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Borna Prozess um Bornaer Cannabis-Plantage vor dem Urteil
Region Borna Prozess um Bornaer Cannabis-Plantage vor dem Urteil
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18:27 10.09.2018
Das LKA stellte in Borna im Januar 3000 erntereife Pflanzen sicher und beschlagnahmten diese. Quelle: LKA
Leipzig/Borna

Ein bisschen beeindruckt war Kriminaloberkommissar Felix B. auch noch knapp acht Monate nachdem er bei einem Einsatz in Borna dabei war, als Spezialeinheiten eine Cannabis-Plantage in einer Lagerhalle auf einem Firmengelände sicherstellten. „So etwas Hochprofessionelles habe ich in meiner Laufbahn noch nicht gesehen“, sagte der Beamte am Montag vor der 8. Strafkammer des Landgerichtes Leipzig aus. Dort wurde der Prozess gegen Rafal J. fortgesetzt, dem die Staatsanwaltschaft Leipzig vorwirft, sich Ende 2017 einer Tätergruppe angeschlossen zu haben, die in der Deutzener Straße die professionelle Cannabisplantage betrieben habe. Mehr als 3000 erntereife Pflanzen wurden gefunden. Die Plantage wurde wohl durch ein Computersystem gesteuert und überwacht. Laut Landeskriminalamt (LKA) hatte der Ertrag aus einer Ernte ein Volumen von etwa 100 Kilogramm, was einem Marktwert von mehreren 100 000 Euro entspricht.

Hochmoderne Technik zur Aufzucht

Der 46-jährige Pole befand sich beim Zugriff der Spezialeinheit des Landeskriminalamtes in einer der beiden Hallen. Er hatte dort einen Schlafplatz und war wohl mit der Pflege der Marihuanapflanzen beauftragt. Die Indoorplantage war mit hochmoderner Technik ausgestattet. Wärmelampen, ein Bewässerungssystem, Düngervorräte und Zeitschaltuhren sorgten für ein optimales Wachstum. Überwachungskameras sendeten Bilder vom Entwicklungsstadium der Pflanzen an eine unbekannte Stelle. „Wir konnten nicht mehr ermitteln, wohin die Datenübertragung per Funktechnik führte“, berichtete der Zeuge.

Angeklagter schweigt weiter

Zwischen 90 Zentimeter und 1,60 Meter hoch waren die Marihuanapflanzen gewachsen und standen unmittelbar vor der Ernte. „Am 24. Januar bekamen die Ermittlungsbehörden vom LKA den Hinweis auf die Plantage, die am darauffolgenden Tag geerntet werden sollte. Daraufhin wurde sofort mit der Einsatzplanung begonnen, die tags darauf auch umgesetzt wurde“, berichtete der Polizeibeamte. Seitdem sitzt Rafal J. in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

Während des Prozessverlaufes wurde bekannt, dass der Eigentümer des Geländes einen Mietvertrag mit einer Briefkastenfirma in Berlin abgeschlossen hatte. Einmal sei die vereinbarte Miete von 5000 Euro auch bezahlt worden. Der Vermieter habe in Vernehmungen ausgesagt, dass er davon ausgegangen sei, das Gebäude an eine Firma für Zaunbau vermietet zu haben. Was sich in den Hallen tatsächlich abgespielt habe, wisse er nicht.

Überwachungskameras auf dem Gelände

Die Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Katrin Seidel sichtete umfangreiches Bild- und Videomaterial. Unter anderem aus Überwachungskameras eines früheren Mieters. Skurril: Auch die Cannabis-Bauern waren offenbar nicht davon ausgegangen, dass die veralteten Kameras überhaupt aufzeichnen. Taten sie aber. „Auch wenn das Material von schlechter Qualität ist, konnten darüber eindeutig Bewegungen auf dem Firmengelände festgestellt werden“, erklärte Kommissar Felix B. dem Gericht. Das Urteil wird am Mittwoch erwartet.

Von Thomas Lieb

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