Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Proteste beim Spatenstich fürs neue Edeka-Lager
Region Borna Proteste beim Spatenstich fürs neue Edeka-Lager
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:30 19.05.2015
Wütende Arbeitnehmer zeigen in Berbersdorf, was sie von der Vernichtung von Arbeitsplätzen halten. Quelle: Dirk Wurzel

Bis zum Sommer 2014 will die Unternehmensgruppe Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen ihr Regionallager fertig haben, das verkehrsstrategisch günstig liegt, weil die Autobahnabfahrt Berbersdorf nur einen Steinwurf entfernt ist. Danach gehen in den Lagern in Borna sowie Hof die Lichter aus.

Ab August nächsten Jahres sollen die Edeka-Märkte ihr Trockensortiment aus Berbersdorf bekommen, ab November 2014 liefert das Logistikzentrum die ganze Produktpalette an 520 Märkte in Sachsen, Brandenburg und Thüringen, teilte das Unternehmen mit. Die Gruppe investiert 125 Millionen Euro in Berbersdorf. Die Pakete für die Lieferung in die einzelnen Märkte der Gruppe werden auch von Maschinen zusammengestellt. Die übernehmen zudem den Wareneingang. Damit die menschlichen Mitarbeiter des Regionallagers nicht hoch greifen müssen, kommen in Berbersdorf Wareneingangspaletten zum Einsatz, die nur halb so hoch gespalten sind, als dies bisher der Fall ist. Speziell Obst- und Gemüsestiegen türmen sich dann nur noch 1,20 Meter statt 2,40 Meter hoch auf den Paletten.

Am neuen Standort finden allerdings nur noch 300 Mitarbeiter einen Job. Das bedeutet, dass von 292 Mitarbeiterin im Bornaer Lager und den 250 Beschäftigen in Hof etwa 200 ihre Arbeit verlieren. Einen Sozialplan gibt es noch nicht. Im Oktober wurden eine Gesamtbetriebsvereinbarung und ein Interessenausgleich unterzeichnet. Die Betriebsvereinbarung regelt das freiwillige Ausscheiden von Beschäftigten in Borna und Hof. Die Lager schließen frühestens am 30. September 2014.

Beim ersten Spatenstich in Berbersdorf ließ Edeka Fragen zum Personal unbeantwortet. In Berbersdorf sollen zunächst die Mitarbeiter eingesetzt werden, die zur Zeit in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen. Die zu verteilenden Stellen werden je zur Hälfte zwischen den Belegschaften in Borna und Hof aufgeteilt. So steht es in der Gesamtbetriebsvereinbarung. Damit dürften mehr Bornaer Edeka-Mitarbeiter auf der Straße landen als aus Hof.

An der Riesenbaustelle nahe der Autobahn 4 trugen beim ersten Spatenstich Edeka-Beschäftigte ihre Arbeitsstätten symbolisch zu Grabe. "Hier werden Arbeitsplätze vernichtet", sagte Verdi-Betriebsgruppenchef Wolfgang Stark. Vor allem die teilweise vollautomatische Lagertechnik sorge dafür, dass Edeka in Berbersdorf weniger Leute braucht. "Klar, das Vorhaben findet nicht Zustimmung bei allen. Das sehen wir vor der Tür", sagte der Freiberger Landrat Volker Uhlig (CDU) über die protestierenden Edeka-Mitarbeiter in seiner Festrede. "Aber das müssen wir akzeptieren, das gehört zur Demokratie." Auch der Freiberger Vizelandrat Manfred Graetz (CDU) zeigte Verständnis für die Belange der Mitarbeiter.

"Deswegen bleibt auch das Aktionsbündnis bestehen, dass diese Bemühungen beobachten wird. Der Verlust für die Orte durch die Schließung ist groß. Vielleicht kann da noch Schadenbegrenzung betrieben werden", erklärte der Bornaer Verdi-Ortsvorsitzender Daniel Knorr (Linke).

Das Edeka-Lager in Borna war in den 90er Jahren entstanden. Vor sieben Jahren waren die Mitarbeiter informiert worden, dass das Unternehmen seine Zelte in Borna abbrechen will.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.03.2013

Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es gibt nun konkrete Fakten zum seit lang geplantem Radweg zwischen Groitzsch und Großstolpen. "Die Route ist jetzt klar", sagte Bürgermeister Maik Kunze. 1,4 Millionen Euro werden für dieses Projekt vom Bund investiert.

19.05.2015

Der Volksplatzverein hat die neuen Kulturförderrichtlinien stark kritisiert. Auf der Stadtratssitzung in der letzten Woche wurden sie mit knapper Mehrheit beschlossen.

19.05.2015

Nach den ergebnislosen Beratungen Ende vorigen Jahres kam es auch vorgestern Abend nicht zum Beschluss des neuen Trinkwasserpreises für den Altkreis Borna. Auch, weil sich eine neue Situation ergeben hat: Der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) muss nach einer Bürgerbeschwerde bei der Nachkalkulation nachbessern, was sich für den Gebührenzahler in den nächsten Jahren in bare Münze auszahlt.

20.05.2015
Anzeige