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Rathaussanierung in Kitzscher dauert länger und wird viel teurer

Bauverzug Rathaussanierung in Kitzscher dauert länger und wird viel teurer

Das Rathaus in Kitzscher soll aktuelle Brandschutzauflagen erfüllen und barrierefrei zugänglich sein. Der Umbau ist ein Jahr nach Beginn längst nicht fertig und deutlich teurer als geplant.

Der Aufzug auf der Rückseite des Rathauses in Kitzscher ist fertig, darf aber noch nicht benutzt werden.

Quelle: André Neumann

Kitzscher. Die Sanierung des Rathauses in Kitzscher wird deutlich teurer und ist auch ein Jahr nach dem ohnehin schon verspäteten Beginn noch nicht beendet. Die Erfüllung von Brandschutzauflagen und das Schaffen barrierefreier Zugänge kostet aus jetziger Sicht knapp 881000 Euro. Geplant waren nur gut 600000 Euro. Das bedeutet einen Anstieg um fast die Hälfte der ursprünglich veranschlagten Kosten.

Im gleichen Maß steigt der Eigenanteil, den die Stadt für die von der Sächsischen Aufbaubank bezuschussten Baumaßnahme aufbringen muss. Statt 261000 Euro sind das nun knapp 382000 Euro. Der Stadtrat gab am Donnerstagabend grünes Licht für die Mehrkosten, die aus liquiden Mitteln beglichen werden sollen.

Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) begründete den Mehraufwand unter anderem mit Auflagen, die erst im Nachhinein gemacht wurden und „mit denen wir nicht gerechnet hatten“. Außerdem habe das alte Gebäude, welches aus dem dritten Reich stamme, die Kosten steigen lassen. Beispielsweise hätte die Gründung für den Treppenhausturm mit Aufzug tiefer ausgeführt werden müssen, als es geplant war. Höhere Kosten verursachte demnach offenbar auch die nicht geplante Festverglasung einiger Fenster.

Die Erneuerung der Brandmeldeanlage habe erheblichen Mehraufwand für die Verlegung von Leitungen unter Putz zur Folge gehabt, heißt es seitens der Verwaltung.

Zeitlich hinkt die Rathaussanierung schon von Beginn an dem ursprünglichen Zeitplan hinterher. Ursprünglich sollte die nämlich schon im Dezember 2015 beginnen, weswegen der Neujahrsempfang im Januar 2016 vorsorglich abgesagt worden war. Mit der Begründung, die Baugenehmigung sei zu spät eingegangen, wurde der Baubeginn verschoben. Es dauerte allerdings noch ein gutes halbes Jahr, ehe die ersten Aufträge vergeben wurden. Laut Bautafel im Hof sollte die Sanierung im zweiten Vierteljahr abgeschlossen werden.

Mittlerweile will der Bürgermeister sich nicht mehr auf einen Termin festlegen, im Stadtrat sagte er: „Wir gehen fest davon aus, das wir es noch dieses Jahr schaffen.“ Das werde dann immer noch vor dem Berliner Flughafen sein, versuchte Schramm, der Misere mit Humor zu begegnen. Immerhin zeigte er sich zuversichtlich, dass das Weihnachtskonzert des Frauenchores und nach zwei Jahren Pause auch der Neujahrsempfang im Rathaussaal stattfinden können.

Für Zeitverzug sorgen derzeit Lieferengpässe und die aufwendige Gestaltung des Treppenhauses. So ist der Aufzug auf der Rückseite des Rathauses zwar fertig und abgenommen, er dürfe laut Schramm aber nicht genutzt werden, weil noch Treppengeländer fehlten. Einige Zeit dauern werde noch die Aufteilung des Treppenhauses in Brandschutzabschnitte. Die Stadt hatte sich entschieden, dies nicht mit Mauern, sondern mit Glaswänden zu bewerkstelligen. Deren Einbau, bekannte Schramm, werde „vermutlich noch einige Zeit dauern“.

Von André Neumann

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