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Borna Rainer Pleß: Der Engel-Macher von Pegau stellt im „Blauen Haus“ aus
Region Borna Rainer Pleß: Der Engel-Macher von Pegau stellt im „Blauen Haus“ aus
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21:55 25.11.2016
Rainer Pleß zeigt ab Sonnabend in seiner Galerie „Das blaue Haus “ in Pegau aktuelle Arbeiten unter dem Titel „Ecce homo – Engel sind auch nur Menschen“. Quelle: Andreas Döring
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Pegau

Der Hausherr selbst gibt sich wieder einmal die Ehre. Rainer Pleß zeigt ab Sonnabend in seiner Galerie „Das blaue Haus – der kleine Bilderladen“ in Pegau Bilder und Plastiken, die vorwiegend in diesem Jahr entstanden sind. „Das wird die aktuellste Ausstellung meines Lebens“, sagt der 65-Jährige. An einigen Stücken arbeitet er gar noch, sodass ihn jetzt nicht nur die Hängung und Aufstellung seiner Arbeiten unter dem Titel „Ecce homo – Engel sind auch nur Menschen“ unter Zeitdruck setzt.

Überhaupt spielt Zeit eine wesentliche Rolle in seinem Schaffen, sagt Pleß. Wobei er mit dem Erreichen des (früheren) Rentenalters nun eine Zäsur gesetzt hat und mehr auf den Herbst schaut – im Jahr und im Leben. Während dazu naturalistische Bilder Landschaften zeigen, den Elbkai bei Bad Schandau im Nebel und ein Stück Sächsische Schweiz, widmen sich die surrealistischen Motive „Lebenszeit“, „Zeitlebens“ und „Lebenswerk“ der Vergänglichkeit – nicht nur Sand rinnt da durch die Eieruhr.

Umso mehr besteht der Künstler darauf, dass das nichts Melancholisches ist. „Der Betrachter darf nicht alles ernst nehmen“, meint Pleß. „Meine Werke

Rainer Pleß: Ein Apfel ist an allem schuld. 2016, Öl auf Leinwand. Quelle: Andreas Döring

sollen Schmunzeln und Lächeln provozieren.“ Was bei einigen Stücken weniger leicht fällt als bei „Zwei Schweine in Betrachtung des Mondes“ (entfernt angelehnt an Caspar David Friedrich) und beim titelgebenden „Ecce homo“, wo Jesus den Mittelfinger reckt.

Ganz besonders neckische Hingucker der Schau sind die Schutzengel aus Keramik. Deren

Rainer Pleß: Schutzengel. Quelle: Andreas Döring

Prototyp entstand im Frühjahr, als Material von der Vorbereitungsplastik zu „Mutter und Kind“ fürs Bildhauerpleinair übrig war. „Diese Spielerei hat mir so viel Spaß bereitet, dass ich rumgeträumelt und die Zeit etwas verpasst habe“, sagt Rainer Pleß, etwas schuldbewusst lächelnd, aber zufrieden. Mehr als drei Dutzend hat er geformt, gebrannt, glasiert. Alles Einzelstücke, natürlich

Rainer Pleß: Schutzengel. Quelle: Andreas Döring

in Handarbeit. Fröhliche Sänger, verliebte Buben und Mädchen, eine griesgrämige Schwiegermutter, ein Jogger, ein Oberlehrer mit aufgerissenem Mund und erhobenem Zeigefinger, eine Halbwüchsige mit Pferdeschwanz, die hinten kess ihr Hemdchen lüpft. „Was ich da gekichert und gelacht habe. Ich bin der Engel-Macher von Pegau.“ Ein paar Stücke standen schon in den Fenstern der Galerie und haben Interessenten nachfragen lassen.

Von Olaf Krenz

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