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Ramadan im Röthaer Asylheim -Anwohner stöhnen über Lärm bei Nacht

Ramadan im Röthaer Asylheim -Anwohner stöhnen über Lärm bei Nacht

Bewohner des Wohngebietes zwischen der Haeckelstraße und der Robert-Schulze-Straße in Rötha stöhnen unter nächtlicher Lärmbelästigung aus der Asylbewerberunterkunft im Alpha-Appart-Hotel.

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Blick in Rötha durch die Robert-Schulze-Straße auf das Alpha-Appart-Hotel, in dem Asylbewerber leben (hinten).

Quelle: Jens Paul Taubert

Rötha. Das Landratsamt bringt dort 90 bis 130 Asylbewerber unter. Der nächtliche Lärm könnte mit dem am Donnerstag dieser Woche endenden Fastenmonat Ramadan zusammenhängen. Viele der im Hotel untergebrachten Flüchtlinge sind Moslems. Die müssen während des Ramadans, der in Deutschland in diesem Jahr vom 18. Juni bis zum 16. Juli begangen wird, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fasten.

 

 

Was das bedeutet, beobachten Anwohner seit einiger Zeit. Einer machte auf der jüngsten Stadtratssitzung seinem Ärger Luft: "Wir leiden unter einer Lärmbelästigung, die weit über das Erträgliche hinausgeht", sagte der Röthaer, dessen Frau schon mit Ohrstöpseln schlafe und der befürchtet, "dass wir das nicht mehr lange aushalten". Es würden nachts die Fenster aufgerissen, gekocht, laut gerufen und "morgens gegen vier fangen die an zu beten". Es dürfe, forderte der Bewohner, Toleranz nicht immer nur von den Einheimischen verlangt werden.

 

 

Bürgermeister Ditmar Haym (parteilos) wollte "die Verantwortung nicht abwälzen", wie er sagte, verwies aber darauf, dass der Landkreis das Hotel angemietet habe und somit auch für Ordnung zu sorgen habe. In dem Zusammenhang kritisierte der Bürgermeister auch, dass die Sozialarbeiter für das Asylbewerberheim nicht wie zugesagt laufend vor Ort sind. "Die haben noch kein Zimmer", stellte Haym fest.

 

 

Der Bürgermeister sprach von mehreren Beschwerden, die aus dem ans Hotel angrenzenden Wohngebiet bei ihm eingegangen seien. Ein Wohngebiet, in dem die Bewohner mit die höchsten Mieten in der Stadt bezahlen. Auch Timo Müller (Linke) ist in den zurückliegenden zwei Wochen schon von mehreren Röthaern wegen des nächtlichen Lärms angesprochen worden. Auch er unterstrich: "Das Landratsamt hat das verursacht und muss sich jetzt darum kümmern, dass die Röthaer Bürger ihre Lebensqualität behalten." Gleichzeitig will er Hotelbetreiber Martin Steinhart in die Pflicht nehmen. "Als Stadt würde ich Herrn Steinhart nach jeder Beschwerde per Telefon terrorisieren", ermunterte er die Verwaltung, nicht locker zu lassen. Und ergänzte: "Die Anwohner sind ziemlich genervt. Es bringt uns nichts, wenn die Leute dort wegziehen."

 

 

CDU-Stadträtin und Reisebürobetreiberin Gabriele Richter-Kemnitz schaltete sich mit dem Hinweis in die Debatte ein, dass ihr mehrere Leute aus der Nachbarschaft der Asylunterkunft gesagt hätten, sie haben Angst, über die Situation zu sprechen. Aus eigenem Erleben und von anderen Gewerbetreibenden wisse sie zudem, das Asylbwerber in Geschäften betteln. Und dabei teils wunderliche Geschichten erzählen würden.

 

 

Timo Müller brachte zudem eine politische Dimension in die Debatte. Seine Beobachtung und auch die von Bürgern, die ihn ansprechen, sei: "Die Problematik der Asylbewerber trifft vorrangig die nicht CDU-geführten Orte." Er nannte Rötha, Böhlen und Espenhain. In den drei Orten gibt es Gemeinschaftsunterkünfte beziehungsweise ist eine geplant. Die im Hotel in Böhlen ist allerdings nicht vom Landkreis, sondern vom Freistaat eingerichtet worden. In die Reihe würde auch noch Regis-Breitingen passen, wo der Kreis seit April eine Notunterkunft betreibt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.07.2015
André Neumann

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