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Borna RB-Bulle kommt aus 3-D-Drucker in Böhlen
Region Borna RB-Bulle kommt aus 3-D-Drucker in Böhlen
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09:06 26.10.2018
Laser, Licht, Wasserwände und RB-Bulle: Die Designgroup erfüllt ausgefallene Wünsche. Foto: Julia Tonne
Böhlen

Ein Doppelgänger aus dem 3-D-Drucker, ein Spaceshuttle aus der Fräsmaschine, Lichteffekte, die an die Eiszeit erinnern, Multi-Media-Ausstattung für DJs, Lasershows für Diskotheken, Figuren-Bau für Erlebniswelten: Das Böhlener Unternehmen Designgroup erfüllt ungewöhnliche Wünsche – und das mittlerweile weltweit. Nun kommt noch ein Projekt mit dem Fußball-Erstligisten RB Leipzig dazu. Die Rasenballer bekommen in absehbarer Zeit einen Bullen in Übergröße.

Doch einfach eine Figur aus Kunststoff war gestern. Heute muss es etwas mehr sein. Weshalb die Designgroup ein fünf Meter langes und 3,50 Meter hohes Exemplar aus polygonen Formen herstellt. Sprich: aus etlichen Vielecken. Das Besondere: Der Bulle kommt aus dem 3-D-Drucker und aus der Fräsmaschine.

Riesenfiguren aus dem 3-D-Drucker, Licht in allen Variationen und LED-Wände: Die Designgroup aus Böhlen arbeitet weltweit und richtet neben Clubs auch Erlebniswelten und Spielplätze ein.

Kopf des RB-Bullen ist schon fertig

Damit aber nicht genug: Die Schnittstellen der einzelnen Bestandteile erhalten spezielle Lichteffekte. Matthias Meltke, Geschäftsführer der in Gaulis ansässigen Firma kann sich auch vorstellen, die Körperteile mit LEDs zu belegen oder gar Videos darüber laufen zu lassen. „Nächstes Jahr soll der Bulle zum Saisonstart stehen, der Kopf selbst ist schon fertig“, erzählt Meltke.

Was die Größe der Figuren betrifft, ist damit aber längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Für den Bornaer Künstler Michael Fischer-Art will Meltke gar 18 Meter große Figuren für die Brikettfabrik Witznitz schaffen. „Die werden dann aber in Einzelteilen produziert, die im 3-D-Drucker und in der Fräsmaschine entstehen“, erklärt er. Die meisten Figuren – darunter auch ein überdimensionales Brandenburger Tor, ein Gini und Cäsar – werden zunächst aus Styropor gefräst und anschließend mit dem spritzfähigen Kunststoff Polyurea ummantelt.

Eigenes Abbild aus dem 3-D-Drucker möglich

Fischer-Art plant gemeinsam mit der Designgroup Figuren für die Brikettfabrik. Quelle: Designgroup

Zu bieten hat die Designgroup allerdings noch deutlich mehr. Möglich ist es auch, ein Abbild von sich oder seinem Haustier drucken zu lassen. Unzählige Kameras vermessen das Original, liefern die Daten an den 3D-Drucker, woraufhin der seine Arbeit aufnimmt.

Ein weiteres Standbein des Unternehmens sind Lichteffekte. Die gibt es unter anderem für Showkostüme (darunter ein blinkender Michael Jackson und leuchtende Hexen), für Tanzflächen, für Wasserwände, Bartheken, Bühnenbau und Wellnessoasen. Eine spezielle Software ermöglicht es, sämtliche Varianten der Effekte zu steuern. „Spielmöglichkeiten gibt es ohne Ende“, so Meltke.

Designgroup hat mit Möbelbau angefangen

Rund zehn Großprojekte realisiert die Böhlener Firma jährlich, hinzu kommen unzählige kleinere Vorhaben. Erst vor wenigen Wochen hat die Designgroup ihre Arbeit im gerade neu eröffneten Fundora in Schneeberg abgeschlossen. Weitere Projekte in diesem Jahr sind unter anderem die Umgestaltung des Kinos in Wernigerode und der Bau eines Eventcenters in Trier. Das Gauliser Unternehmen realisiert beispielsweise Laser-Parcours, Schwarzlicht-Golf und riesige Spielplatzvariationen. In Clubs sorgt es für die richtige Stimmung – mit DJ-Pults, Wasserwänden und Lasershows.

Auch DJ-Pulte gehören zur Angebotspalette. Quelle: Julia Tonne

Dabei hatte Meltke einst ganz klein angefangen, bereits zu DDR-Zeiten kümmerte sich der gebürtige Röthaer um Bühnentechnik und Lichteffekte bei Konzerten von DDR-Künstlern. Nach der Wende startete er dann in Gaulis zunächst mit Möbelbau, der nach wie vor zur Angebotspalette gehört. Heute ist Multimedia bei der Designgroup nicht mehr wegzudenken. Heißt: Da kann eine Schachfigur aus dem 3-D-Drucker mit winzigen LEDs ausgestattet werden, gespielt wird auf einem eigens angefertigten Tisch, der wiederum Leuchtstreifen hat und zudem Laserstrahlen in den Raum schickt. Auch Musik und Videos, die über die Tischplatte flimmern, sind denkbar. „Eigentlich gibt es nichts, was nicht umsetzbar ist“, sagt der Geschäftsführer.

Große Nachfrage erfordert weitere Mitarbeiter

25 Mitarbeiter kümmern sich um die Abläufe in dem Unternehmen, „allerdings suchen wir ständig weitere“, macht Meltke deutlich. Denn die Nachfrage sei immens gestiegen. Um Kollegen zu finden, die das Spektrum abdecken können, bilde die Designgroup auch selbst aus. Und zwar in etlichen Bereichen. „Denn wir arbeiten ja mit allem, was möglich ist: mit Holz, Kunststoffen, Licht, Ton, viel Elektrik, Computertechnik.“ Da sei es unerlässlich, für alles ein gewisses Händchen zu haben.

Von Julia Tonne

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