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Borna Prominenter Zuzug in Witznitz: Fischer-Art bringt Farbe ins Maschinenhaus
Region Borna Prominenter Zuzug in Witznitz: Fischer-Art bringt Farbe ins Maschinenhaus
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17:35 03.03.2016
Der Prototyp eines Wohnmoduls zur Unterbringung von Flüchtlingen: Michael Fischer-Art bringt Farbe auf die funktionalen Bauteile.   Quelle: LVZ
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Borna

 Ein prominenter Leipziger hat seine Fühler nach Borna ausgestreckt. Der Maler Michael Fischer-Art ist von Einwohnern in Witznitz bereits gesehen worden. Jetzt gibt es Gewissheit, dass sich der Künstler für den Standort entschieden hat. Hinter den ungeputzten Fenstern des ehemaligen Maschinenhauses der Brikettfabrik sind bunte Comicfiguren zu entdecken, die aus dem Pinsel des 46-Jährigen stammen müssen. Beim genauen Hinsehen tummeln sich die Gestalten auf den Wänden eines Wohnmodul-Prototypens, auf das Fischer-Art Farbe gebracht hat.

Obwohl sich Immobilienmakler Bert P. Giesen am Mittwoch mit Verweis auf des Exklusivrecht des Künstlers zurückhielt, bestätigte er „stete Gespräche“ mit dem prominenten Interessenten. Offensichtlich sei der Run auf die Industriebauten der ehemaligen Brikettfabrik so groß, dass bis Ende März alle Gebäude verkauft sein werden. „Wir sind in konkreten Verhandlungen mit Investoren“, so Giesen. Auch den Verkauf von bislang mehr als zehn Einfamilienhäusern bewertete der Makler als gut. Am Donnerstag soll der Verkauf eines bislang unbewohnten Reihenhauses an der Grünen Harfe über die Bühne gehen. Für sechs noch aufzuteilende Reihenhäuser im ehemaligen Pressenhaus laufen derzeit die Genehmigungen. Wenn die Anbindung des Wohngebietes an die Pawlowstraße fertig ist, würden weitere Filetstücke aus der Insolvenzmasse vermarktet. „Das Interesse an dem Standort ist groß, auch zu den Konditionen, die aufgerufen werden“, sagte Giesen.

Damit dürfte die Hängepartie für das Mischgebiet im Norden von Borna beendet sein. Nachdem sich die Gläubiger im vorigen Jahr auf eine Abwicklung der Insolvenz, die von den Entwicklungsgesellschaften MIP und Mitem 2013 hingelegt worden war, einigen konnten, stehen Wohn- und Gewerbegrundstücke hoch im Kurs. Die Nachricht vom prominenten Nachbarn breitete sich am Mittwoch wie ein Lauffeuer in Witznitz aus. „Fischer-Art ist ein Zugpferd, das vielleicht noch andere Investoren nach sich zieht“, hoffte Karin Franke. Für die Bewohnerin an der Grünen Harfe wertet der weltweit erfolgreiche Maler das gesamte Wohngebiet auf. Auch in der Stadtverwaltung wird die Ansiedlung mit Wohlwollen gesehen. „Fischer-Art ist ein Gewinn für die Stadt“, sagte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Nachdem der Leipziger in seiner Heimatstadt sowie in Berlin, Stuttgart, Chemnitz und Sebnitz ganze Häuser bunt gemacht habe, könne sie sich vorstellen, dass er auch in Borna seine Spuren hinterlässt. „Mir persönlich gefällt sein Stil“, so die Stadtchefin.

Wie Fischer-Art das Maschinenhaus und vielleicht weitere Immobilien auf dem Gelände der ehemaligen Brikettfabrik Witznitz nutzen wird, blieb am Mittwoch offen. Dem ersten Eindruck zufolge bietet sich die hohe Fabrikhalle an, hier die Bemalung von Wohnmodulen fortzusetzen.

Von Birgit Schöppenthau

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