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Borna Raser in der Spielstraße: Der Spuk ist erst einmal vorbei
Region Borna Raser in der Spielstraße: Der Spuk ist erst einmal vorbei
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16:40 19.05.2015

Die Umleitung über Lobstädt hatte vor allem bei Hortkindern und Erzieherinnen jede Menge Unbehagen und Besorgnis hervorgerufen.

Eigentlich befinden sich Schule und Hort in einem sehr ruhigen Winkel von Lobstädt. Doch in den vergangenen drei Wochen war es mit der Ruhe und mit der gewohnten Sicherheit in der verkehrsberuhigten Zone vorbei. Der Grund: Die Umleitung zwischen Borna und Deutzen wegen der unter Wasser stehenden S 50 führte über Lobstädt. Und viele Autofahrer nahmen nicht die Hauptroute über Dora-Helene-Straße und Victoriastraße, die sich in einer Schleife durch den Neukieritzscher Ortsteil schlängelt, sondern den kürzesten Weg über die Gartenstraße. Doch die ist nicht umsonst mit dem bekannten viereckigen, blauen Verkehrszeichen als verkehrsberuhigte Zone (Spielstraße) ausgewiesen, denn hier befinden sich die Grundschule und der Hort. Zugelassen ist Schrittgeschwindigkeit, 7 bis 10 Kilometer je Stunde, und Fußgänger dürfen die Fahrbahn benutzen, Kinder auch darauf spielen.

Zwar spielen die Hortkinder innerhalb des eingezäunten Geländes, "doch es fliegt auch mal ein Ball über den Zaun", sagt Erzieherin Peggy Fischer. Und am Nachmittag gehen Kinder nach Hause - auch allein - oder werden abgeholt. Fast pausenlos, sagt die Erzieherin, seien vor allem nachmittags die Autos am Hort vorbeigefahren, und das mit "gefühlten Geschwindigkeiten von 40 bis 50 Stundenkilometer". Den Kindern wurde die Situation bald zu bunt, sie bastelten und beschrieben Schilder, mit denen sie sich hinter den Zaun stellten und Autofahrer baten, langsamer zu fahren. "Am liebsten hätten sie sich auf die Straße gestellt", sagt Peggy Fischer, die wie ihre Kolleginnen die ganze Zeit Sorge hatte, es könnte ein Unfall passieren. Leider kam es tatsächlich dazu. Zwar nicht direkt vor dem Hort, aber auf dem Heimweg wurde ein Kind angefahren. Und am Dienstagnachmittag schaffte es ein Junge gerade noch über die Straße zum Auto seiner Mutter, als ein Auto vorbeirauschte.

Der Hort bemühte sich bei Polizei und Landratsamt darum, dass der Verkehr überwacht würde. Lange vergeblich. Erst am Mittwoch postierte sich dass Messfahrzeug des Landratsamtes vormittags von 6 bis 12 Uhr vor der Schule. 160 Fahrzeuge fuhren zu schnell, viele statt der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit zwischen 35 und 38, das Schnellste 42 Stundenkilometer. Gestern hatte sich die Situation spürbar beruhigt, berichtete Peggy Fischer. Kinder und Erzieherinnen hoffen nun, dass die Straße bei Borna beim nächsten Regen nicht gleich wieder unpassierbar wird und der Spuk von vorn beginnt. Das Landratsamt will demnächst trotzdem auch noch eine Geschwindigkeitsmessung zum Schulschluss durchführen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.06.2013

Neumann, André

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