen zuerst nach einem markanten Thema in der LVZ, das sie später pantomimisch darstellen. Quelle: Thomas Kube

Für den offiziellen Auftakt in der Borna-Geithainer Region sorgten gestern etwa 60 junge Leute des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) Leipziger Land in Böhlen. Bei einer "Performance mit Zeitungen" verwandelten die Schüler Inhalte der aktuellen LVZ in menschliche Standbilder.

Die BSZ-Cafeteria mauserte sich gestern früh zu einem kleinen Theater der Pantomime. Solveig Rupprich, Tutorin der Klasse 12a des Beruflichen Gymnasiums, gab die Aufgabe vor, bei der Kreativität gefragt war. Mehrere Gruppen der drei beteiligten Klassen sollten nach einer zehnminütigen Zeitungsschau ein Thema pantomimisch darstellen und dabei für Sekunden zu einem Bild erstarren. Die anderen 16- bis 19-Jährigen sollten schließlich anhand der Mimik und Gestik herausfinden, um welchen Beitrag es sich in der LVZ handelt.

Der Bericht über die Verleihung der MTV Music Awards, bei der Pop-Sternchen Miley Cyrus auf offener Bühne einen Joint rauchte, hatte es der Gruppe um Vivian Fatah (16) angetan. Sie stellte die Szene mit dem Joint nach. "Es stellt ein schlechtes Beispiel für uns Jugendliche dar", nannte die in Borna wohnende Berufsgymnasiastin für Biotechnologie den Grund. "Es zeigt, wie schnell man abstürzen kann." Vivian Fatah ist bislang mit Zeitungslektüre nicht vertraut und möchte das Projekt nutzen, um Erfahrungen zu sammeln - und um Nachrichten aus der Region zu lesen.

Den Streik auf dem Flughafen Schkeuditz setzte die Gruppe um Josefin Barthel (18) in ein Standbild um. "Ich habe das mit dem Streik schon im Fernsehen gesehen, das Thema wurde stark diskutiert, und in der Zeitung sprang das große Bild ins Auge", erklärte das Mädchen aus Machern, das ebenfalls das Berufsgymnasium für Biotechnologie besucht. Durch das Projekt will sie mehr Verbindung zu einer Tageszeitung finden. "Bislang sträubte ich mich, weil sie so unhandlich ist."

"Die Schüler lesen, wenn sie eine Zeitung haben", weiß Solveig Rupprich aus Erfahrung. Die Naunhoferin arbeitet seit zehn Jahren am BSZ Leipziger Land und hat an der inzwischen geschlossenen Außenstelle in Espenhain bereits zweimal am LVZ-Projekt teilgenommen. Sie wird in den nächsten vier Wochen die Tageszeitung nicht nur in den Deutschunterricht, sondern auch in Gemeinschaftskunde einbinden. Weitere Lehrerkollegen hat sie ermuntert, die LVZ im Unterricht zu nutzen, etwa zum Thema Wirtschaft. "Auch Gymnasiasten müssen an eine Tageszeitung herangeführt werden", weiß die Tutorin. Die Zeitung sei bei der Herausbildung von Bewusstsein und politischen Interessen ebenso wichtig wie bei der Vertiefung von Allgemeinbildung. So will Rupprich mit der täglichen Zeitung auf dem Tisch das Lehrplan-Thema "Politik gestalten" vertiefen. Ein Schwerpunkt werde auch die Arbeit mit Textsorten wie Kommentar und Rezension sein. Ihre Kollegin Birgit Plätzer, Lehrerin am BSZ für Deutsch und Geschichte, verfolgt mit dem Projekt unter anderem, die Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit der angehenden Sozialassistenten zu schulen.

Neben LVZ-Regionalchefredakteur Frank Prenzel wohnte auch Sylvia Werner, Pressesprecherin der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag), dem Auftakt bei. Die Mibrag unterstützt das Projekt erstmalig. Sie finanziert die Zeitungsexemplare und ermöglicht einigen Klassen den Besuch des Tagebaus Schleenhain und der Ausbildungsstätte in Profen. "Bildung junger Leute ist uns sehr wichtig, die Tageszeitung leistet dazu einen großen Beitrag", begründete Werner das Engagement des Unternehmens. Die Zeitung liefere regionale und überregionale Informationen und trage zur Meinungsbildung bei.

Mit dem Projekt soll in der heutigen Informationsgesellschaft vor allem die Medienkompetenz der Schüler ab Klassenstufe 7 gestärkt werden. Das von der LVZ beauftragte Institut Promedia Wolff stellt den Pädagogen dazu ein umfangreiches Lehrmaterial zur Verfügung. Die Schüler sollen aber vor allem Spaß am Zeitunglesen finden und auch in die Welt der Zeitungsmacher eintauchen. Dazu zählt, dass sie selbst als Reporter tätig werden können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2013
Frank Prenzel

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