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Borna Prozess um Regiser Folterskandal beginnt mit Panne
Region Borna Prozess um Regiser Folterskandal beginnt mit Panne
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15:39 19.01.2010
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. Das Gericht vertagte sich unmittelbar nach Verlesung der Anklageschrift, weil ein psychiatrischer Gutachter aus Tübingen nicht erschienen war. Er hatte den Termin vergessen, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig lastet den beiden Angeklagten Nouredine F. und Patrick B. – heute 17 und 26 Jahre alt – unter anderem versuchten Mord an. Die Mitinsassen der JSA sollen ihr Opfer ab Mai 2008 über mehrere Wochen lang gedemütigt und misshandelt haben. Nach Auffassung von Staatsanwalt Ulrich Jakob beschlossen sie, Thomas P. „zum Objekt erniedrigender Handlungen zu machen, um Macht zu demonstrieren.“ Teilweise wurden sie den Ermittlungen zufolge dabei von anderen Häftlingen unterstützt. Gegen mutmaßliche Mittäter laufen gesonderte Verfahren.

Die Anklage listet mehrere Vorfälle in der Anstalt ab 2. Mai 2008 auf. So soll der junge Mann, der zu dieser Zeit eine halbjährige Strafe wegen Schwarzfahrens im Jugendgefängnis absaß, vom damals erst 15-jährigen Nouredine F. im Duschraum mit heißem Wasser übergossen worden sein, das vorher mit einer Kaffeemaschine erhitzt worden war. Das Opfer erlitt Verbrennungen ersten und zweiten Grades am Rücken, wurde im St. Georg behandelt.

Am Nachmittag des 22. Mai sollen die Angeklagten mit ihrem Opfer „Gericht“ gespielt haben. Der Geschädigte sollte einen Vergewaltiger spielen und sich auf eine Toilettenbürste setzen. Er weigerte sich, wurde laut Anklage schließlich gefesselt und bemalt.

Üble Rollenspiele folgten, ebenso Schläge und Misshandlungen mit einem Besenstiel. Die Angeklagten sollen ihr Opfer schließlich so eingeschüchtert haben, dass es ihnen glaubte, dass Russen eine Kopfprämie auf seinen Tod ausgesetzt hätten.

Am 24. Mai versuchte sich Thomas P. zweimal in seiner Zelle das Leben zu nehmen. Mit einem Gürtel wollte er sich strangulieren, nahm aber wieder Abstand davon. Später sollen die Angeklagten dazu gekommen sein und versucht haben, den Häftling zu erdrosseln. Er konnte sich indes wehren und einen Bediensteten rufen. Die Angeklagten glaubten, ihr Opfer ohne Grund quälen und töten zu dürfen, so der Ankläger.

Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt. Dann soll zunächst das Opfer als Zeuge gehört werden.

Saskia Grätz

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