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Pure Lebensfreude in alten Mobilen

Pure Lebensfreude in alten Mobilen

Petrus ist offenbar ein Freund alter Mobile. Er schickte gestern perfektes Ausflugswetter für das traditionelle Treffen des Oldtimervereins Kohren-Sahlis. Die Gäste ließen nicht auf sich warten - der Platz des ehemaligen Firmengeländes der Firma Lätzsch war bruchvoll und bot eine bunte Vielfalt mit reichlich PS aus vergangenen Zeiten.

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Wolfgang und Petra Loth aus Bad Lausick genießen das Kulturgut Oldtimer in einem Essex, Baujahr 1925.

Quelle: Jens Paul Taubert

kohren-Sahlis. Ein Verkehrspolizist kommt ins Grübeln. Gerade hat er einen Autofahrer erwischt mit einer Fahrerlaubnis von 1925! Soll er das Auto oder die Frau konfiszieren, fragt sich der Uniformierte und entscheidet sich spontan für die Dame, die "wie frisch restauriert" wirke. Der Halter des alten Essex schmunzelt, er hätte wohl leichter die Frau gewechselt als Ersatz für einen solchen Wagen zu bekommen... Beim Oldtimertreffen ist Spaß inklusive. Im November 2012 legte sich Wolfgang Loth den amerikanischen Wagen, Baujahr 1925, zu. "Er stand in Bayern, war runtergewirtschaftet, der Motor Totalschaden, die Reifen platt", erinnert sich der Bad Lausicker an die Entdeckung im Internet. Er entschloss sich dennoch zur Generalüberholung des Oldtimers, ließ Teile anfertigen, aus zwei Motoren wurde irgendwann einer. Seit September vorigen Jahres rollt der Essex wieder und "fährt sich gut", erzählt der stolze Besitzer. Er hat noch drei alte Autos, zwei Wyllis Overland von 1922 und 1924 und einen Whippet von 1929. "Wer den Virus hat, wird ihn nicht mehr los", sagt der 62-Jährige. Der gelernte KFZ-Mechaniker brannte frühzeitig für alte Fahrzeuge, die für ihn ein erhaltenswertes Kulturgut darstellen.

Seine Frau Petra lebt das Hobby mit und "steht auch auf viereckige Autos." Sie sind zurzeit fast jedes Wochenende unterwegs. "Man trifft lauter nette Menschen", schwärmt sie.

"Polizist" Karl Heinz Nadler ist mit einem grünen Moskwitsch 2140, Baujahr 1977, da. Das russische Modell diente, weil es zu DDR-Zeiten nicht genug Ladas gab, notgedrungenermaßen als Polizeiauto. "Ich wollte ihn lackieren lassen, weil mir grün nicht gefällt", erzählt der Limbacher. Als er aber von einem Bekannten die passende Uniform bekam, änderte er seine Meinung. Seit etlichen Jahren kommt der Rentner zum Treffen nach Kohren-Sahlis. Das passende Zubehör, darunter ein originaler Regelstab, hat der 76-Jährige immer dabei und eigenen Worten zufolge viel Spaß. "Weiße Mäuse werden heute angelächelt." Er nutzt das Auto für kleinere Fahrten. "Alle Russenautos müssen bewegt werden", sagt der Textilkaufmann, der die Leidenschaft für alte Autos im Rentenalter entdeckte.

Vor sechs Jahren gönnte sich Andreas Schmidt aus Trebishain den in Chemnitz hergestellten Wanderer, Baujahr 1936. Über einen Bekannten erwarb er "das Fragment", um anschließend dann drei Jahre daran zu schrauben. Der Motor habe "daneben gestanden, durch den Kofferraum konnte man durchgucken." Der Besitzer musste für den kompletten Neuaufbau viel Geduld aufbringen und diverse Ersatzteile extra anfertigen lassen. Zum Glück habe er eine Frau mit Verständnis, sagt Schmidt, der in einer Autolackiererei arbeitet - es sei eine Prestigefrage gewesen, sagt der 53-Jährige. Inzwischen wird das Cabrio - "ein echter Hingucker" - bei schönem Wetter und bei Treffen gezeigt.

Auch Gudrun und Eberhard Rädsch aus Seifersbach bei Mittweida sind mit einem Cabrio da: im F9, Baujahr 1955. Etwa zweieinhalb Jahre Arbeit wurden notwendig, bis das "Häufchen Elend" ein Schmuckstück zum Genießen wurde, erzählt Eberhard Rädsch. Es wird bewegt, "wenn wir Zeit haben", sagt seine Frau, was leider zu selten der Fall sei.

Mitunter wurde es richtig eng auf dem Platz: Riesige Autos wie Lincoln und Cadillac kamen nur mit großer Mühe aus der Parklücke. "Da legen sie sich ein Schiff zu, wo sie nur auf dem Flugplatz umlenken können", frozzelte ein Besucher.

Auch Zweiräder gab es zu bestaunen. Hans-Georg Rötzer war mit einer original erhaltenen BK 350 von 1956 gekommen. Ein Familienstück mit 18 PS wie der erste Trabant, das der Zwickauer im Urlaub mit einem Kumpel fährt. Lediglich die Reifen sind neu, der Rest echt. Den dazu passenden Koffer habe er später erworben, die Helme auf einem Flohmarkt in Tschechien. Der 69-Jährige schwärmt für ältere Maschinen. 28 motorbetriebene Zweiräder besitzt er - der Schatz wird in einer Garage gehegt und behütet.

Der Veranstalter war rundum zufrieden mit der 14. Auflage des Treffens. "Wir freuen uns, dass so viele Leute ins Kohrener Land kommen", sagte der Chef des 92 Mitglieder zählenden Oldtimervereins Kohren-Sahlis Klaus Sliwanski. Ein Rahmenprogramm mit Hüpfburg, Verkehrswacht, Allianz (Alkoholtests und Glücksrad) und einer Tombola komplettierte ein Angebot für die ganze Familie. Auch ans leibliche Wohl war gedacht. 13 Uhr begaben sich etliche Teilnehmer auf Rundfahrt in die Region.

Mit circa 20 Autos sei es im Jahr 2000 im Ratskellerhof losgegangen, schnell reichte auch der Markt dazu nicht mehr aus. "Die 250 Teilnehmer werden wir sicher toppen", freute sich Sliwanski. Der 74-Jährige kam zum Oldtimertreffen übrigens mit einem Trabant Kübel, der die Rundfahrt leihweise mit Maik Klipphahn am Steuer anführte. "Dass das Treffen so angenommen wird, hätten wir nicht gedacht", sagte Klaus Sliwanski und dankte allen Helfern und natürlich den Gästen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.08.2014
Grätz, Saskia

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